Themenparks

Was vom Erlebnis übrig bleibt

Ferienpark Center Parks Bispingen, Bispingen, Deutschland, 2007

Ferienpark Center Parks Bispingen, Bispingen, Deutschland, 2007  |  © Reiner Riedler/Agentur Anzenberger

Eine Reise beginnt nicht in einem klimatisierten Doppelzimmer mit Meerblick. Auch nicht auf einer Liege am Swimmingpool. Sie beginnt, wenn, wie gewohnt, das Unerwartete eintritt: Wenn das eigene Gesicht zum exotischsten von allen wird. Wenn Sprachbarrieren den Weg zum Ziel unbequem machen. Wenn Hitze, Kälte, Geruch und Geschmack an das eigene Fremdsein erinnern. Dann feuern die Nervenzellen in einer Mischung aus Irritation und Begeisterung. Man ist unterwegs.

Die künstlichen Welten, die Reiner Riedler abbildet, sind wie Süßstoff für einen Verstand, der Erfahrungen braucht, um sich satt zu fühlen. In den Themenhotels und Vergnügungsparks, in denen er fotografiert hat, ist das Fremde auf ein bequemes Minimum reduziert: Palme statt Buche, Schloss statt Reihenhaus. Die Wildnis ist handgemacht. Schön anzusehen, aber ohne Risiko. Kitschiger Purismus, der so gut funktioniert, weil er sich immer nur dessen bedient, was einem als erstes in den Sinn kommt, wenn man an Tahiti denkt. An Ägypten. Oder an den Grand Canyon.

Erstaunlicherweise gelingt es Reiner Riedler, so viel Distanz zu seinen Motiven aufzubauen, dass wieder Raum entsteht für das Fremde. Und die Nervenzellen beim Betrachten der Bilder in seinem Bildband fake holidays beginnen, zu feuern.