Reise-AppsWo flirtete Marilyn Monroe?

Wie auf einer Schnitzeljagd lassen zwei Reise-Apps Touristen in amerikanischen Städten auf die Suche gehen – nach vergessenen Geschichten und utopischer Architektur. von Mareike Nieberding

Als die Rainbow Bar noch Villa Nova hieß, trafen sich hier Marilyn Monroe und Joe DiMaggio zu ihrem ersten Blind Date.

Als die Rainbow Bar noch Villa Nova hieß, trafen sich hier Marilyn Monroe und Joe DiMaggio zu ihrem ersten Blind Date.  |  © Dan Callister/Getty Images

Auf den Tischen klebt noch das Bier vom Vorabend. Trotz ihres Rufs als Hollywood-Hotspot ist die Rainbow Bar am Sunset Strip an diesem Abend fast leer. Keine berühmten Rocker. Keine Schauspieler inkognito. Bis auf Marilyn Monroe und und Joe DiMaggio am Nebentisch. Die beiden trafen sich 1952 genau dort zu ihrem ersten Blind-Date – erzählt die Smartphone-App It Happened Here.

Wer reist, mag sich noch so sehr mit Reiseführern vorgebildet haben – der Zauber mancher Orte bleibt dennoch verborgen. Zwei Smartphone-Apps sollen dies ändern,  zumindest für den amerikanischen Raum. It Happened Here und Museum of the Phantom City füllen Informationslücken mit spannenden Fakten und die Architektur amerikanischer Großstädte mit spektakulären Ideen. Durch interaktive Karten machen sie historische Schauplätze und Architekturvisionen in New York, Washington D.C., San Francisco und Los Angeles sichtbar und beweisen, dass es vor allem entlang der vermeintlich ausgetretenen Pfade noch vieles zu entdecken gibt.

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Nachdem man die Slideshow zu den einzelnen Architekturvisionen auf "Museum of the Phantom City" durchgeblättert hat, kann man sie bewerten.

Nachdem man die Slideshow zu den einzelnen Architekturvisionen auf "Museum of the Phantom City" durchgeblättert hat, kann man sie bewerten.  |  © Museum of the Phantom City

"Unsere Städte bergen faszinierende Geheimnisse", sagt Ken Dodelin von It happened here."Jahrelang bin ich an der Parkgarage vorbeigefahren, in der sich ein Journalist der Washington Post im Sommer 1972 nachts um zwei Uhr mit dem Informanten Deep Throat traf, was letztendlich Präsident Nixon zu Fall brachte. Eine tolle Geschichte zu einem unspektakulären Ort. Man muss nur jemanden finden, der sie erzählt".

Besonders in Washington D.C. gibt es von Politskandalen bis zu Geheimdienstoperationen einiges zu entdecken. Aber auch Tatorte berühmter Verbrechen oder Drehorte bekannter Filme und Serien zeigt die App.

Man kann sich die Ereignisse auf "It Happened Here" auch in einer Liste anzeigen lassen.

Man kann sich die Ereignisse auf "It Happened Here" auch in einer Liste anzeigen lassen.  |  © It Happened Here

Im besten Fall geschieht das ganz nebenbei: "It Happened Here hilft nicht bei der Reiseplanung. Es ist ein zusätzlicher Service, der die besuchten Orte mit Geschichten füllt", sagt Dodelin. "Man geht zum Beispiel in den China-Imbiss, den ein Freund empfohlen hat und lernt dabei, dass John Wilkes Booth, der Attentäter Abraham Lincolns, sich an diesem Ort 1865 vor dem Militär versteckte."

Die App Museum of the Phantom City geht noch einen Schritt weiter und zeigt New York nicht wie es war, sondern wie es hätte sein können. Der Gründer und Architekt Brett Snyder sagt, dass die Nutzer "wie auf einer Schnitzeljagd, in spielerischer Interaktion von virtueller und realer Welt herausfinden sollen, welche visionäre Architektur einmal für New York erdacht wurde."

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    • Schlagworte Marilyn Monroe | App | Frank Lloyd Wright | Museum | Reiseplanung | New York
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