Outdoor-Kolumne Welcher Schuh für welche Tour?
Gummistiefel erzeugen zwar Schweißfüße, aber auf der Trekkingtour im Norden haben sie durchaus Vorteile. Roland Knauer sucht im Selbstversuch den Allround-Outdoor-Schuh.
im norwegischen Saltfjellet-Nationalpark. Über Nacht steigert sich das Wetter zu einer Art Sintflut, die den ganzen nächsten Tag kaum nachlässt. Am übernächsten Tag patsche ich unter grauen Wolken auf der einfachen, nassen Trittspur weiter.
Mit den ersten Regentropfen erreiche ich an diesem Herbstnachmittag die einfache Hütte
Zumindest ein paar Meter, dann taucht der Pfad in einen kleinen See, der in trockeneren Zeiten vermutlich eine Grasmulde ist. Jetzt aber reicht das Wasser bis zu den Waden und schwappt folgerichtig über den Schaft der Schuhe hinunter zu Füßen und Socken. Bei jedem quatschenden Schritt verfestigt sich die Erkenntnis, dass die kniehohen Gummistiefel an den Füßen der Einheimischen zwar bei trockenem Wetter Schweißfüße garantieren. Aber bei den häufigen starken Regenfällen und im sumpfigen Gelände Norwegens hat dieses Schuhwerk, mit dem ich mich nie auf eine Trekkingtour wagen würde, seine Vorteile. Wenn das Wasser im Schuh bis zum Schaft reicht, sind Schweißfüße das kleinere Übel.

Roland Knauer, geboren 1957, ist promovierter Naturwissenschaftler. Seit 1989 arbeitet er als freier Journalist, Autor und Fotograf für Tageszeitungen und Magazine, sowie für Forschungsinstitutionen und öffentliche Verwaltungen. Gemeinsam mit Kerstin Viering schrieb er mehr als 20 Sachbücher ganz oder in wesentlichen Teilen. Als Wanderer erkundete er unter anderem die Pyrenäen, die Berge Korsikas, das griechische Pindos-Gebirge, Nationalparks in Norwegen und Schweden. Auch die Anden in Chile, Argentinien, Bolivien und Ecuador kennt Knauer.
Spätestens nach einer solchen Erfahrung weiß man, dass es den Allround-Outdoor-Schuh weder gibt noch jemals geben wird. Das ist ganz ähnlich wie bei Autos, bei denen man ja auch unterscheidet, ob man ein wendiges Stadtauto, eine solide Reisekutsche oder einen Lastesel sucht. Für Outdoor-Schuhe gilt genau das Gleiche.
Erst einmal klärt man die beiden Fragen: Was habe ich mit dem Schuh vor? Wo und wann will ich das tun? Mit den Antworten auf beide Fragen geht es dann zum Schuhe kaufen. Und dabei sollte man sich viel Zeit lassen. Denn der Schuh ist das mit Abstand wichtigste Utensil, wenn es in die Natur geht. Schließlich bilden die Stiefel die Verbindung zwischen mehreren Kilogramm Körpergewicht plus Rucksack und dem gesamten Rest der Outdoor-Welt. Kurzum: Der Schuh muss passen. Und das nicht nur im Laden, sondern später auch in der eisigen Antarktis oder im schwül-drückenden Regenwald.
Oder im Buchenwald: Wer nur für ganz wenige Stunden im Flachland oder im Mittelgebirge über Wiesen- und Waldwege stapfen möchte, für den sind Wanderschuhe ideal. Die sehen auf den ersten Blick fast wie Halbschuhe aus, haben also keinen hohen Schaft, der einige Einsteiger abschreckt, weil er unbequem und auch nicht wirklich cool aussieht. Die Sohle ist aber stabil genug, um den Wanderer ohne oder mit ganz leichtem Gepäck bequem durch die Gegend zu tragen.
Steht ab und zu eine mehrstündige Tour im Mittelgebirge oder im Flachland auf dem Programm, ist sicher die nächsthöhere Stufe besser, der Hikingschuh. Die sind leicht wie ein Halbschuh und doch erstaunlich trittsicher. Je nach Modell haben sie einen Schaft oder eben nicht. Für Tagestouren mit leichtem Gepäck im einfachen Gelände sind diese Schuhe ideal.
Will man höher hinaus und die Gebirge der Welt bis hinauf zu den Almen und Wiesen mit mittelschwerem Gepäck in zwei- oder dreitägigen Touren erkunden, sollte man zu Wanderstiefeln greifen. Mit ihrer festen Sohle und einer guten Dämpfung geben sie zusammen mit ihrem hohen Schaft einen guten Halt und sind doch noch relativ bequem.
Wer in die Geröllfelder in den höheren Zonen oder mit schwerem Rucksack einige Tage unterwegs ist, für den sind Trekkingstiefel ideal. Sie haben sehr griffige Laufsohlen und eine sehr gute Dämpfung, kombinieren also Trittsicherheit mit bequemem, langem Laufen. Der hohe Schaft gibt guten Halt – wer einmal mit schwerem Gepäck umgeknickt ist, wird für die nächste Tour zum Trekkingstiefel greifen, der solche schmerzhaften Erfahrungen recht zuverlässig verhindert.
- Apps für Wanderer
Mit der Android-App OruxMaps kann man Karten auf das Handy laden um sie später auch offline zu nutzen. Das spart Akku-Leistung und im Ausland Roaming-Kosten.
- RainAlarm
Diese App für Android und iPhone zeigt Regenfronten an und informiert darüber, wie weit diese weg sind.
- Komoot
Eine App die dabei hilft, eigene Touren zu planen und online mit anderen zu teilen. Es gibt sie für iPhone und Android.
Die Steigerung des Trekkingstiefels heißt Alpinstiefel und ist noch einmal deutlich stabiler. Das geht zu Lasten der Bequemlichkeit, erhöht aber andererseits die Sicherheit: Für Passagen über Eis und Schnee kann man Steigeisen an die Alpinstiefel schnallen und steht mit diesen Spikes unter der steifen Sohle auch auf glatten Flächen sicher. Wer keine Steigeisen braucht, der sollte allerdings lieber bei Trekkingstiefeln bleiben.
Und sich ein paar Gedanken zum Material machen. Leichte Schuhe sind heute oft aus Kunststoff oder dünnem Leder, beides lässt Wasser durch. Eine Goretex-Membran wiederum hält den Regen zuverlässig draußen und lässt gleichzeitig den Dampf raus, der aus einem Fuß nach einiger Laufzeit nun einmal aufsteigt. Zumindest in der Theorie, deshalb sind Goretex-Schuhe im Outdoor-Geschäft auch ein echter Renner. In der Praxis hat das Ganze aber Grenzen. Denn das Dampfablassen durch die Membran funktioniert nur, wenn es außerhalb des Schuhs deutlich kälter als drinnen ist. Da es rund um den Fuß meist so um die 30 Celsiusgrade hat, kann man sich leicht ausrechnen, dass die Goretex-Membran in der heißen Jahreszeit Mitteleuropas oder gar in Afrika und Asien nicht funktionieren kann. Sie hält dann zwar den Regen immer noch draußen, aber eben auch den Dampf drin. Zumindest bei vielen Männern führt das zu Schweißfüßen. In warmem Klima sind daher gut gewachste Lederschuhe ohne Goretex wohl die bessere Wahl. Wenn aber das Wasser über den Schaft zu schwappen droht, dann hilft nur ein Gummistiefel. Am besten in Kombination mit einer Nasenklammer.
- Datum 03.11.2011 - 07:00 Uhr
- Serie Querfeldein
- Quelle ZEIT ONLINE
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Mit Gummistiefeln von Le Chameau mit Lederinnenfutter gibt es keine Schweißfüße.
Ideal für Touren in nassem Gelände und unendlich bequem
GoreTex ist ein tolles Material, hat sich bestens bewährt egal ob in der Regenjacke, der Regenhose, dem Biwaksack oder den Gamaschen (es ist erstaunlich wie viel so ein Unterschenkel schwitzen kann) aber in Schuhen funktioniert GoreTex nicht, außer natürlich das Ziel heißt Schweißfüße.
Lieber gute Lederwanderstiefel, einfetten und fertig ist. Ist auch wasserdicht aber wesentlich dampfdurchlässiger als wenn man noch GoreTex hinzupackt.
Nach jahrelangen Experimenten mit verschiedensten Schuhen, in denen ich immer geschwitzt habe, egal, ob Leder, Goretex oder sonstwas: Der Fußschweiß war mein Wanderfreund! Seit ich die TK5 von einer Firma, die so ähnlich wie "Adler" heißt, trage, wandere ich trockenen Fußes durch die Lande!
Völlig richtig, die Socken sind viel wichtiger als viele Outdoor-Begeisterte vermuten. Auf dieses Thema will ich daher demnächst ein wenig eingehen.
Völlig richtig, die Socken sind viel wichtiger als viele Outdoor-Begeisterte vermuten. Auf dieses Thema will ich daher demnächst ein wenig eingehen.
Völlig richtig, die Socken sind viel wichtiger als viele Outdoor-Begeisterte vermuten. Auf dieses Thema will ich daher demnächst ein wenig eingehen.
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