Als Erwachsener könnte man im Flieger glatt neidisch werden: Kinder bekommen bei vielen Airlines Geschenke, im ersten Lebensjahr sogar ein eigenes Bett und wenn man ihnen ein bisschen bei Druckausgleich, trockener Kabinenluft oder Zeitumstellung hilft, fliegen Kinder oft bequemer als Erwachsene in der ersten Klasse. Einige Ratschläge für einen angenehmen und sicheren Flug – von A  wie Alter bis Z wie Zeitumstellung:

Alter: Gesunde Babys dürfen ab dem achten Tag fliegen, sagt der Flugmediziner Torsten Pollmann. Er rät trotzdem dazu, ein Baby erst mit etwa drei Monaten ins Flugzeug mitzunehmen, weil Kinder und Eltern dann entspannter sind und wissen, dass das Baby auch wirklich gesund ist.

Bett: Bis kurz vor dem ersten Geburtstag können Kinder zum Schlafen in ein sogenanntes Bassinet gelegt werden. Die Bettchen können an die Trennwand zwischen Business und Economy Class gehängt werden und sind daher in der Anzahl sehr begrenzt. Es lohnt sich also, rechtzeitig bei der Airline ein Bett zu buchen.

Check-in: Den Kinderwagen oder Buggy können Eltern auch erst beim Einsteigen in den Flieger als sogenannten Gate-Check-in aufgeben. Das kann die langen Wege am Flughafen erleichtern. Den Gate-Check-in müssen Eltern nicht vorab anmelden, zur Sicherheit sollte man ihn aber beim Einchecken ankündigen. Bei der Sicherheitskontrolle wird der Buggy zusammengeklappt auf das Band gelegt.

Dehydration: Es stimmt, die Kabinenluft ist recht trocken und es ist gut, wenn Kinder fleißig trinken. Laut dem Flugmediziner Pollmann sollten sich Eltern darum aber nicht zu sehr sorgen: "Kinder brauchen in der Luft nicht mehr Flüssigkeit als am Boden auch."

Essen: Durch den niedrigeren atmosphärischen Druck in der Höhe dehnen sich die Gase im Darm aus. Torsten Pollmann sagt: "Geben Sie Ihrem Kind daher keine größeren Mengen an Essen als zu Hause; das beschert ihm bloß Bauchschmerzen." Sollten Kinder an Bord unter einem Blähbauch leiden, helfen ein paar Schritte den Gang auf und ab und reichlich Flüssigkeit – am besten stilles Wasser oder Fencheltee.

Flugzeugsitze: Nur die wenigsten Fluggesellschaften (etwa Virgin Atlantic Airways oder British Airways) stellen während des Fluges eine (begrenzte!) Zahl an Kindersitzen für Kinder ab sechs Monaten zur Verfügung. Die Lufthansa präsentierte zwar bereits 2008 den Aerokid, einen speziellen Flugzeugsitz für Unter-Zweijährige. Wann der jedoch in den Flugzeugen tatsächlich zum Einsatz kommt, ist bis heute unklar.

Die meisten Airlines (etwa Air Berlin, Lufthansa, KLM, Condor) erlauben immerhin, dass Kinder auf den Sitzen in ihrem eigenen Autositz angeschnallt werden können. Allerdings: Bei Weitem nicht alle Modelle funktionieren an Bord, da sie hier nicht mit dem klassischen Dreipunkt-Gurt im Auto, sondern nur mit einem Zweipunkt-Beckengurt gesichert werden können. Wer regelmäßig fliegt, sollte also beim Kauf des Autositzes darauf achten; doppeltaugliche Sitze sind durch das Siegel for use in aircrafts vom TÜV Rheinland ausgewiesen. Das sind beispielsweise diese Modelle (und ihre Nachfolgermodelle): Maxi Cosi Mico, Maxi Cosi Citi, Storchenmühle Maximum, Römer King Quickfix.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften hat eine Liste zusammengestellt, welche Autokindersitze auf welchen deutschen Airlines erlaubt sind.
Sehr praktisch, aber leider seit längerer Zeit nicht lieferbar, ist der Luftikid. Der aufblasbare Kindersitz, der sowohl im Auto als auch im Flieger Kinder zwischen neun Monaten und sieben Jahren sichert, wurde gemeinsam mit dem TÜV Rheinland entwickelt.

Bei einigen Airlines (etwa bei Ryanair) dürfen Eltern keinen Sitz für ihr Kind mit an Bord nehmen; Sitze müssen vor dem Flug aufgegeben werden.

Gurt: Bereits 1994 hat der TÜV Rheinland nachgewiesen, dass Kinder unter zwei Jahren mit einem eigenen Schlaufengurt auf dem Schoß ihrer Eltern nicht ausreichend gesichert sind. Das Problem: Bei einem Unfall wird der Erwachsene mit voller Wucht nach vorne geschleudert, schiebt das Kind auf seinem Schoß mit und klemmt es ein. Ab 1998 war der Loopbelt in Deutschland verboten, 2008 wurde er wieder eingeführt. Sicherer – nur leider auch deutlich teurer: Auch für Kinder unter zwei Jahren einen eigenen Sitzplatz buchen und das Kind in einem flugsicheren Autositz sichern.