Die Lokführergewerkschaft GDL will im Tarifstreit mit den deutschen Privatbahnen den Druck erhöhen und hat zu einem neuen, diesmal 72-stündigen Streik aufgerufen. Der Ausstand soll am heutigen Dienstag um 14.00 Uhr beginnen und bis Freitag um 14.00 Uhr dauern.

Zur Liste der aktuell zu bestreikenden Unternehmen gehören der GDL zufolge neun Firmen, deren Fahrgäste sich auf Einschränkungen einstellen müssen. Dies sind die AKN Eisenbahn AG, Bayerische Regiobahn GmbH, Berchtesgadener Land Bahn GmbH, Hohenzollerische Landesbahn AG (HzL) und Nord-Ostsee-Bahn GmbH (NOB). Zudem zählen dazu die Ostseeland Verkehr GmbH (OLA), Prignitzer Eisenbahn (Betriebsteil NRW), Veolia Verkehr Regio Ost GmbH und Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt GmbH.

Nicht betroffen sind die Unternehmen der Hessischen Landesbahn sowie ein Teil der Unternehmen von Netinera und Benex. Diese haben nach Angaben der Gewerkschaft verhandlungsfähige Angebote gemacht, sodass die Streiks ausgesetzt wurden.

Die Lokführer hatten die private Konkurrenz der Deutschen Bahn (DB) zuletzt vor knapp zwei Wochen bestreikt. Der 60-stündige Ausstand war der bislang längste Streik im aktuellen Tarifkonflikt. Mit der DB selbst hatte die GDL sich im April nach neunmonatigen Streit auf einen Rahmentarifvertrag geeinigt, den die Gewerkschaft nun für alle Bahnanbieter im Nah-, Fern- und Regionalverkehr durchsetzen will. In dem Papier sollen die grundlegenden Regelungen für Zugführer wie etwa Wochenarbeitszeit oder Teile der Gehaltstabelle festgehalten werden. Weitere Einzelheiten sollen individuelle Haustarifverträge regeln.

Die Unternehmen des Veolia-Konzerns, die AKN Eisenbahn AG, die Prignitzer Eisenbahngesellschaft (PEG) und die Hohenzollerische Landesbahn (HzL) lehnen die Verhandlungen über einen flächendeckenden Tarif weiter ab. "Die Sturheit der Unternehmen ist nicht zu begreifen und offensichtlich geht es gar nicht mehr um Kompromissfindung und Konfliktbeilegung", sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky.