Draußen unterwegs zu sein ist fantastisch. Fantastisch anstrengend. Man freut sich auf eine gemütliche Hütte am Abend, in der man die Füße unter dem Tisch ausstreckt und später im Lager in den Tiefschlaf sinkt. Für mich hält sich der Genuss solcher Hüttenabende aber häufig in Grenzen, weil ich eine empfindliche Nase habe. Und die kommt mit dem dumpfen, schweren Geruch nicht zurecht, der häufig über dem Lager hängt. Das liegt an den vielen Füßen. Vor allem denen der Männer.

Auf der Fußfläche gibt es besonders viele Schweißdrüsen, die einen Feuchtigkeitsfilm erzeugen, mit dessen Hilfe die Bodenhaftung deutlich verbessert wird. Nur laufen heutzutage nur noch wenige Menschen den ganzen Tag barfuß. Der Fuß aber schwitzt munter weiter und in dicht schließenden Schuhen entsteht eine Art Sauna, in der die natürlich vorkommenden Bakterien den Schweiß verdauen. Dabei verzehren sie auch Abbauprodukte des männlichen Sexualhormons Testosteron, die in höherer Konzentration schlicht stinken. Und da Männer mit dem Schweiß etwa sechs Mal mehr Testosteron absondern als Frauen, haben sie eben auch viel häufiger Stinkefüße.

Das Problem tritt wegen der kühlenden Luft beim Barfußlaufen kaum auf. Wer seine Füße liebt, wird angesichts spitzer Steine im Gebirge dennoch nicht auf Schuhe verzichten wollen. Zumal diese meist nicht die Ursache sind. Der Geruch bildet sich in den Socken. Baumwollsocken zum Beispiel saugen sich mit Dampf voll und leiten ihn so kaum zum Schuh weiter, durch dessen Leder oder Goretex-Membran das Wasser entweichen könnte. Ein Fuß in Baumwoll-Socken fühlt sich deswegen nicht nur schneller feucht an, sondern verursacht durch die Nässe auch leichter Blasen.

Nun gibt es längst Synthetik-Socken. Diese leiten aber nur den Dampf weiter, nicht den Geruch. Schwitzende Füße und Kunststoff-Socken führen dazu, dass man riecht wie ein Elch. Mischgewebe aus Wolle und Synthetikfaser schmälern den Effekt: Je mehr Wolle umso weniger Elch. Mehr Wolle bedeutet aber auch mehr Feuchtigkeit am Fuß. Am Ende muss jeder selbst über die passende Materialmischung für seine Socken entscheiden. Das Waschen der Füße hilft natürlich auch.

Wolle hat angenehme Trageeigenschaften

Das Schwitzen ist ein Kriterium, das man beim Kauf seiner Outdoor-Ausrüstung bedenken sollte. Der Schweiß soll möglichst nah an der Haut verdunsten, um die arbeitenden Muskeln zu kühlen. Der so entstehende Dunst muss dann natürlich irgendwo hin. Kunstfaser-Unterwäsche leitet ihn – ähnlich wie entsprechende Socken – nach außen, aber riecht schnell. Die Alternative heißt Wolle, die sich mit Feuchtigkeit vollsaugt, dabei trotzdem angenehm auf der Haut liegt und den Dampf langsam nach außen weitergibt.

Damit sind auch die weiteren Bekleidungsschichten klar: Sie müssen ebenfalls mit aufsteigender Feuchtigkeit fertig werden und sollten daher aus ähnlichen Materialien bestehen. Zwischen den einzelnen Klamottenschichten liegt dann ein dünnes Luftpolster, das gut warm hält. Was oft gar nicht nötig ist, weil viele Menschen schon angenehm warm angezogen loslaufen. Wenn der Körper dann nach zehn Minuten gehen seine Betriebstemperatur erreicht, liefert er deutlich mehr Wärme als zu Hause am Esstisch. Das Zwiebelprinzip, bei dem mehrere Schichten übereinander getragen werden, die man dann nach und nach wieder ablegen kann, macht also Sinn.

Erfahrene Outdoor-Aktivisten machen sich lieber leicht fröstelnd auf den Weg. Nach zehn Minuten liefert der Organismus ausreichend Wärme und man spart sich das Ausziehen. Faustregeln für die Zahl der Schichten gibt es nicht. Jeder Mensch beginnt bei anderen Temperaturen zu frieren. Unter meinen Vorfahren muss zum Beispiel ein Eisbär gewesen sein – ich laufe oft im Baumwollhemd durch die Gegend, wenn meine Begleiter längst drei wärmende Schichten übereinander tragen. Für mich ist das ein Riesenvorteil, weil die Baumwolle sich zwar mit Wasser vollsaugt, aber die Körperwärme die Feuchtigkeit rasch wieder verdampft, wenn keine weitere Lage das verhindert. Letztlich muss jeder selbst die richtige Outdoor-Bekleidung für sich finden. Spezialisten wie die Verkäufer bei Globetrotter oder lokalen Outdoor-Ausstattern unterstützen dabei meist kompetent.

Von den richtigen Socken einmal abgesehen gibt es jedoch kaum Basics, die für die Grundausstattung notwendig wären. Das ist drinnen nicht anders als draußen: abhängig von den eigenen Bedürfnissen und dem, was man gerade tut. Ich selbst habe übrigens schon vor mehr als zwanzig Jahren anstrengende Touren unter äußerst widrigen Bedingungen ganz ohne Synthetik und Hightech-Klamotten hervorragend überstanden.

Am Ende noch eine banale Erkenntnis: Wind kühlt aus und Regen macht nass. Dagegen helfen "Softshells". Das sind windabweisende oder winddichte und gleichzeitig wasserabweisende Jacken und Hosen. Sie lassen einerseits den Dampf raus, halten aber den Wind draußen und damit die Wärme drinnen. Und weil sie auch noch Tropfen abweisen, halten sie bei Schneefall ziemlich trocken und widerstehen auch Regenschauern recht gut. Erst bei prasselndem Regen muss man zu einer echten Regenjacke greifen, in der es jedoch schnell warm wird, weil sie Wasser schlecht ableitet. In wärmeren Gegenden taugt sie deswegen höchstens als Schutz für die Pause – wenn es kein Dach zum Unterstellen gibt und man sich in einem Wolkenbruch befindet.