Tourismus Auswärtiges Amt lockert Reisehinweise für Tunesien

TUI bietet ab März wieder Reisen nach Ägypten und Tunesien an. Das Auswärtige Amt hat die Reisehinweise für Tunesien entschärft, eine Entwarnung für Ägypten soll folgen.

Ein Ägypter, der Kameltrips zu den Pyramiden anbietet, wartet auf Touristen

Ein Ägypter, der Kameltrips zu den Pyramiden anbietet, wartet auf Touristen

Nach der Entspannung in Tunesien und Ägypten bietet der Touristikkonzern TUI ab März wieder Reisen in beide Länder an. Eine Sprecherin von Europas größtem Reisekonzern sagte in Hannover, Grund sei der gelockerte Reisehinweis durch das Auswärtige Amt. Der Reisekonzern Thomas Cook prüft eine Wiederaufnahme der Reisen noch. Zunächst gelte weiter, dass es bis zum 27. Februar keine Abreisen in Richtung Tunesien gebe, sagte eine Sprecherin von Thomas Cook und Neckermann Reisen. Nach Ägypten würden zunächst bis zum 28. Februar keine Reisen angeboten. In beiden Ländern waren in den vergangenen Wochen nach Massenprotesten die Machthaber gestürzt worden. Die Reiseveranstalter boten wegen der Unruhen dort keinen Urlaub mehr an.

Das Auswärtige Amt hatte seine Reisehinweise für Tunesien zuvor gelockert. Die Sicherheitslage habe sich dort in den vergangenen Tagen stabilisiert, heißt es auf der Homepage des Ministeriums. Reisen nach Tunesien sollten sich jedoch bis auf weiteres auf die Hauptstadt Tunis und die Badeorte am Meer sowie Djerba beschränken. Von "nicht unbedingt erforderlichen Reisen" in andere Teile des nordafrikanischen Landes rät das Auswärtige Amt weiter ab. Auch in den Urlaubsorten am Meer sollten Urlauber ihre Hotelanlagen nur bei organisierten Touren verlassen. Ausländer seien zwar nicht Ziel von Ausschreitungen. Urlauber müssten aber mit erhöhter Kleinkriminalität rechnen. Der Ausnahmezustand und eine nächtliche Ausgangssperre von 0 Uhr bis 4 Uhr sind weiter in Kraft.

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Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sagte, er erwarte, dass in den kommenden Tagen auch die Reisewarnungen für Ägypten zumindest heruntergestuft würden. Die Sicherheit in den Tourismusanlagen sei wieder gegeben.

Die Unruhen in Nordafrika belasten die Erlöse der europäischen Reiseveranstalter und Fluggesellschaften. Thomas Cook – die Nummer zwei in Europa hinter TUI Travel – rechnet mit Einbußen in Höhe von knapp 24 Millionen Euro. Im Konzern machen Reisen nach Tunesien und Ägypten sieben Prozent des Umsatzes aus.

Doch während die großen Veranstalter ihren Kunden eine Alternative anbieten können, haben es die auf Ägypten spezialisierten Reiseunternehmen schwer. "Tag für Tag verliert Ägypten 30 Millionen US-Dollar im Tourismus, und die deutsche Tourismusindustrie verliert einen wichtigen Markt", sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Burgbacher, dem Handelsblatt. Burgbacher zufolge seien rund 50 mittelständische Reiseveranstalter existenziell gefährdet. Von den 35.000 deutschen Urlaubern, die zu Beginn der Unruhen in Ägypten waren, seien inzwischen mehr als 30.000 zurückgekehrt.

 

 
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