Die neue Flugsteuer schlägt auf die Verbraucherpreise durch: Im Januar, dem ersten Monat der Abgabe, lagen die Preise um 4,3 Prozent höher als vor einem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt mit. Bei konstanten Steuern wären die Preise nur um 0,1 Prozent gewachsen. Pauschalreisen, bei denen der Flug nur einen kleineren Teil der Gesamtkosten ausmacht, verteuerten sich in der Jahresfrist um 2,6 Prozent.

Jahreszeitlich üblich ist eigentlich, dass die Preise im Januar im Vergleich zu Dezember sinken. Dennoch haben sich die Flugreisen im Vergleich zum Vormonat nun um 0,6 Prozent verteuert. Ohne die nur an deutschen Flughäfen erhobene Abgabe wären sie laut Statistikamt im Schnitt um 3,5 Prozent billiger geworden.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte die Luftverkehrssteuer als Teil ihres Pakets zur Haushaltssanierung beschlossen. Sie will mit der Abgabe jährlich eine Milliarde Euro einnehmen. Sie gilt bereits seit September für alle Abflüge von deutschen Flughäfen ab 1. Januar 2011. Die Steuer ist nach Entfernungen gestaffelt: Bei nahen Zielen werden 8 Euro fällig, die Mittelstrecke kostet 25 Euro extra und die Langstrecke sogar 45 Euro.

Am deutlichsten schlug die Steuer auf innerdeutsche Flüge durch, die sich von Dezember auf Januar um 8,3 Prozent verteuerten. Die Preise zu europäischen Zielen fielen um 2,6 Prozent, wären aber ohne die Steuer 5,8 Prozent günstiger geworden. Statt um 2,2 Prozent zu sinken, stiegen die Preise für Interkontinentalverbindungen nun um 1,6 Prozent.

Die Branche hatte vergeblich versucht, die Belastung politisch zu verhindern. Sie warnte davor, dass Passagiere in Grenzregionen auf nahe Flughäfen im Ausland ausweichen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Airlines Mehrkosten auf die Ticketpreise aufschlagen. Doch Branchenprimus Lufthansa hatte noch im alten Jahr signalisiert, dass dies angesichts des Konkurrenzkampfes nicht eins zu eins möglich sein dürfte.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hat als Reaktion auf die Steuer angekündigt, ihr Angebot auszudünnen. Trotz wieder anziehender Konjunktur soll die Kapazität zum Sommerflugplan Ende März/Anfang April um 5 Prozent gekappt werden. Auch Europas größter Billigflieger Ryanair will Flüge in Deutschland aufgeben. Inwiefern teurere Tickets auch die Buchungszahlen drücken, ist aber noch ungewiss. Die Berliner Flughäfen, die dadurch in diesem Jahr einen spürbaren Dämpfer befürchten, meldeten gerade für Januar ein Passagierplus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.