Mecklenburg Vorpommern: Chai Latte am Ellbogensee
Eine niederländische Familie modernisiert einen mecklenburgischen Campingplatz. Mit Bio-Café und Yogaseminaren wird er so zur Außenstelle von Berlins Szenebezirken.
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Der Ellbogensee an der Havelmündung in Mecklenburg-Vorpommern. Das Südufer bildet die Grenze zu Brandenburg.
Die Camperin schaut misstrauisch gen Himmel. Sie steht unter dem Vorzelt ihres Wohnwagens, der mit Spitzengardinen und Topfpflanzen ausgestattet ist. Dann spannt sie ihren Schirm auf und geht vorsichtig los. Sie hat Strickzeug und Super-Illu beiseitegelegt und will zu den Sanitäranlagen des Campingplatzes. "Aber es regnet doch kaum", ruft ihr eine kleine Frau im lila Leinenkleid zu, die ihr auf dem Waldweg entgegenkommt: Marianna von Schmidt, die Betreiberin des Campingplatzes. Na ja, mit Schirm sei man doch sicherer, ein paar trockene Fäden am Leibe zu behalten, sagt die erfahrene Dauercamperin. Marianna von Schmidt schüttelt lachend den Kopf und geht weiter über ihren Platz mitten in der Natur, an der Grenze zwischen Mecklenburg und Brandenburg. Ein Engel aus Glas, den sie an einem Lederband um den Hals trägt, wippt auf und ab.
In dieser kleinen Szene sind soeben zwei Welten aufeinander geprallt, oder auch: die Vergangenheit und die Zukunft des Campens. Skat und Häkeln, Jägermeister und Pulverkaffee und ältere Dauercamper mit Gartenzwergen vor dem Wohnwagen verbindet man oft mit der Vergangenheit der Zeltplätze. Wie die Zukunft des Campings aussehen könnte, kann man hier beobachten: im Naturcamp am Ellbogensee.
Seit 55 Jahren existiert der Campingplatz auf dem zwölf Hektar großen Areal bei Fürstenberg, 100 Kilometer nördlich von Berlin. Sogenannte Naturzeltplätze haben im Osten, vor allem in Mecklenburg, eine lange Tradition – noch Jahre nach der Wende zeichneten sie sich vor allem dadurch aus, dass es dort wenig außer eben Natur gab – vor allem keinen Komfort, etwa bei den Sanitäranlagen.
Vor fünf Jahren stand der Campingplatz am Ellbogensee zum Verkauf und zufällig waren Marianna von Schmidt und ihre Familie just im Urlaub in Mecklenburg. Die gebürtigen Holländer lebten damals noch in ihrer Heimat und gingen ganz anderen Berufen nach. Marianna arbeitete bei der Stadtverwaltung in Amsterdam, ihr Mann Niek Kuijs, ein gelernter Lebensmittelchemiker, als Betreuer geistig Behinderter. Sie hätten sich in "die Ruhe und den Sternenhimmel" am Ellbogensee verliebt, sagt Marianna von Schmidt. Deshalb gaben sie ihr Leben in Holland auf. "Wir haben es noch keine Millisekunde bereut."
Dann hatten sie die Idee, den Campingplatz so herzurichten, " wie wir ihn selbst gern hätten – zum Beispiel mit sehr gutem Kaffee und Bio-Essen". Außerdem auf der Wunschliste: Kunst, Kultur, Spiritualität und viel Verständnis für Kinder. Das alles wollten sie ihren Gästen bieten. Also krempelten sie den alten Campingplatz gehörig um, sozusagen in eine Außenstelle von Prenzlauer Berg – nur ohne den Trubel der Großstadt. Weitgehend nach ökologischen Standards und entworfen von einem niederländisch-schweizerischen Architekturbüro bauen sie soeben eine kleine Mehrzweckhalle. Dort sollen bald Yoga- und Meditationsseminare angeboten werden, eine kleine Bibliothek entsteht und demnächst soll auch ein Theaterfestival stattfinden.






Ich bleibe dabei: "Mecklenburg-Vorpommern" mit Bindestrich, bitte. Mir ist einerlei, ob mein Kommentar manch einen ärgert; noch ärgerlicher sind Ungenauigkeiten einer Zeitung, die ich für das Sprachrohr der Intellektuellen gehalten habe.
... direkt dort vorbeigehen könnte wenn ich nächstes Mal in Berlin bin!
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