Straßenszene in Timbuktu © Jordi Cami/Cover/Getty Images

Nach der Ermordung eines Touristen in Timbuktu ist eine Gruppe ausländischer Reisender von der Regierung aus der historischen Stadt in Mali ausgeflogen worden. Die etwa zwölf Touristen wurden in einem von der malischen Regierung gecharterten Flugzeug in die Stadt Mopti geflogen, hieß es seitens eines Mitarbeiters des Flughafens. Am Freitag waren ein wahrscheinlich aus Deutschland stammender Mann getötet und drei weitere entführt worden.

Bewaffnete Angreifer hatten versucht, die vier Touristen aus einem Restaurant zu entführen. Dabei habe einer der Männer Widerstand geleistet und sei getötet worden, sagte ein Mitarbeiter der Regionalverwaltung. Bei den drei Entführten handle es sich um einen Schweden, einen Niederländer und einen Touristen mit britisch-südafrikanischer Staatsbürgerschaft.

Ein Ministeriumssprecher des Auswärtigen Amtes sagte, bei dem ermordeten Ausländer handle es sich "mit hoher Wahrscheinlichkeit" um einen Deutschen. Die deutsche Botschaft in der Hauptstadt Bamako habe die "konsularische Betreuung des Falls übernommen". Dies bedeutet in der Regel, dass Kontakt zur Familie des Getöteten aufgenommen und dessen Rückführung organisiert wird.

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen

In Mali und in den Nachbarländern ist der Ableger des Terrornetzwerkes al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI) aktiv. Bereits in der Nacht zum Donnerstag waren zwei Franzosen von mehreren Bewaffneten entführt worden. Die beiden Geologen wurden in der rund 200 Kilometer südlich von Timbuktu gelegenen Ortschaft Hombori aus ihrem Hotel verschleppt. Das Auswärtige Amt hatte daraufhin seine Teilreisewarnung für Mali ausgeweitet.

Nachdem bereits am Freitag französische Soldaten die malische Armee bei der Suche nach den entführten Franzosen unterstützten, landeten am Samstag nach Angaben der Behörden fünf französische Armeehubschrauber in der Stadt Gao, um die Suche zu unterstützen. Mit den Entführungen von Donnerstag und Freitag befinden sich derzeit neun Ausländer in der Sahel-Zone in der Gewalt von Entführern. Bereits seit September 2010 werden vier im Niger entführte Franzosen als Geiseln gehalten.

Die historische Stadt Timbuktu, "Perle der Wüste" genannt, war einst bei Touristen sehr beliebt, hat aber stark unter der Unsicherheit in der Region gelitten. Die meisten westlichen Staaten raten ihre Bürger vor Reisen in die Stadt ab. Auch das Auswärtige Amt warnt bereits seit längerer Zeit "ausdrücklich" vor Reisen in die Verwaltungsregion Timbuktu, in der die gleichnamige Stadt liegt, und weitere Regionen Malis. Es sei dort jederzeit mit Entführungen westlicher Staatsangehöriger zu rechnen. Gerade auch Deutsche seien in Gefahr, Ziel von Anschlägen oder Entführungen zu werden, heißt es in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Ministeriums.