Der Rideau-Kanal, der die kanadische Hauptstadt Ottawa mit Kingston am Ontario See verbindet, fließt durch die abwechslungsreichste Gegend Kanadas, heißt es. Nicht nur für Wassersportler ist das Gebiet eine Idylle. Auf 200 Kilometern führt die längste künstliche Wasserstraße Nordamerikas durch eine romantische und naturgeschützte Seenlandschaft.

Gebaut wurde der Kanal im 19. Jahrhundert jedoch als Militäranlage. Die Ingenieure der britischen Kolonialmacht suchten nach einer Lösung, um den militärischen Nachschub zwischen dem Atlantik und den Großen Seen Nordamerikas zu sichern. Burgartige Befestigungs- und Wehranlagen und vor allem das Fort Henry in Kingston zeugen von den einstigen Konflikten Kanadas mit den USA. Doch die Geschichte meinte es gut mit den Kanadiern, denn genutzt wurde das eindrucksvolle Technikwerk bis heute ausschließlich friedlich.

Wer die Rideau Heritage Route bereist, kann sich an vielen Stationen ein Bild der Geschichte machen. Den Takt der Zeit geben 43 handbetriebene Schleusen vor. Zu keiner Zeit hat man daran gedacht, das unzeitgemäß zu bedienende Bauwerk zu beseitigen – im Gegenteil. Der Kanal wird gehegt und gepflegt und gehört seit 180 Jahren zur kanadischen Identität wie Parlament und Ahornbaum.

Der Film ist der zweite Teil der fünfteiligen Reihe "Kanalreisen", die vom 4. bis 8. Juli 2011 auf Arte gezeigt wird. "Der Rideau-Kanal in Kanada" läuft am Dienstag, 05.07 um 19.30 Uhr.