Australische Canyons Tief in Down Under
Niemand erforscht die Canyons so leidenschaftlich wie die Australier. Mark Jenkins geht auf eine abenteuerliche Expedition in die Abgründe der Blue Mountains.
Gekürzte Fassung aus National Geographic Deutschland, Ausgabe Oktober 2011, www.nationalgeographic.de
Die Schweizer haben hohe Berge, also klettern sie. Die Kanadier haben viele Seen, deshalb fahren sie Kanu. Die Australier haben tiefe Canyons, daher betreiben sie: canyoning. Das ist eine besondere Form des Irrsinns, etwas zwischen Bergsteigen und Höhlenklettern, wobei es eher hinab- als hinaufgeht, oft durch nasse Tunnel und enge Durchgänge.
"Je dunkler, je enger, je gewundener, desto besser", sagt David Noble, einer der erfahrensten Kletterer. "Die Leute fragen uns immer wieder: Was passiert, wenn du da unten festsitzt? Darauf legen wir es an. Improvisieren zu müssen, um wieder rauszukommen." In den vergangenen 38 Jahren hat Noble in den Blue Mountains, westlich von Sydney, mehr als 70 Erstbegehungen gemacht. In dieser zerklüfteten Landschaft gibt es Hunderte steile Canyons. Die Blueys sind kein Gebirge, sondern ein Sedimentplateau, in das Flüsse und Bäche tiefe Einschnitte gegraben haben.
Der 57-jährige Noble verweigert sich allen Konventionen. Er hat noch nie am Steuer eines Autos gesessen. Jeden Tag fährt er mit dem Fahrrad knapp 30 Kilometer durch Sydneys Außenbezirke, um an einer Highschool Physik zu unterrichten. Er hat zwar von den Canyons, die er erkundet, Landkarten angefertigt und Fotos auf seine Internetseite gestellt. Aber er verrät niemandem, wo diese Schluchten liegen und verweigert mir, genau auf seine Karten zu schauen.
Nobles größter Rivale ist Rick Jamieson, ein gutmütiger Bär von einem Mann, ebenfalls Physiklehrer. Kritik handelte er sich ein, als er ein Buch veröffentlichte, in dem er manche Geheimnisse der Canyon-Region preisgab.
Vor gut 60 Jahren begannen die ersten weißen Australier, in den Canyons zu klettern. Die tiefsten Schluchten wurden jedoch erst in den sechziger Jahren erkundet, als moderne Kletterausrüstung zur Verfügung stand. Der Danae Brook Canyon liegt versteckt im labyrinthartigen Zentrum der Blue Mountains und ist bis heute eines der schwierigsten Reviere. Beide, Jamieson und Noble, haben diese Route geschafft, können mich aber nicht begleiten.
Der drahtige John Robens brennt hingegen darauf, es zu versuchen. Wir treffen uns bei ihm zu Hause in Sydney. Wir fahren von Sydney aus vier Stunden nach Westen und zelten im Kanangra-Boyd-Nationalpark. Frühmorgens wandern wir den Feuerwehrpfad am Mount Thurat hinab. Unsere Rucksäcke sind schwer von Nassanzügen, Seilen und einem Lunchpaket. Wir überqueren den Kanangra Creek, dann geht es in den Busch. Keine Wege mehr. Wir orientieren uns mit einer Karte und GPS. Canyon-Kletterer eint die Fähigkeit, rasch in scheinbar undurchdringlichem Gestrüpp voranzukommen.
- Datum 02.10.2011 - 09:24 Uhr
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- Quelle National Geographic
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Ich habe sehr viele Länder in meinem Leben bereist. Auch in Neuseeland war ich zweimal. Nur Australien fehlt noch!
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Herzliche Grüsse
Klaus Metzger
HILDESHEIM
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