Kaiserkanal in China Erhaben wie die Chinesische Mauer

Reisbarken, Schlepper und Kohlekonvois nutzen den Kaiserkanal in China. Der Kanal, der Peking und Jangtse-Mündung verbindet, ist ein Wasserweg mit 2.500 Jahren Tradition.

Der Kaiserkanal verbindet Peking mit dem Gelben Fluss und der fruchtbaren Jangtse-Mündung. Neben der Großen Mauer gilt er als das bedeutendste Bauwerk des alten China. Er wurde vor 2.500 Jahre gebaut und ist bis heute in Betrieb.

Zwar fahren keine Passagierboote auf dem "Großen Transportfluss", wie die Chinesen ihn nennen, aber an seinem südlichen Ende liegen attraktive Besucherziele, die von Shanghai aus auch mit dem Zug erreichbar sind. Zum Beispiel Hangzhou, das als Venedig des Ostens und Stadt von perfekter Schönheit gilt. Einmal im Leben muss man dort gewesen sein, sagen die Chinesen. Es gibt zwar nur noch eine einzige Altstadt-Straße, wo man weder den Besuch der traditionellen Hu Qing Yu Tang-Apotheke noch den des Tai Chi-Teehaus mit seiner Kung Fu Teezeremonie verfehlen darf, aber man kann die quirlige Sechs-Millionen-Stadt mit Wasserbus erkunden; es sind die einzig möglichen Touristenfahrten auf dem Kaiserkanal.

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Die Regisseure Peter Girrbach und Rolf Lambert führen den Zuschauer nicht nur zu Reis- und Frachthäfen, Wassertoren und Steinbogenbrücken, Seidenmärkten und alten Tempeln links und rechts des Kanals, sondern auch ins Hinterland. Etwa in die Tee-Berge bei Yixing, die legendär sind, weil dort seit dem 8. Jh. Tee nur für den Kaiserhof angebaut wurde. So erhielt die Gegend das Privileg, Steuern nicht in Reis, sondern in Tee zu entrichten – und in Teekannen. Die Teekannen von Yixing gelten bis heute als die besten in ganz China.

Der Film ist der dritte Teil der fünfteiligen Reihe "Kanalreisen", die vom 4. bis 8. Juli 2011 auf Arte gezeigt wird. "Der Kaiserkanal in China" wird am Mittwoch, den 06.07., um 19.30 Uhr ausgestrahlt.

 
Leser-Kommentare
  1. nebenbei:

    "Der Kaiserkanal verbindet Peking mit dem Gelben Fluss und der fruchtbaren Jangtse-Mündung." (Zitat aus dem Text)

    Der Kaiserkanal verbindet die Kaiserstadt Beiping mit der Kaiserstadt Hangzhou.

    "die quirlige Sechs-Millionen-Stadt mit Wasserbus erkunden; es sind die einzig möglichen Touristenfahrten auf dem Kaiserkanal"

    http://www.chinarundreise...
    (nur ein Beispiel)

    "Besuch der traditionellen Hu Qing Yu Tang-Apotheke noch den des Tai Chi-Teehaus mit seiner Kung Fu Teezeremonie"

    Es handelt sich um ein Museum für TCM und

    Taiji, Gongfu, ja das hört das Touri-Ohr gern, aber warum nicht einfach den Tee genießen?

    Weiteres spare ich mir, nur noch eines:

    Danken Sie doch mal den Zuständigen, daß dieser "längste Kanalbau der Welt" der Nachwelt erhalten bleibt, das kostet nämlich eine ganze Menge!

    Eine Leser-Empfehlung
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    • TGC
    • 06.07.2011 um 8:59 Uhr

    Ich musste grade laut auflachen als ich gelesen habe, dass man von Shanghai aus gut in die Region reisen kann... Das mag ja stimmen, aber die Tatsache, dass der Kaiserkanal nicht dort endet sondern eben in Hangzhou macht diesen Kurzartikel nicht besonders wertvoll. Wäre ich gemein, würde ich vllt. noch schreiben, dass der Autor den Endpunkt (von Hangzhou auf Shanghai) bei Wiki revidiert ;)

    Und was die Touris angeht: naja, soviele werden sich jetzt nicht unbedingt angesprochen fühlen à la "Schatz, ich habe gerade bei Zeit online was über den Kaiserkanal gelesen! Lass uns in den Sommerferien dort mal hinfahren!". Man verzeihe mir die Ironie, aber die letzten Ostasien-Artikel waren, um es euphemistisch zu formulieren, nicht besonders recherchiert...

    • TGC
    • 06.07.2011 um 8:59 Uhr

    Ich musste grade laut auflachen als ich gelesen habe, dass man von Shanghai aus gut in die Region reisen kann... Das mag ja stimmen, aber die Tatsache, dass der Kaiserkanal nicht dort endet sondern eben in Hangzhou macht diesen Kurzartikel nicht besonders wertvoll. Wäre ich gemein, würde ich vllt. noch schreiben, dass der Autor den Endpunkt (von Hangzhou auf Shanghai) bei Wiki revidiert ;)

    Und was die Touris angeht: naja, soviele werden sich jetzt nicht unbedingt angesprochen fühlen à la "Schatz, ich habe gerade bei Zeit online was über den Kaiserkanal gelesen! Lass uns in den Sommerferien dort mal hinfahren!". Man verzeihe mir die Ironie, aber die letzten Ostasien-Artikel waren, um es euphemistisch zu formulieren, nicht besonders recherchiert...

  2. weil auf arte: unbedingt ansehen!

    • TGC
    • 06.07.2011 um 8:59 Uhr

    Ich musste grade laut auflachen als ich gelesen habe, dass man von Shanghai aus gut in die Region reisen kann... Das mag ja stimmen, aber die Tatsache, dass der Kaiserkanal nicht dort endet sondern eben in Hangzhou macht diesen Kurzartikel nicht besonders wertvoll. Wäre ich gemein, würde ich vllt. noch schreiben, dass der Autor den Endpunkt (von Hangzhou auf Shanghai) bei Wiki revidiert ;)

    Und was die Touris angeht: naja, soviele werden sich jetzt nicht unbedingt angesprochen fühlen à la "Schatz, ich habe gerade bei Zeit online was über den Kaiserkanal gelesen! Lass uns in den Sommerferien dort mal hinfahren!". Man verzeihe mir die Ironie, aber die letzten Ostasien-Artikel waren, um es euphemistisch zu formulieren, nicht besonders recherchiert...

    Antwort auf "Nur mal so"
  3. Redaktion

    Sehr geehrte Leser,

    Herr Girrbach und Herr Lambert, von denen diese Infos und der Film stammen, haben zu Ihren Kommentaren folgendes geschrieben:

    Betr.: richsorge

    Natürlich sind Peking und Hangzhou Endpunkte des Kaiserkanals. Historisches Hauptmotiv seines Baus war, die weit im Norden gelegene Hauptstadt Peking mit den Kornkammern am Gelben Fluß und der Jangtse-Mündung zu verbinden.

    Ja, in Suzhou fahren Touristenboote auf dem historischen Teil des Kaiserkanals, der die Altstadt umfliesst, aber dieser Kanalabschnitt ist nicht mehr aktiv, dort gibt es keinen Schiffsverkehr mehr. Fahrten auf einem "aktiven" Abschnitt des Kaiserkanals, mit dichtem Schiffsverkehr, nach unserem besten Wissen nur in Hangzhou.

    Die Apotheke ist höchst geschäftig und bis heute in Betrieb, hat auch einen Museumsteil. Tee trinken wir auch gerne in Ruhe, aber das Teehaus wird ob seiner Zeremonie, die noch aus der Südl. Song-Zeit stammen soll, gerne besucht.

    Der Film handelt wesentlich von Heritage Conservation am Kaiserkanal. Teile davon wollen die Denkmalschutzbehörden in Yangzhou nutzen, um den Antrag auf Weltkulturerbestatus zu illustrieren.

    Betr.: TGC

    Gewiss endet (oder beginnt) der Kanal in Hangzhou, aber er verbindet zugleich Peking mit der fruchtbaren Jangtsemündung. Vom Shanghaier Südbahnhof fahren bullet-trains in 40-50 Minuten nach Hangzhou und Suzhou. Und das sehr komfortabel...

    Viele Grüße aus der Redaktion.

  4. Auch hier hat der Autor wieder den ueblichen Fehler eingebaut, der fast jedem "China-Kenner" unterlaeuft. Die Stadt Hangzhou hat keine 6 Millionen Einwohner, sondern weniger als 2 Millionen.

    Die Zahl von 6.8 Millionen Einwohnern, die der recherchefreudige Journalist in der dt. Wikipedia ausgraben kann, bezieht sich auf den Regierungsbezirk Hangzhou (Prefektur oder wie man es nennen will), zu dem zahlreiche Staedte, Ortschaften und Gemeinden gehoeren (Geheimtipp: Abschnitt "Administrative Gliederung" im erwaehnten Wikipedia-Artikel!)

    Durch selbigen, sich staendig wiederholdenden Fehler, meint im Westen offenbar jeder, in China wuerde es von Zig-Millionen-Staedten nur so wimmeln. Tut's nicht, Journalisten schmeissen nur immer wieder Regierungsbezirke und Staedte durcheinander, denn praktisch jede chinesische Grossstadt ist auch Hauptstadt eines gleichnamigen Regierungsbezirks.

    Der Regierungsbezirk Hangzhou zum Beispiel ist nur wenig kleiner als das gesamte Bundesland Sachsen!

    Und hier nich der signifikaten Abschnitt aus der englischen Wikipedia: "[...] entire administrative division [...] had a registered population of 8.7 million people. The built up area of the Hangzhou municipality had a resident population of 4.227 million in 2003 (urban and suburban districts), of which there were 1.91 million residents in the six urban core districts."

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  • Schlagworte China | Reise | Film | Shanghai | Peking | Venedig
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