Tarifkonflikt: 200 Flüge am Frankfurter Flughafen gestrichen
Erhebliche Ausfälle am Flughafen Frankfurt: Reisende müssen sich wegen des Streiks der Flugsicherung auf Verzögerungen einstellen. Insgesamt fallen etwa 200 Flüge aus.
Auf dem Flughafen in Frankfurt am Main sind am heutigen Montag etwa 200 von insgesamt 1.286 Flügen ausgefallen. Grund dafür waren die erneuten Streiks der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF). Betroffen waren Kurzstreckenflüge zu deutschen und europäischen Zielen, während die Interkontinentalflüge wie geplant stattfinden konnten, teilte Flughafen-Betreiber Fraport mit.
Fernzüge der Deutschen Bahn wurden zum wichtigen Ersatzverkehrsmittel für die Passagiere. Allein die Lufthansa hatte am Sonntag angekündigt, 140 Flüge streichen zu müssen. Betroffene Reisende können sich auf der Internetseite der Fluggesellschaft informieren, ob ihr Flug wie geplant stattfindet und welche Alternativen es gibt.
- Hotline für Reisende
Flugreisende können sich nach Angaben von Fraport unter folgender Rufnummer über die Lage am Frankfurter Flughafen informieren: 01805-3724636 (laut Fraport-Website 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz).
Der Arbeitskampf von etwa 200 Beschäftigten auf dem Vorfeld war in der vergangenen Woche für Verhandlungen unterbrochen worden, die aber zu keinem Ergebnis führten. Die GdF hatte daraufhin den erneuten Ausstand angekündigt, der zunächst von Sonntagabend bis Donnerstagmorgen dauern sollte. In ihrem Bundesvorstand wollte die GdF nun über das weitere Vorgehen beraten.
- Fluggastrechte
Die Rechte von Fluggästen bei Verspätungen, Annullierungen und Überbuchungen sind im sogenannten Montrealer Übereinkommen und in der EU-Verordnung (EG) Nr. 261/2004 festgelegt. Beide Texte finden Sie zum Beispiel auf der Website der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (Söp) zum Download.
- Betreuung
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Bei Wartezeiten am Flughafen wegen verspäteter Flüge haben Reisende ein Anrecht auf Betreuung durch die zuständige Airline.
Ist ein Kurzstreckenflug mindestens zwei Stunden verspätet oder ein Langstreckenflug mindestens vier Stunden, müssen den Fluggästen laut EU-Verordnung "Mahlzeiten und Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit angeboten werden". Außerdem dürfen die Reisenden unentgeltlich zwei Telefongespräche führen oder zwei Faxe oder E-Mails versenden.
Wer wegen eines ausgefallenen Fluges auf eine Übernachtung angewiesen ist, bekommt diese von der Airline gestellt. Die Hotelübernachtung darf jedoch nicht auf eigene Faust gebucht werden. Reisende sollten sich dafür unbedingt mit einem Mitarbeiter der Airline am Flughafen in Verbindung setzen.
- Ausgleichszahlungen
Was höhere Gewalt ist, erläutert die Website der Verbraucherzentrale NRW. Schadensersatz wird nur in Ausnahmefällen gezahlt. Es ist nach Meinung der Experten nur in wenigen Fällen sinnvoll, auf Schadensersatz zu klagen.
Die Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Verkehrsdisponenten hatten zuvor bereits an fünf Tagen die Arbeit niedergelegt, mehr als 1.200 Starts und Landungen fielen in der Folge seit Donnerstag vorvergangener Woche aus. Fraport hatte allerdings mit seinen eigens geschulten Ersatzleuten einen immer größeren Teil des Flugplans bewältigt, zuletzt an die 90 Prozent. Man sei auch auf einen längeren Streik eingerichtet, sagte ein Unternehmenssprecher. Der von Ersatzmannschaften organisierte Verkehr laufe ruhig und geordnet.
Die GdF fordert erhebliche Einkommenserhöhungen, höhere Zulagen und geringere Arbeitszeiten. Die Verhandlungen hatte sie abgebrochen, nachdem sich Fraport geweigert hatte, die Flugzeugeinweiser in den angestrebten Tarifvertrag zu übernehmen. Sie erhielten bereits jetzt mehr Geld als die Kollegen in München, argumentierte das Unternehmen. Für die Vorfeldlotsen sei man hingegen weiterhin bereit, bis zu 70 Prozent gesteigerte Einkommen zu zahlen. Auch für die Verkehrszentrale seien bis zu 30 Prozent mehr angeboten worden.
Fraport hatte den erneuten Streikaufruf als "völlig überzogen und nicht nachvollziehbar" bezeichnet. "Die GdF-Führung hat sich vergaloppiert und das sollen jetzt wieder die Passagiere, Fluggesellschaften und Beschäftigten ausbaden", sagte ein Sprecher.







"Fraport hatte allerdings mit seinen eigens geschulten Ersatzleuten einen immer größeren Teil des Flugplans bewältigt, zuletzt an die 90 Prozent."
Mein Mitgefühl für die voll ausgebildeten Fluglotsen, die eigentlich in anderen Funktionen auf dem Flughafen arbeiten und zum Streikbrechen als Ersatzleute für die Fluglotsen im Streik arbeiten. Die Ersatzleute dürften vermutlich im Moment ganz schöne Überstunden kloppen.
Ich hoffe die Arbeitsschutzgesetze werden eingehalten und die Lenkzeiten nicht überschritten...
Wer weis, vielleicht schaft es ja Fraport die Leute bis nächste Woche zu 120% der Normalleistung zu animieren. Dann könnten sogar mehr Flieger als bisher starten.
"Die Verhandlungen hatte sie abgebrochen, nachdem sich Fraport geweigert hatte, die Flugzeugeinweiser in den angestrebten Tarifvertrag zu übernehmen."
Existierte das Problem der Flugzeugeinweiser schon länger oder ist es neu aufgetreten? Dazu sagt der Artikel leider nicht viel. Im Schlichterspruch wird von einem Problem bzgl. des Geltungsbereiches geredet und als Geltungsbereich werden die Zentrale Vorfeldkontrolle, die Verkehrszentrale und die Vorfeldaufsicht vorgeschlagen. Fallen die Einweiser unter eine dieser Gruppen?
Bei dem erneuten Blick auf den Schlichterspruch ist mir aufgefallen, dass die Zersplitterung in kleine Teile durchaus nicht einseitig ist. Die Teilnehmer an den Verhandlungen waren u.a. Fraport AG, Fra-Verkehrszentrale GmbH, Fra-Vorfeldkontrolle GmbH und Fra-Vorfeldaufsicht GmbH.
... wenn die Ausbildung so simpel ist, dass der Arbeitgeber im Nu Ersatzleute findet, die 80-90% des Jobs erledigen können.
Schwer einzusehen, warum die Reisenden (wir werden letztlich dafür aufkommen müssen) für solche Tätigkeiten Gehälter von 60.000 - 80.000 Euro zahlen sollen.
"Auf dem Flughafen in Frankfurt am Main sind am heutigen Montag etwa 200 von insgesamt 1.286 Flügen ausgefallen."
"Fraport hatte allerdings mit seinen eigens geschulten Ersatzleuten einen immer größeren Teil des Flugplans bewältigt, zuletzt an die 90 Prozent."
Grade mal nachgerechnet. Macht nach obigen Zahlen mal grade schlappe 84,5%. Wenn man nicht alles selber macht. Jetzt müsste ich nur noch wissen was "etwa 200" real bedeuten.
Die genannten 90% lassen Fehldeutungen zu gunsten Fraports zu...
Was sollen denn die Mitarbeiter der externen Sicherheitsfirmen sagen,
die von der Bundespolizei angeheuert werden ?
Sie tragen eine große Verantwortung für die Sicherheit der Passagiere, haben eine stressige Arbeit und bekommen dafür mal gerade 12,36 € (NRW) !
Und streiken ist nicht so einfach, wenn man für einen externen Dienstleister arbeitet.
Die ganze Kommerzialisierung der Flughäfen ist Schwachsinn !
Flugsicherung, Vorfeldkontrolle + auch vor allem das Sicherheitspersonal müssten Angestellte im öffentlichen Dienst sein, die gewerkschaftlich einheitlich organisiert sind
und denen durch eine Garantenstellung das Streiken erschwert wird.
Dafür sollen sie dann auch faire Löhne bekommen
und sie sollen nicht ständig Angst haben,
dass sie durch eine Neuausschreibung ihre Arbeit verlieren.
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