Flughafen-Streik Bahn fährt Passagiere von Lufthansa und airberlin kostenlos

Wegen des Streiks am Frankfurter Flughafen werden weitere Flüge gestrichen. Kunden können ihren Flug kostenlos umbuchen, stornieren oder gegen Bahnfahrten eintauschen.

Am Flughafen in Frankfurt hat der angekündigte Streik der Vorfeldmitarbeiter begonnen. Das bestätigte der Flughafenbetreiber Fraport. Mit Verspätungen und Flugausfällen ist bis 22 Uhr zu rechnen.

Die Deutsche Bahn bietet gestrandeten Passagieren an, sie zu ihren Zielen in Deutschland weiterzufahren. Wer wegen des Streiks seinen Flug bei Lufthansa und airberlin nicht antreten kann, könne seinen Flugschein gegen einen Bahn-Gutschein für die Strecke eintauschen, teilte das Unternehmen mit. Das Angebot gilt nicht für Gäste anderer Fluggesellschaften. Die Bahn kündigte an, ihre Züge, falls nötig, zu verlängern und Personal aus anderen Abteilungen auf die betroffenen Bahnhöfe zu schicken.

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Lufthansa hat allein für den Donnerstag 100 Flüge von und nach Frankfurt gestrichen. Für Freitag wurden 250 Flüge aus dem Programm genommen, wie eine Sprecherin mitteilte. Es handele sich ausschließlich um Kurz- und Mittelstrecken, während die interkontinentalen Verbindungen aufrecht erhalten blieben. Die Fluggesellschaft bietet ihren Kunden kostenlose Stornierungen sowie Umbuchungen auf andere Flüge oder die Bahn an. Die Passagiere sollten sich persönlich informieren oder auf der Website nachschauen. Dort seien auch jederzeit Umbuchungen möglich.

Fluggastrechte

Die Rechte von Fluggästen bei Verspätungen, Annullierungen und Überbuchungen sind im sogenannten Montrealer Übereinkommen und in der EU-Verordnung (EG) Nr. 261/2004 festgelegt. Beide Texte finden Sie zum Beispiel auf der Website der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (Söp) zum Download.

Betreuung

Bei Wartezeiten am Flughafen wegen verspäteter Flüge haben Reisende ein Anrecht auf Betreuung durch die zuständige Airline.

Ist ein Kurzstreckenflug mindestens zwei Stunden verspätet oder ein Langstreckenflug mindestens vier Stunden, müssen den Fluggästen laut EU-Verordnung "Mahlzeiten und Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit angeboten werden". Außerdem dürfen die Reisenden unentgeltlich zwei Telefongespräche führen oder zwei Faxe oder E-Mails versenden.

Wer wegen eines ausgefallenen Fluges auf eine Übernachtung angewiesen ist, bekommt diese von der Airline gestellt. Die Hotelübernachtung darf jedoch nicht auf eigene Faust gebucht werden. Reisende sollten sich dafür unbedingt mit einem Mitarbeiter der Airline am Flughafen in Verbindung setzen.

Ausgleichszahlungen

Was höhere Gewalt ist, erläutert die Website der Verbraucherzentrale NRW. Schadensersatz wird nur in Ausnahmefällen gezahlt. Es ist nach Meinung der Experten nur in wenigen Fällen sinnvoll, auf Schadensersatz zu klagen. 

Der Streik der Vorfeldlotsen, Verkehrsdisponenten und Flugzeugeinweiser soll von 15 bis 22 Uhr dauern. Auch am Freitag wollen die Mitarbeiter ihre Arbeit niederlegen. Für den Fall, dass es keine Einsicht gebe, solle der Flughafen am Freitag von 8 bis 22 Uhr bestreikt werden, sagte der Sprecher der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF), Matthias Maas. Die Wirkung des für den heute geplanten Streik sei "bisher nicht groß genug". 

ver.di kritisiert Streiks der Vorfeldlotsen

Die Gewerkschaft ver.di kritisierte den Streik am Frankfurter Flughafen. Angeführt von der Gewerkschaft der Flugsicherung versuche eine kleine Minderheit, sich auf Kosten anderer zu bereichern, sagte ver.di-Sekretär Gerold Schaub. Er erinnerte an den Zukunftsvertrag beim Betreiber Fraport, in dem die Beschäftigten Sparmaßnahmen von 24 Millionen Euro akzeptiert hatten. Von denen wolle sich nun eine kleine Gruppe bis zu 8 Millionen holen.

"Der Betriebsfrieden ist nachhaltig gestört", sagte Schaub. Er verlangte vom Fraport-Vorstand, sein bereits überhöhtes Angebot an die GdF zurückzunehmen. Dieses war von der GdF bereits als unzureichend abgelehnt worden.

Das Vorfeldpersonal ist eine kleine, aber entscheidende Berufsgruppe auf den Flughäfen. Es sorgt unter anderem dafür, dass Flugzeuge von ihren Parkpositionen zu den Flugbahnen kommen. Am Frankfurter Flughafen arbeiten rund 200 Beschäftigte in der Vorfeldkontrolle, Vorfeldaufsicht und der Verkehrszentrale. 190 davon sind in der GdF organisiert.

 
Leser-Kommentare
  1. "Die Bahn kündigte an, ihre Züge falls nötig zu verlängern" - wäre schön, wenn die Bahn, an die auf einigen Strecken fahrenden, regelmäßig extrem ausgelasteten Züge (z. B. Berlin - Stralsund) auch ein paar Wagons ranhängen könnte. Ach ne Regioverkehr ist ja nicht so lukrativ...

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    Richtig, Regionalverkehr ist nicht lukrativ. Deswegen wird er ja auch bestellt (i.d.R. vom jeweiligen Bundesland) und von Steuergeldern bezahlt. Zusätzliche Züge (oder auch Wagen) müssen daher auch bestellt und bezahlt werden. Also beschweren Sie sich nicht bei der Bahn sondern beim Besteller.
    Aber ich gebe Ihnen insofern Recht, dass solche Verträge oft (und das ist nun rein subjektiv) viel zu lasch formuliert sind, insbesondere was Fahrzeugreserven, Service und Sauberkeit angeht bzw. vermutlich gar keine Vorgaben diesbezüglich enthalten.

    Natürlich ist der Nahverkehr für die Bahn attraktiv. Aber auch lohnt es, sich vorher zu informieren: Der Nahverkehr wird von den Ländern bestellt, inklusive Anzahl der zu fahrenden Kilometer, Anzahl der Züge/Tag und Anzahl Waggons, Schaffner im Zug etc. In diesen Ausschreibungen/Bestellungen der Länder ist alles haarklein beschrieben. Warum bestellen die beteiligten Länder nicht mehr Züge auf der Strecke Stralsund-Berlin?
    Aber grundsätzlich haben Sie recht, beim Fernverkehr (der allein in Verantwortung der DB ist)schafft es die Bahn auch höchst selten, mal einen Waggon anzuhängen.

    Richtig, Regionalverkehr ist nicht lukrativ. Deswegen wird er ja auch bestellt (i.d.R. vom jeweiligen Bundesland) und von Steuergeldern bezahlt. Zusätzliche Züge (oder auch Wagen) müssen daher auch bestellt und bezahlt werden. Also beschweren Sie sich nicht bei der Bahn sondern beim Besteller.
    Aber ich gebe Ihnen insofern Recht, dass solche Verträge oft (und das ist nun rein subjektiv) viel zu lasch formuliert sind, insbesondere was Fahrzeugreserven, Service und Sauberkeit angeht bzw. vermutlich gar keine Vorgaben diesbezüglich enthalten.

    Natürlich ist der Nahverkehr für die Bahn attraktiv. Aber auch lohnt es, sich vorher zu informieren: Der Nahverkehr wird von den Ländern bestellt, inklusive Anzahl der zu fahrenden Kilometer, Anzahl der Züge/Tag und Anzahl Waggons, Schaffner im Zug etc. In diesen Ausschreibungen/Bestellungen der Länder ist alles haarklein beschrieben. Warum bestellen die beteiligten Länder nicht mehr Züge auf der Strecke Stralsund-Berlin?
    Aber grundsätzlich haben Sie recht, beim Fernverkehr (der allein in Verantwortung der DB ist)schafft es die Bahn auch höchst selten, mal einen Waggon anzuhängen.

  2. "ver.di kritisiert Streiks der Vorfeldlotsen

    Die Gewerkschaft ver.di kritisierte den Streik am Frankfurter Flughafen. Angeführt von der Gewerkschaft der Flugsicherung versuche eine kleine Minderheit, sich auf Kosten anderer zu bereichern, sagte ver.di-Sekretär Gerold Schaub."

    Wie es aussieht lassen sich unabhängige Gewerkschaften einfach nicht deckeln. Erst die GDL, die aus Medien, Politik und unsere linientreue politikhörige Einheitsgewerkschaft herbe Kritk einstecken mußte, die sogar bis ins persönliche hineinreichte. "Verstockt und kompromissunfähig" waren da noch die nettesten Attribute, die dem Gewerkschaftsführer unterstellt wurden.

    Gäbe es in meinem Beruf eine unabhängige Gewerkschaft, dann würde ich dort Mitglied. Das nennt sich Abstimmung mit den Füßen.

    Aber leider bin ich weder Lokführer noch Fluglotse.

    Einer linientreuen Gewerkschaft Geld geben, die gegen meine Interessen handelt? Da verbrenne ich das Geld lieber. Damit erzeuge ich wenigstens Wärme...

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    Gut kommentiert!

    Und daß die Bahn nun als Streikbrecher aktiv wird, kann ich unter dem von Ihnen geäußerten Gedankengang auch nachvollziehen - hat die Bahn doch auch unter einer solchen "eigensinnigen" Gewerkschaft zu leiden (gehabt).

    An der Stelle, wenn es gegen Gewerkschaften geht, sind sich Lufthansa und die D.BAHN trotz Konkurrenzsituation auf einmal ganz nah beieinander und die Vorstände kuscheln artig miteinander.

    Da hilft nur noch, etwas gegen blanke Gleise zu unternehmen!, ... z.B. über einen Soli-Streik der Lokführer?

    Oder ist sowas (Solidaritätsstreik) in Deutschland verboten - würde mich auch nicht wundern. Ist ja schließlich ein stockkonservativer Staat mit schwachen Gewerkschaften und noch schwächerer LINKEN und faulen Bürgern, die sich alles gefallen lassen ;-)

    Gut kommentiert!

    Und daß die Bahn nun als Streikbrecher aktiv wird, kann ich unter dem von Ihnen geäußerten Gedankengang auch nachvollziehen - hat die Bahn doch auch unter einer solchen "eigensinnigen" Gewerkschaft zu leiden (gehabt).

    An der Stelle, wenn es gegen Gewerkschaften geht, sind sich Lufthansa und die D.BAHN trotz Konkurrenzsituation auf einmal ganz nah beieinander und die Vorstände kuscheln artig miteinander.

    Da hilft nur noch, etwas gegen blanke Gleise zu unternehmen!, ... z.B. über einen Soli-Streik der Lokführer?

    Oder ist sowas (Solidaritätsstreik) in Deutschland verboten - würde mich auch nicht wundern. Ist ja schließlich ein stockkonservativer Staat mit schwachen Gewerkschaften und noch schwächerer LINKEN und faulen Bürgern, die sich alles gefallen lassen ;-)

  3. Richtig, Regionalverkehr ist nicht lukrativ. Deswegen wird er ja auch bestellt (i.d.R. vom jeweiligen Bundesland) und von Steuergeldern bezahlt. Zusätzliche Züge (oder auch Wagen) müssen daher auch bestellt und bezahlt werden. Also beschweren Sie sich nicht bei der Bahn sondern beim Besteller.
    Aber ich gebe Ihnen insofern Recht, dass solche Verträge oft (und das ist nun rein subjektiv) viel zu lasch formuliert sind, insbesondere was Fahrzeugreserven, Service und Sauberkeit angeht bzw. vermutlich gar keine Vorgaben diesbezüglich enthalten.

  4. Ja, das sind gute, große Gewerkschaften. Es wird immer billiger geflogen und das auf Kosten der Mitarbeiter. Und wenn dann Arbeitnehmer aus ihrer Kontrolle geraten speien der DGB und insbesondere hier Verdi Gift und Galle. Diese "Gewerkschaften" können dann ihren Dienst am Arbeitgeber nicht leisten, der da heißt Arbeitnehmer einzulullen und zu beherrschen.

  5. Natürlich ist der Nahverkehr für die Bahn attraktiv. Aber auch lohnt es, sich vorher zu informieren: Der Nahverkehr wird von den Ländern bestellt, inklusive Anzahl der zu fahrenden Kilometer, Anzahl der Züge/Tag und Anzahl Waggons, Schaffner im Zug etc. In diesen Ausschreibungen/Bestellungen der Länder ist alles haarklein beschrieben. Warum bestellen die beteiligten Länder nicht mehr Züge auf der Strecke Stralsund-Berlin?
    Aber grundsätzlich haben Sie recht, beim Fernverkehr (der allein in Verantwortung der DB ist)schafft es die Bahn auch höchst selten, mal einen Waggon anzuhängen.

  6. Müsste dieser Artikel nicht als Anzeige, bzw. Werbung gekennzeichnet werden?

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    Und daß die Bahn nun als Streikbrecher aktiv wird, kann ich unter dem von Ihnen geäußerten Gedankengang auch nachvollziehen - hat die Bahn doch auch unter einer solchen "eigensinnigen" Gewerkschaft zu leiden (gehabt).

    An der Stelle, wenn es gegen Gewerkschaften geht, sind sich Lufthansa und die D.BAHN trotz Konkurrenzsituation auf einmal ganz nah beieinander und die Vorstände kuscheln artig miteinander.

    Da hilft nur noch, etwas gegen blanke Gleise zu unternehmen!, ... z.B. über einen Soli-Streik der Lokführer?

    Oder ist sowas (Solidaritätsstreik) in Deutschland verboten - würde mich auch nicht wundern. Ist ja schließlich ein stockkonservativer Staat mit schwachen Gewerkschaften und noch schwächerer LINKEN und faulen Bürgern, die sich alles gefallen lassen ;-)

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    • CM
    • 16.02.2012 um 21:31 Uhr

    Die Frage sei erlaubt.

    Die Bahn, deren Schaffner es sonst auch gerne mal fertigbringen, Kindern, die ihre Fahrkarte für 2,50 Euro verloren haben, nachts auf toten Bahnhöfen hinauszuwerfen, erscheint plötzlich großzügig.

    Also, wie ist das, zahlen die normalen Bahnkunden das oder bezahlen die Fluglinien die Tickets?

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