Spanien hält nach wie vor den ersten Platz. Doch Deutschland hat im Jahr 2010 aufgeholt: Unter den europäischen Destinationen ist Deutschland erstmals beliebter als Frankreich, das auf Platz drei liegt. 40 Millionen Gäste verbrachten ihre Ferien zwischen Flensburg und Garmisch. Das ist ein Zuwachs von 11 Prozent. Zum Vergleich: Im selben Jahr hatte Spanien ein Prozent verloren, Frankreich stagnierte.

Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, zeigte sich auf der ITB erfreut über dieses positive Ergebnis: "2010 haben wir erstmals die magische Grenze der 60 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste in Deutschland überschritten. Damit hat sich Deutschland erneut in der Gunst von ausländischen Gästen behauptet und seine Position als eines der beliebtesten Reiseländer in Europa eindrucksvoll ausbauen können."

Im vergangenen Jahr konnte Deutschland 3,8 Millionen Übernachtungen mehr verzeichnen als im starken Tourismusjahr 2008. Das entspricht einer höheren Wachstumsrate, als Gesamteuropa (3,2 Prozent) und die Tourismusindustrie weltweit (6,7 Prozent) aufweisen können.

Von den zusätzlichen 9 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste in Europa im vergangenen Jahr entfielen ganze 4 Millionen auf Deutschland – fast die Hälfte. Burgbacher sagte, er halte den Tourismus für einen der wichtigsten Zukunftssektoren. Besonders die Märkte China, Russland, Indien und Brasilien würden künftig eine bedeutende Rolle für die deutsche Tourismusbranche spielen.

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT), sagte: "Bei einer weiteren positiven Marktentwicklung und auf Basis unserer kundenorientierten und ziel- gerichteten Marketingaktivitäten scheint es realistisch, in den kommenden zehn Jahren die Marke von 80 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste zu durchbrechen." Zu internationalen Großveranstaltungen wie der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland und den Events rund um den 125. Geburtstag des Automobils werden in diesem Jahr erneut zahlreiche Besucher aus aller Welt in Deutschland erwartet.