Äthiopien: Die Insel der Seligen am Horn von Afrika
In Harar in Äthiopien lebte der Schriftsteller Arthur Rimbaud. Heute kommen nur selten Fremde in die Stadt. Hier leben alle Religionen friedlich zusammen.
© Katharina Pfannkuch

Stadttor in Harar in Äthiopien
Im weitläufigen Innenhof eines Hauses am Rande der verwinkelten Altstadt von Harar sitzt eine kleine Gruppe von Frauen. Einige von ihnen tragen die weißen Gewänder äthiopisch-orthodoxer Christinnen, andere haben ihr Haar mit bunten Tüchern auf muslimische Weise bedeckt. Sie lachen und plaudern im Schatten der hohen, hellblau getünchten Mauern. Hinter ihnen plätschert leise ein Brunnen.
In den gey gars, den Stadthäusern von Harar in Äthiopien, leben Christen und Muslime unter einem Dach. Dieses Haus teilen sich vier Familien: Zwei äthiopisch-orthodoxe, eine muslimische und eine katholische. Bis zu sechs Familien verschiedenen Glaubens wohnen in anderen Häusern zusammen.
Biniyam, ein 27-jähriger Harari, der als Touristenführer arbeitet, blickt auf die Szene im Hof und sagt: "Das hier, das macht Harar aus. Deshalb haben wir den Preis bekommen." Er spricht über den Unesco-Preis City of Peace, den die Stadt 2002 erhielt. Nicht nur diese Auszeichnung macht Harar zu einem besonderen Ort. Harar gilt den Muslimen als vierte heilige Stadt nach Medina, Mekka und Jerusalem. Sie ist ein Zentrum religiöser Gelehrsamkeit.
Die Altstadt gehört seit 2006 zum Unesco-Weltkulturerbe. Hinter ihrer Stadtmauer verbergen sich über 100 Moscheen, islamische Heiligenschreine, historische Gebäude und ein großer Kat-Markt. Die Äthiopier sind stolz auf die mehrfach ausgezeichnete Stadt, die sie auch die Insel der Seligen nennen – und die inmitten des von Bürgerkriegen und Hungersnöten gezeichneten Horns von Afrika liegt. Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba ist etwa 400 Kilometer entfernt; bis zur somalischen Grenze sind es knapp 200 Kilometer.
"Warum bist du so weiß?"
"Farango, farango!" rufen einem die Kinder in Harar immer wieder zu: Sie sehen nur selten Europäer. Die wenigen, die hier leben – Forscher an der Universität, Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, einige Aussteiger – sind keine Attraktion mehr. Farango, so heißen in Äthiopien weiße Ausländer. Das aus dem Arabischen übernommene Wort bezieht sich ursprünglich auf die Franken aus der Zeit der Kreuzzüge. An Kreuzritter denke bei dem Begriff aber niemand, sagt Biniyam, der Stadtführer, lachend. Der Respekt vor dem Glauben der anderen wird in Harar immer wieder betont.
"Farango!" ruft auch Aisha, ein muslimisches Mädchen mit leuchtend buntem Kopftuch. Sie und ihre Freunde – der katholische Joseph und Liya, die von ihren äthiopisch-orthodoxen Eltern erzählt – sind neugierig: "Woher kommst du? Warum bist du so weiß?" Aisha, Joseph und Liya besuchen konfessionelle Schulen. Dies sei hier üblich, sagt Biniyam, er selbst habe eine katholische Schule besucht. Vor einigen Jahren hat er sich den Rastafari angeschlossen, jener Glaubensgemeinschaft, die den letzten äthiopischen Kaiser Haile Selassie als Messias ansieht. Selassie regierte bis 1974. Der Name der Rastafaris geht zurück auf den Geburtsnamen von Selassie, Ras Tafari Makonnen.






oder so haben die mich immer genannt. Aber über Lautsprache kann man nur spekulieren vielleicht wirds ja Farango geschrieben.
Ja, mich haben sie auch eher "Forenji" oder ähnlich genannt. Aber das war auch eher im Westen.
Habe aber gehört, dass man mittlerweile wohl "Chinesemen" genannt wird. Woher das kommt, mag man munkeln :)
Nichtsdesto - ein wunderschönes Land mit sehr netten Menschen!
Hallo Dieter,
da ich selber Äthiopierin bin, kann ich dir bei der Auflösung des Begriff's "ferenji" helfen :) Es wird "ferengi" geschrieben, aber so ausgesprochen wie du es geschrieben hast (ferenji)und bedeutet "Ausländer". Der Begriff "ferengi" lässt sich aus dem englischen "the foreigner- der Ausländer" ableiten. Ich hoffe ich konnte Dir behilflich sein.
LG Senait :)
Ja, mich haben sie auch eher "Forenji" oder ähnlich genannt. Aber das war auch eher im Westen.
Habe aber gehört, dass man mittlerweile wohl "Chinesemen" genannt wird. Woher das kommt, mag man munkeln :)
Nichtsdesto - ein wunderschönes Land mit sehr netten Menschen!
Hallo Dieter,
da ich selber Äthiopierin bin, kann ich dir bei der Auflösung des Begriff's "ferenji" helfen :) Es wird "ferengi" geschrieben, aber so ausgesprochen wie du es geschrieben hast (ferenji)und bedeutet "Ausländer". Der Begriff "ferengi" lässt sich aus dem englischen "the foreigner- der Ausländer" ableiten. Ich hoffe ich konnte Dir behilflich sein.
LG Senait :)
Ja, mich haben sie auch eher "Forenji" oder ähnlich genannt. Aber das war auch eher im Westen.
Habe aber gehört, dass man mittlerweile wohl "Chinesemen" genannt wird. Woher das kommt, mag man munkeln :)
Nichtsdesto - ein wunderschönes Land mit sehr netten Menschen!
bei den schlagworten steht judentum, aber im text kommt nichts über die falascha vor...
http://de.wikipedia.org/w...
Offensichtlich sind hier hauptsaechlich Christen und Muslime gemeint.
Rastafari als lokale religioese Besonderheit gibt es auch.
In diesem Umfeld wuerde mich auch mehr interessieren, was mit bekennenden Atheisten ist. Gibt es die nicht oder haetten die dann Probleme?
Offensichtlich sind hier hauptsaechlich Christen und Muslime gemeint.
Rastafari als lokale religioese Besonderheit gibt es auch.
In diesem Umfeld wuerde mich auch mehr interessieren, was mit bekennenden Atheisten ist. Gibt es die nicht oder haetten die dann Probleme?
Oder leben die Leute dort einfach nur nebeneinander. "Mischehen" z.B. scheint es ja wohl nie gegeben zu haben. Und wie verteilt man denn die Sitze im Gemeinderat, falls es einen gibt?
Arthur Rimbaud "lebte" nicht in Harar, sondern er hat sich dort vor langer langer Zeit mal in Geschäften aufgehalten. Kein Bezug zum heutigen Harar.
Wenn alle Menschen friedliche nebeneinander leben könnten,wäre schon viel gewonnen.
Wenn alle Menschen friedliche nebeneinander leben könnten,wäre schon viel gewonnen.
Wenn alle Menschen friedliche nebeneinander leben könnten,wäre schon viel gewonnen.
Wer im Nebel ideologisch verzierten Wunschdenkens nach festen Punkten sucht, ist ein Meckerer. Ich bin es gerne.
Wer im Nebel ideologisch verzierten Wunschdenkens nach festen Punkten sucht, ist ein Meckerer. Ich bin es gerne.
Sicher ist es nett, wenn sich die Religionen gegenseitig akzeptieren, aber der echte Toleranzbeweis wird erst erbracht, wenn nicht nur Andersgläubige, sondern auch NICHTgläubige als gleichwertig(!) akzeptiert werden.
Jeder, der schon mal im Koran gelesen hat, weiß, dass dies eine viel größere Hürde für den Islam ist. Was dort an Vorurteilen und übler Nachrede über Nichtgläubige verbreitet wird, ist mit den Aussagen über Andersgläubige nicht zu vergleichen, sondern wesentlich heftiger. Dann weiß man erst zu schätzen, wo und wann wir hier leben... :-o
Hallo Dieter,
da ich selber Äthiopierin bin, kann ich dir bei der Auflösung des Begriff's "ferenji" helfen :) Es wird "ferengi" geschrieben, aber so ausgesprochen wie du es geschrieben hast (ferenji)und bedeutet "Ausländer". Der Begriff "ferengi" lässt sich aus dem englischen "the foreigner- der Ausländer" ableiten. Ich hoffe ich konnte Dir behilflich sein.
LG Senait :)
Hallo Senait,
.
ich habe große Lust, mal nach Äthiopien zu reisen. Welche Sprachkenntnisse brauche ich, wenn ich wissen will, wie die Menschen ticken, was sie sich wünschen, wie sie leben, wovon sie träumen? Ist es schwer, ein Visum zu kriegen? Ist das Ganze bezahlbar? Welche Fettnäpfchen gibt es, in die ich nicht reintreten sollte?
Bat'am amesegnallo oder galatooma Senait!
Hallo Senait,
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ich habe große Lust, mal nach Äthiopien zu reisen. Welche Sprachkenntnisse brauche ich, wenn ich wissen will, wie die Menschen ticken, was sie sich wünschen, wie sie leben, wovon sie träumen? Ist es schwer, ein Visum zu kriegen? Ist das Ganze bezahlbar? Welche Fettnäpfchen gibt es, in die ich nicht reintreten sollte?
Bat'am amesegnallo oder galatooma Senait!
...in Thailand heißen westliche Ausländer auch "Farang"
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