Flughafen-Streik Lufthansa streicht am Montag 140 Flüge

Reisende müssen sich wegen erneuter Streiks auf Flugausfälle einstellen. Die Vorfeldmitarbeiter in Frankfurt legen bis Donnerstagfrüh die Arbeit nieder.

Flughafenpersonal an einem Flugzeug der Lufthansa

Flughafenpersonal an einem Flugzeug der Lufthansa

Wegen des erneuten Streiks der Gewerkschaft der Flugsicherung in Frankfurt am Main hat die Lufthansa für Montag rund 140 Flüge gestrichen. Betroffen sei der Kurz- und Mittelstreckenverkehr in Deutschland und Europa, teilte das Unternehmen mit. Langstreckenflüge würden dagegen "weitestgehend planmäßig" abgefertigt.

Der Streik beginnt am Sonntag um 21 Uhr und soll bis Donnerstagmorgen um 5 Uhr andauern. 80 Prozent des Flugbetriebs könnten am Montag voraussichtlich wie geplant laufen, sagte ein Sprecher. Am Sonntagabend nahm die Lufthansa wegen des späten Beginns des Streiks der Vorfeldmitarbeiter nur wenige Flüge aus dem Programm.

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Die Lufthansa werde alles tun, um die Auswirkungen des Streiks auf den Flugbetrieb so gering wie möglich zu halten, erklärte das Unternehmen. Fluggäste könnten sich jeweils am Nachmittag des Vortags ihrer Reise im Internet über den Status ihres Fluges informieren. Dort würden gegebenenfalls auch alternative Flüge angeboten. Betroffene Fluggäste können zudem kostenfrei stornieren oder umbuchen.

Hotline für Reisende

Flugreisende können sich nach Angaben von Fraport unter folgender Rufnummer über die Lage am Frankfurter Flughafen informieren: 01805-3724636 (laut Fraport-Website 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz).

Zuvor waren neue Tarifverhandlungen zwischen dem Flughafenbetreiber Fraport und der GdF gescheitert. Beide Seiten machten sich gegenseitig verantwortlich. GdF-Sprecher Maas äußerte sich enttäuscht über das neue Angebot von Fraport. Dieses sei schlechter gewesen als das vor der Schlichtung vorgelegte und habe die etwa hundert Angestellten der sogenannten Vorfeld-Aufsicht gar nicht mehr enthalten.

Fraport erklärte, "ein gutes Angebot" vorgelegt zu haben. Arbeitsdirektor Herbert Mai teilte mit, die Forderungen der GdF nach Gehaltssteigerungen "im zweistelligen Prozentbereich" seien "durch nichts gerechtfertigt und im Hinblick auf die Vergütungen anderer Tätigkeiten an Flughäfen mit vergleichbaren Anforderungen auch nicht zu vertreten". Fraport zufolge will die GdF teils über 70 Prozent mehr Geld. Die Gewerkschaft selbst spricht von Forderungen zwischen drei und 30 Prozent über vier Jahre. Der Bundesvorstand der GdF will sich am Montag zur Sondersitzung treffen. Dabei soll auch beraten werden, ob das Vorgehen möglicherweise härter werden soll.

Bei dem Tarifkonflikt geht es um Gehälter, Arbeitszeiten und Zulagen für 200 Beschäftige in Vorfeldkontrolle, Vorfeldaufsicht und Verkehrszentrale. Das Vorfeldpersonal ist eine kleine Berufsgruppe, die jedoch eine zentrale Rolle am Flughafen einnimmt. Sie weist Flugzeugen ihre Parkpositionen zu oder lotst sie dorthin. Durch jeden Streiktag der Fluglotsen verlieren die Fluggesellschaften Millionen von Euro. Für die Lufthansa etwa ist der größte deutsche Flughafen in Frankfurt das wichtigste Drehkreuz. Lufthansa bezifferte den Umsatzverlust an den bisherigen Streiktagen auf eine hohe zweistellige Millionensumme. Die Airline stellt sich aber demonstrativ an die Seite des Flughafenbetreibers. Der Streik der "Kleinst-Gewerkschaft" sei unverhältnismäßig – Leidtragende seien vor allem die Fluggäste.

 
Leser-Kommentare
  1. Bei dem aktuellen Spritpreis ist natürlich jede Ausrede recht ein paar Flüge zu streichen.

  2. Letztens haben wir Kollegen am Arbeitsplatz über diverse Probleme im Betriebsablauf gesprochen. Wir einigten uns auf folgende Formel:

    Es geht darum Probleme zu lösen und nicht Schuldige zu suchen.

    Dann lese ich das:

    "Lufthansa bezifferte den Umsatzverlust an den bisherigen Streiktagen auf eine hohe zweistellige Millionensumme. Die Airline stellt sich aber demonstrativ an die Seite des Flughafenbetreibers. Der Streik der "Kleinst-Gewerkschaft" sei unverhältnismäßig – Leidtragende seien vor allem die Fluggäste."

    Soviel zur Problemlösungskompetenz der Lufthansa...

    Ach und noch was: Wer ist das eigentlich? "Die Airline" Bitte Namen nennen...

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    Natürlich geht es darum Probleme zu lösen,aber wo bitte genau liegt hier ein Fehlverhalten oder eine schlechte Problemlösungskompetenz von Lufthansa vor?

    Inwiefern seht Lufthansa überhaupt in der Verpflichtung sich für eine Lösung imTarifstreit der GdF einzusetzen?

    Es stimmt doch, dass die Leidtragenden vor allem die Fluggäste sind! Diese verpassen tatsächlich Reisen, die sie aus ganz bestimmten Gründen antreten wollten.

    Schuldzuweisungen sind sicherlich nicht das beste Mittel um einen Konflikt zu lösen, aber es müssen dennoch Grenzen gesetzt werden und Position vertreten werden. Und hier ist doch die Position der Lufthansa sehr gut nachvollziehbar, oder etwa nicht?

    Wenn der Streik als unverhältnismäßig eingeschätzt wird ,sei es von der Lufthansa, von betroffenen Fluggästen, oder jemandem, der das Thema nur über die Medien verfolgt, dann ist es doch berechtigt dies auch zum Ausdruck zu bringen.

    Eine Problemlösung kann auf jeden Fall nicht darin bestehen, maßlosen Erpressungsforderungen nachzugeben, bloß weil die dadurch entstehenden Verluste zu hoch sind.

    Natürlich geht es darum Probleme zu lösen,aber wo bitte genau liegt hier ein Fehlverhalten oder eine schlechte Problemlösungskompetenz von Lufthansa vor?

    Inwiefern seht Lufthansa überhaupt in der Verpflichtung sich für eine Lösung imTarifstreit der GdF einzusetzen?

    Es stimmt doch, dass die Leidtragenden vor allem die Fluggäste sind! Diese verpassen tatsächlich Reisen, die sie aus ganz bestimmten Gründen antreten wollten.

    Schuldzuweisungen sind sicherlich nicht das beste Mittel um einen Konflikt zu lösen, aber es müssen dennoch Grenzen gesetzt werden und Position vertreten werden. Und hier ist doch die Position der Lufthansa sehr gut nachvollziehbar, oder etwa nicht?

    Wenn der Streik als unverhältnismäßig eingeschätzt wird ,sei es von der Lufthansa, von betroffenen Fluggästen, oder jemandem, der das Thema nur über die Medien verfolgt, dann ist es doch berechtigt dies auch zum Ausdruck zu bringen.

    Eine Problemlösung kann auf jeden Fall nicht darin bestehen, maßlosen Erpressungsforderungen nachzugeben, bloß weil die dadurch entstehenden Verluste zu hoch sind.

  3. Natürlich geht es darum Probleme zu lösen,aber wo bitte genau liegt hier ein Fehlverhalten oder eine schlechte Problemlösungskompetenz von Lufthansa vor?

    Inwiefern seht Lufthansa überhaupt in der Verpflichtung sich für eine Lösung imTarifstreit der GdF einzusetzen?

    Es stimmt doch, dass die Leidtragenden vor allem die Fluggäste sind! Diese verpassen tatsächlich Reisen, die sie aus ganz bestimmten Gründen antreten wollten.

    Schuldzuweisungen sind sicherlich nicht das beste Mittel um einen Konflikt zu lösen, aber es müssen dennoch Grenzen gesetzt werden und Position vertreten werden. Und hier ist doch die Position der Lufthansa sehr gut nachvollziehbar, oder etwa nicht?

    Wenn der Streik als unverhältnismäßig eingeschätzt wird ,sei es von der Lufthansa, von betroffenen Fluggästen, oder jemandem, der das Thema nur über die Medien verfolgt, dann ist es doch berechtigt dies auch zum Ausdruck zu bringen.

    Eine Problemlösung kann auf jeden Fall nicht darin bestehen, maßlosen Erpressungsforderungen nachzugeben, bloß weil die dadurch entstehenden Verluste zu hoch sind.

    Antwort auf "Die Airline"
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    Der Vorstand der Lufthansa steht öffentlich dem Vorstand der Fraport bei. Welch Überraschung!? Arbeitgeber untereinander sind sich einig!?

    Anstatt aktiv das Problem des Streikes anzugehen werden öffentlich durch Polarisation der Bevölkerung die Gräben noch tiefer gezogen. Eigentlich sollte der Vorstand der Lufthansa eher daran interessiert sein seine Verluste zu minimieren als kostenintensiv öffentlich Politik zu spielen...

    Die Lufthansa ist ein Transportunternehmen, das Geld damit verdient, dass es Personen transportiert. Sie macht pro transportierter Person einen Gewinn. Die Passagiere sind nur Mittel zum Zweck. Sich öffentlich sich um das Wohl der Passagieren zu sorgen ist aus rationaler Sicht reines Meinungsmanagement und somit pure Heuchelei.

    Es ist simpelster Appell an das Mitgefühl. Passagiere werden zu menschlichen Schutzschilden in dieser Auseinandersetzung.

    Noch was: Was ist Mitgefühl aus kaufmännischer Sicht wert? Wie ist die Umrechnungseinheit?

    Was denn jetzt lieber Vorstand der Lufthansa? Schuldige suchen oder Problem lösen?

    Der Vorstand der Lufthansa steht öffentlich dem Vorstand der Fraport bei. Welch Überraschung!? Arbeitgeber untereinander sind sich einig!?

    Anstatt aktiv das Problem des Streikes anzugehen werden öffentlich durch Polarisation der Bevölkerung die Gräben noch tiefer gezogen. Eigentlich sollte der Vorstand der Lufthansa eher daran interessiert sein seine Verluste zu minimieren als kostenintensiv öffentlich Politik zu spielen...

    Die Lufthansa ist ein Transportunternehmen, das Geld damit verdient, dass es Personen transportiert. Sie macht pro transportierter Person einen Gewinn. Die Passagiere sind nur Mittel zum Zweck. Sich öffentlich sich um das Wohl der Passagieren zu sorgen ist aus rationaler Sicht reines Meinungsmanagement und somit pure Heuchelei.

    Es ist simpelster Appell an das Mitgefühl. Passagiere werden zu menschlichen Schutzschilden in dieser Auseinandersetzung.

    Noch was: Was ist Mitgefühl aus kaufmännischer Sicht wert? Wie ist die Umrechnungseinheit?

    Was denn jetzt lieber Vorstand der Lufthansa? Schuldige suchen oder Problem lösen?

  4. [...]

    Ach übrigens: Heute streiken auch die Busfahrer in Frankfurt und Umgebung.
    http://www.fnp.de/fnp/reg...

    Gekürzt. Bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

  5. Ein differnezierter Kommentar in der fnp:

    "Die Wahrheit bleibt in zahlreichen Tarifkonflikten als erstes auf der Strecke. Das trifft besonders auf Tarifstreitigkeiten zu, in denen eine junge kleine, aber schlagkräftige Gewerkschaft erstmals auf einen großen Konzern trifft..."
    http://www.fnp.de/fnp/nac...

  6. Wie weit die Forderungen der Vorfeldarbeiter sich von der Realität entfernt haben, zeigt der Streik der Frankfurter Busfahrer (s. Link in #4 von eisatnaf): die bekommen offenbar 10 Euro die Stunde und haben ebenfalls eine große Verantwortung. Hochgerechnet dürfte da im Jahr nicht viel mehr als 20.000 Euro zusammenkommen. Sie fordern 10% mehr. Vorfeldarbeiter haben 40.000 und wollen 60.000. Mir ist immer noch nicht klar, wodurch das gerechtfertigt ist.

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    Weshalb es bei denen nur zu ein paar wenigen eigenen Bemühungen kommt, ist mir unklar. Offensichtlich sind sie überwiegend zufrieden.
    Bei der GDL soll es allerdings bereits Strukturen im Bus- und Straßenbahnverkehr geben, in denen sich Unzufriedenheit mit der bisherigen Vertretung widerspiegelt.
    Das tödlichste Potential haben aber LKW-Fahrer. Aber auch die lieben ihre Freiheit mit unendlich viel Zeit auf der Piste bei bescheidenem Entgelt.

    Weshalb es bei denen nur zu ein paar wenigen eigenen Bemühungen kommt, ist mir unklar. Offensichtlich sind sie überwiegend zufrieden.
    Bei der GDL soll es allerdings bereits Strukturen im Bus- und Straßenbahnverkehr geben, in denen sich Unzufriedenheit mit der bisherigen Vertretung widerspiegelt.
    Das tödlichste Potential haben aber LKW-Fahrer. Aber auch die lieben ihre Freiheit mit unendlich viel Zeit auf der Piste bei bescheidenem Entgelt.

  7. Der Vorstand der Lufthansa steht öffentlich dem Vorstand der Fraport bei. Welch Überraschung!? Arbeitgeber untereinander sind sich einig!?

    Anstatt aktiv das Problem des Streikes anzugehen werden öffentlich durch Polarisation der Bevölkerung die Gräben noch tiefer gezogen. Eigentlich sollte der Vorstand der Lufthansa eher daran interessiert sein seine Verluste zu minimieren als kostenintensiv öffentlich Politik zu spielen...

    Die Lufthansa ist ein Transportunternehmen, das Geld damit verdient, dass es Personen transportiert. Sie macht pro transportierter Person einen Gewinn. Die Passagiere sind nur Mittel zum Zweck. Sich öffentlich sich um das Wohl der Passagieren zu sorgen ist aus rationaler Sicht reines Meinungsmanagement und somit pure Heuchelei.

    Es ist simpelster Appell an das Mitgefühl. Passagiere werden zu menschlichen Schutzschilden in dieser Auseinandersetzung.

    Noch was: Was ist Mitgefühl aus kaufmännischer Sicht wert? Wie ist die Umrechnungseinheit?

    Was denn jetzt lieber Vorstand der Lufthansa? Schuldige suchen oder Problem lösen?

    Eine Leser-Empfehlung
  8. Weshalb es bei denen nur zu ein paar wenigen eigenen Bemühungen kommt, ist mir unklar. Offensichtlich sind sie überwiegend zufrieden.
    Bei der GDL soll es allerdings bereits Strukturen im Bus- und Straßenbahnverkehr geben, in denen sich Unzufriedenheit mit der bisherigen Vertretung widerspiegelt.
    Das tödlichste Potential haben aber LKW-Fahrer. Aber auch die lieben ihre Freiheit mit unendlich viel Zeit auf der Piste bei bescheidenem Entgelt.

    Antwort auf "Arme Busfahrer"

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