Fotobuch Festival Kassel

Realistische Abbildungen des türkischen Alltags

© Oliver Hartung/Internationales Fotobuch Festival Kassel

Den Fotografen Oliver Hartung stört die fotografische Darstellung arabischer Länder in den westlichen Medien. Er will mit seinen Fotos einer Bildsprache widersprechen, die "orientalische Klischees und krisenfixierte Berichterstattung" bedient. Seit 2007 bereist der Fotograf den mittleren und nahen Osten, um seine Sicht der Wirklichkeit dort in Bildern festzuhalten.

Seine Aufnahmen aus Jordanien, Libanon, Syrien, Israel/Palästina, Ägypten, Marokko, Türkei und Iran und hat er unter dem Namen The Arabian Monument zusammengefasst. Hartung zitiert damit den großen Lee Friedlander, der in den sechziger und siebziger Jahren durch die USA reiste, um mit seinen Fotoreportagen – darunter The American Monument (1976) den Puls dieses widersprüchlichen Landes zu messen.

Oliver Hartungs Künstlerbuch miniaturk von 2011 beinhaltet Fotografien, die während seines Aufenthalts in Istanbul, Edirne und Bursa im Herbst 2010 entstanden sind. Es ist beim 4. Internationalen Fotobuch Festival
 vom 1. bis 5. Juni 2011 in der documenta-Halle in Kassel zu sehen und für den Fotobuch Dummy Award nominiert.
Wir zeigen hier eine Auswahl der Bilder aus miniaturk, die sich mit urbaner Architektur und ihrer Entsprechung in einem gleichnamigen Park mit Modellen historischer islamischer Bauwerke in Istanbul auseinandersetzen. Im Buch befinden sich darüber hinaus Porträts, Stadtansichten und Fotografien von Oberflächen, die in spannungsreichen Paarungen einander gegenüber gestellt werden.