Outdoor-Kolumne Wanderweg ins Nirwana

Querfeldein zwischen albanischer Grenze und Golf: Oft vermissen Wanderer leicht sichtbare Markierungen. Roland Knauer erklärt, wie er dennoch sein Ziel findet.

Gute Markierungen sind bei Wanderwegen selten, wie hier in Griechenland.

Gute Markierungen sind bei Wanderwegen selten, wie hier in Griechenland.


Bequem ist unser Gang durch das grobe Geröll des Flussbetts nicht. Aber wenigstens sehen wir den ausgetrockneten Wasserlauf genau, hier im Pindos-Gebirge in Griechenland. Anders verhält es sich mit dem Wanderweg, der sich oberhalb des Flussbettes entlang schlängelt: Dieser Weg verliert sich immer wieder zwischen den Nadelbäumen im Wald oder den Felsbrocken am Hang, irgendwo zwischen der albanischen Grenze und dem Golf von Korinth.

Wir rätseln, für wen dieser mal vorhandene, mal verschwindende Weg gedacht ist? Wohl kaum für Wanderer, schon eher für die Schaf- und Ziegenherden, deren Glocken wir weiter oben bimmeln hören. Dann kamen die Wanderer und später noch die Europäische Wandervereinigung EWV, die meinte, auf solchen Wegen könne man quer durch Europa wandern. Die EWV machte auch diesen Ziegenpfad im Pindos-Gebirge zu einem Teil der Wanderverbindung von Gibraltar nach Zypern unter dem Namen Europäischer Fernwanderweg 4 oder kurz E4.

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Solche Fernwanderwege werden von den nationalen und regionalen Wandervereinen gepflegt. Daher sehen die einzelnen Abschnitte recht unterschiedlich aus. In Griechenland laufen wir auf Asphaltstraßen oder Schotterpisten, auf traumhaften Bergpfaden oder auf Ziegenwegen, auf alten Maultierpfaden – und manchmal auch ohne jeglichen Weg. Da brauchbare Karten Mangelware sind, benötigen Wanderer gute Markierungen, um sich in diesem Patchwork-Wegenetz zurecht zu finden. Genau dafür hat der EWV kleine Blechtafeln mit einer gelben Raute mit schwarzen Rand auf weißem Grund geschaffen.

Roland Knauer
Roland Knauer

Roland Knauer, geboren 1957, ist promovierter Naturwissenschaftler. Seit 1989 arbeitet er als freier Journalist, Autor und Fotograf für Tageszeitungen und Magazine, sowie für Forschungsinstitutionen und öffentliche Verwaltungen. Gemeinsam mit Kerstin Viering schrieb er mehr als 20 Sachbücher ganz oder in wesentlichen Teilen. Als Wanderer erkundete er unter anderem die Pyrenäen, die Berge Korsikas, das griechische Pindos-Gebirge, Nationalparks in Norwegen und Schweden. Auch die Anden in Chile, Argentinien, Bolivien und Ecuador kennt Knauer.

Steht in der Mitte in schwarzer Farbe E4, sind wir also gerade zwischen Gibraltar und Zypern unterwegs. Ab Ende 2011 soll diese gelbe Raute auf Beschluss der EWV ersetzt werden. Die neuen Markierungen erinnern an die europäische Flagge: ein blaues Rechteck mit einem Kreis aus zwölf gelben Sternen und der gelben Schrift E4 in der Mitte. Etwa alle zwei Kilometer sollen sie signalisieren: "Du bist auf dem richtigen Weg." An Weggabelungen soll der regionale Wanderverband auf Bitten der EWV eine eigene Markierung anbringen, die in unserem Fall den richtigen Weg nach Zypern weisen.

Längst gibt es in Europa eine unüberschaubare Vielfalt an Markierungen von Wanderwegen. In vielen Regionen werden die zahllosen Orientierungshilfen zu einem echten Verwirrspiel. Zum Beispiel findet man die gelben Blechtafeln in Griechenland durchaus, wenn auch nicht häufig. Da sie nur ein paar Zentimeter groß sind, eignen sie sich zudem hervorragend als Zielscheiben für die Inhaber von Feuerwaffen. Statt einer Markierung findet der Wanderer dann oft nur einen verbeulten Blechhaufen, der an einem rostigen Nagel an einem Baum hängt.

Leser-Kommentare
    • yzzuf
    • 01.12.2011 um 10:02 Uhr

    Dieser Artikel ist so nichts sagend und "hilfreich" wie ein nicht vorhandenes Wanderzeichen. Warum wurde er geschrieben?

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    Sie trifft im übrigen auf sämtliche bisher erschienenen Texte dieser "Kolumne" zu.

    Zitat yzzuf: Dieser Artikel ist so nichts sagend und "hilfreich" wie ein nicht vorhandenes Wanderzeichen. Warum wurde er geschrieben?
    ####
    ... eine Abmachung mit der Zeit-online hat, zu festen Terminen "einspaltig, 200 Zeilen" zu diesem Themenbereich zu liefern;-)

    Sie trifft im übrigen auf sämtliche bisher erschienenen Texte dieser "Kolumne" zu.

    Zitat yzzuf: Dieser Artikel ist so nichts sagend und "hilfreich" wie ein nicht vorhandenes Wanderzeichen. Warum wurde er geschrieben?
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    ... eine Abmachung mit der Zeit-online hat, zu festen Terminen "einspaltig, 200 Zeilen" zu diesem Themenbereich zu liefern;-)

  1. Sie trifft im übrigen auf sämtliche bisher erschienenen Texte dieser "Kolumne" zu.

    Antwort auf "Hilfreich?"
  2. Zitat yzzuf: Dieser Artikel ist so nichts sagend und "hilfreich" wie ein nicht vorhandenes Wanderzeichen. Warum wurde er geschrieben?
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    ... eine Abmachung mit der Zeit-online hat, zu festen Terminen "einspaltig, 200 Zeilen" zu diesem Themenbereich zu liefern;-)

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