SchamanismusSayargyi U Sheini, der Heiler von Birma

Er ist der bekannteste Schamane in Birma. Es heißt, Sayargyi U Sheini könne alles heilen, sogar Krebs und Liebeskummer. Die Kranken kommen aus Asien, den USA und Europa.

Sie sind seit Jugendtagen befreundet: Major Aung und der Schamane Sanji.

Sie sind seit Jugendtagen befreundet: Major Aung und der Schamane Sanji.

Sayargyi U Sheini hält einen Aktenkoffer auf den Knien. Er holt daraus Geld in Bündeln – Dollar, Euro, japanische Yen. Hunderte Scheine blättert er auf wie Fächer. So viel Geld! Und alles gehört ihm.

Sayargyi U Sheini ist Heiler. Der beste, der berühmteste Schamane Birmas. Sagt Sheini, genannt Sanji. Das glauben auch die Menschen, die ihn besuchen, aus ganz Asien, aus Europa und aus den USA. Sie kommen in sein Haus in einem Vorort der Stadt Rangun, es ist aus Stein gebaut und hat zwei Stockwerke, es überragt alle Hütten in der Gegend. Im Schatten vor der Haustür sitzt Sanji, die weißen Haare nach hinten gekämmt, das Geld in den manikürten Händen.

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Der 88-Jährige lächelt sparsam, Milde und Weisheit im Blick. Obwohl er für die Behandlung kein Geld verlangt, gehören ihm 14 Autos und drei Häuser: "In Birma ist es Tradition, Schamanen so viel zu geben, wie man möchte. Allerdings steigt das Karma desjenigen, der einem Heiler Gutes tut."

Birma gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Die medizinische Versorgung der rund 48 Millionen Menschen ist dürftig, Heiler und Schamanen haben großen Zulauf. Hinzu kommt der ausgeprägte Aberglaube: Neben Buddha und dem Glauben an ein besseres Leben für jene, die im Diesseits gutes Karma angehäuft haben, bestimmen Zauberwesen namens Nats die Glaubenswelt der Birmesen. "Jede Familie hat Nats auf dem Altar stehen, die sie verehren", erklärt Sanji. "Es gibt Nats für Geld, gegen Alkoholismus oder als Erinnerung an Tote. Nats brauchen viel Zuwendung, man muss mit ihnen sprechen und sie täglich mit Essen und Wasser versorgen."

Der Weg nach Vietnam

Flüge ab Frankfurt nach Vietnam bietet zum Beispiel Vietnam Airlines, ab Frankfurt ab 760 Euro (www.vietnamairlines.com).

Hotels in Rangun

Das Inya Lake Hotel wurde in den 60er Jahren von Russen gebaut und hat den entsprechenden Charme: weite Hallen, lange Flure, Teakholzmöbel. Es liegt wunderschön direkt am See und hat vier Sterne. Adresse: No. 37 Kaba Aye Pagoda Road, www.inyalakehotel.com. Preise: Ab 39 Dollar pro Nacht und Person. – Zentral in der Stadt am Königssee liegt das im Kolonialstil gehaltene Vier-Sterne-Hotel Kandawgyi Palace. Alle Zimmer mit Blick über See und Lotospflanzen. Adresse: Kan Yeik Tha Road, Mingalar Myunt Township. Preise: Ab 82 Dollar pro Nacht und Person. –Das älteste und luxuriöseste Haus in der Stadt ist The Strand, 92 Strand Road. Preise auf Anfrage unter der kostenlosen Telefonnummer 008800 10 10 11.

Der Weg zum Wunderheiler

Informationen zu Birmas bekanntestem Schamanen Sayargyi U SheiniSanji sind auch auf Deutsch auf seiner Webseite zu finden: www.gold-ash-powder.com.

Auch Zauberer bevölkern die Welt der Birmesen: "Als ich 22 Jahre alt und Soldat war, erschien mir Thit Tha im Traum, ein mächtiger Waldzauberer. Der sagte, er sei mein Vater und rief mich zu sich in den Dschungel. Ich stieg in eine tiefe Schlucht und traf dort den Herren meiner Träume", sagt Sanji. Thit Tha habe ihm einen Teil seiner Macht abgegeben und ihm das Rezept für die Medizin verraten, mit der er die Kranken heilen könne. "Ich ging zu den heiligen Mönchen im Shan-Staat, der genaue Ort ist geheim", sagt Sanji. "Seitdem brauen sie für mich Gold Ash Powder. Es besteht aus Asche und Gold, die in einem aufwändigen Verfahren miteinander verbunden werden, bis das Gold darin nicht mehr mit dem Auge zu erkennen ist."

In den Händen des Schamanen wird die Goldasche wieder zu Geld: Zwei Kügelchen, kaum größer als eine Erbse, kosten einen Euro, das Konzentrat als Pulver zehn Euro pro Gramm. "Ein echtes Wunder", behauptet Sanji, "die Medizin hilft gegen alles."

Um die Krankheit eines Menschen und die nötige Dosierung der Aschekügelchen festzustellen, nutzt Sanji die Hilfe einer jungen Frau. Tin Tin bewegt sich neben dem Heiler, als wäre sie sein Schatten. Sie assistiert ihm wie einem Magier, dessen Tricks nur wirken können, weil sie dabei ist: Die Frau mit dem stillen Gesicht ist ein Medium. "Sie fühlt, ob jemand tatsächlich krank oder von einem Nats besessen ist. Krankheiten kann ich heilen. Doch gegen Nats bin ich machtlos", sagt Sanji. 

Mehr Geld als er ausgeben kann: Birma bekanntester Schamane Sanji

Mehr Geld als er ausgeben kann: Birma bekanntester Schamane Sanji

Will Tin Tin einen Nats ermitteln, fährt sie in die Geisterwelt: Sie berührt Patienten und fällt binnen Sekunden in Trance. Zuckt und wimmert sie, ist ein böser Geist vorhanden. Findet sie keinen, kann Sanji behandeln: "Die Menschen kommen wegen aller möglichen Krankheiten", sagt er und zeigt ein Foto eines milchgesichtigen Jungen: "Aus England. Er hatte Krebs, ich habe ihn geheilt." Auf einem anderen Bild ist eine blonde Frau zu sehen, die vor dem Schamanen kniet und ihm ein Bündel Scheine anbietet. "Eines ihrer Beine war zu kurz, ich habe es wachsen lassen. Sie schenkte mir Geld aus Dankbarkeit."

In Birma herrscht eine Militärdiktatur, das Land ist politisch wie wirtschaftlich abgeschottet. Sanji kann die fremde Währung auf keiner Bank umtauschen – für ihn sind die Scheine nichts als buntes Papier.

Der Schamane verstaut seine Banknoten und bittet zum Mittagessen. Eine greise Haushälterin bringt Schüsseln mit Reis, Gemüse, Fisch und Hühnchen. Der Wunderheiler braucht eine Brille, um das Essen zu sehen. Sein Freund aus Jugendtagen, Major Aung Myint, ist gekommen, er sitzt auf einem Stuhl mit Armlehnen, das helfe gegen Rückenschmerzen, sagt er. Neben den Tellern der Männer steht jeweils eine rosafarbene Schale mit Wasser. Da hinein legen sie ihre Gebisse, bevor sie sich schmatzend und schlürfend über die Mahlzeit beugen. Zwei Männer, die alt geworden sind. Dagegen hilft auch kein Gold Ash Powder.

 
Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

  2. über diesen Heiler! Wenn der Strom der Patienten nicht abreißt, wird er ja wohl auch welche geheilt haben. Das ist alles, was mir nach diesem mageren Beicht dazu einfällt. Hätte gern einbisschen mehr erfahren! Schade!

    2 Leserempfehlungen
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    Der Informationsgehalt des Artikels strebt gegen Null; schlimmer noch: Dieses Land nennt sich seit 1989 Myanmar, also nicht Birma oder Burma, und die Hauptstadt ist seit 2005 Naypyidaw, also nicht Rangun! Peinlich, sowas.

    Der Informationsgehalt des Artikels strebt gegen Null; schlimmer noch: Dieses Land nennt sich seit 1989 Myanmar, also nicht Birma oder Burma, und die Hauptstadt ist seit 2005 Naypyidaw, also nicht Rangun! Peinlich, sowas.

    • Panic
    • 16.01.2012 um 9:17 Uhr

    Aber Liebeskummer? Niemals!!!

    3 Leserempfehlungen
  3. Immer wieder erstaunlich wie leichtgläubig Menschen sein können wenn sie in eine Notsituation gelangen. Aber andererseits ist die USA ja auf dem besten Weg sich von der Wissensgesellschaft abzukoppeln. Die vehemenz mit der dort einige Republikaner die Statements ihrer Präsidentschaftskandiddaten nachbeten erinnert fast schon an Orwell.

    Da wundert es wirklich nicht das es auch Kundschaft für solche Scharlatane gibt.

    Eine Leserempfehlung
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    Von der fehlenden Hinterfragung seiner "Heilfähigkeit" mal abgesehen ist das fehlen der Reflektion des Autors über seinen Einteilung in "Glauben" und "Aberglauben" schon erstaunlich. Ist Buddhismus jetzt Aberglauben? Oder doch nur die Nats? Und Schamanismus? Durch diese Worte schimmert die Hybris hindurch, die Religionsphantasien des eigenen Kulturkreises höher zu bewerten als die des fremden. Das ist zwar ein sehr klassischer und darum verzeihbarer Denkfehler, kommt aber im Artikel arg paternalistisch rüber.

    Von der fehlenden Hinterfragung seiner "Heilfähigkeit" mal abgesehen ist das fehlen der Reflektion des Autors über seinen Einteilung in "Glauben" und "Aberglauben" schon erstaunlich. Ist Buddhismus jetzt Aberglauben? Oder doch nur die Nats? Und Schamanismus? Durch diese Worte schimmert die Hybris hindurch, die Religionsphantasien des eigenen Kulturkreises höher zu bewerten als die des fremden. Das ist zwar ein sehr klassischer und darum verzeihbarer Denkfehler, kommt aber im Artikel arg paternalistisch rüber.

  4. Jedenfalls bastelt er nicht sinnlos an seinen Mitmenschen herum, wie es hierzulande üblich ist.

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    Das hatte ich auch noch im Hinterkopf,@Kerle51. Ich finde den Artikel auch nicht nur mager, sondern BZ-mäßig auf billige Wirkung reduziert! Ich finde, dieser Heiler sieht nach mehr Niveau aus, wie der Artikel!

    Das hatte ich auch noch im Hinterkopf,@Kerle51. Ich finde den Artikel auch nicht nur mager, sondern BZ-mäßig auf billige Wirkung reduziert! Ich finde, dieser Heiler sieht nach mehr Niveau aus, wie der Artikel!

  5. Der Informationsgehalt des Artikels strebt gegen Null; schlimmer noch: Dieses Land nennt sich seit 1989 Myanmar, also nicht Birma oder Burma, und die Hauptstadt ist seit 2005 Naypyidaw, also nicht Rangun! Peinlich, sowas.

    3 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    Lieber Haiflüsterer,
    je nach Fremd- oder Selbstbezeichnung eines Landes sind mehrere Optionen möglich. Wir haben uns für Birma entschieden. - Danke für Ihre Anmerkung, dass die Hauptstadt von Birma nicht mehr Rangun ist. Wir haben diesen Fehler im ursprünglichen Text korrigiert: Seit Januar 2011 ist der Regierungssitz Nay Pyi Taw zugleich formell Hauptstadt Birmas geworden.

    • SteB
    • 16.01.2012 um 17:05 Uhr

    ...warum schreiben Sie dann selbst "Rangun" und nicht "Yangon", wie die Stadt in der Landessprache heißt...?
    Und privat reden Sie vermutlich auch von Polska, Sverige, France, Australia etc., statt von Polen, Schweden, Frankreich, Australien etc.
    Peinlich, sowas :-)

    Redaktion

    Lieber Haiflüsterer,
    je nach Fremd- oder Selbstbezeichnung eines Landes sind mehrere Optionen möglich. Wir haben uns für Birma entschieden. - Danke für Ihre Anmerkung, dass die Hauptstadt von Birma nicht mehr Rangun ist. Wir haben diesen Fehler im ursprünglichen Text korrigiert: Seit Januar 2011 ist der Regierungssitz Nay Pyi Taw zugleich formell Hauptstadt Birmas geworden.

    • SteB
    • 16.01.2012 um 17:05 Uhr

    ...warum schreiben Sie dann selbst "Rangun" und nicht "Yangon", wie die Stadt in der Landessprache heißt...?
    Und privat reden Sie vermutlich auch von Polska, Sverige, France, Australia etc., statt von Polen, Schweden, Frankreich, Australien etc.
    Peinlich, sowas :-)

  6. Das Geld ist für den Heiler sicherlich mehr als Konfetti. Das Geld kann selbstverständlich gegen Kyat getauscht werden. Es ist gängie Praxis in Myanmar, ausländische Währung bei privaten Tauschbüros zu wechseln.
    Schamane, die auch Macht über Nats ausüben sind hier zu sehen: http://www.youtube.com/wa...
    Man sollte sich gut überlegen, in wessen Hände man seine Gesundheit gibt.

  7. 8. Genau

    Das hatte ich auch noch im Hinterkopf,@Kerle51. Ich finde den Artikel auch nicht nur mager, sondern BZ-mäßig auf billige Wirkung reduziert! Ich finde, dieser Heiler sieht nach mehr Niveau aus, wie der Artikel!

    Eine Leserempfehlung

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  • Schlagworte Birma | Gold | Aberglaube | Alkoholismus | England | Geld
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