Leserartikel

KaribikCosta Rica ist keine Insel

Korruption, steigende Lebenshaltungskosten und zunehmende Kriminalität: In Costa Rica leben trotzdem die glücklichsten Menschen der Welt, schreibt Leserin Gabriele Teufel.

Die meisten Besucher Costa Ricas wissen, dass das Land keine Insel ist. Darum war ich erstaunt, als mir einst ein Oberstudienrat sagte, ich würde auf einem Eiland leben. Costa Rica heißt zwar übersetzt "Reiche Küste", ist aber nicht komplett von Wasser umgeben.

Als ich von einer Deutschlandreise in meine Wahlheimat zurückkehrte, wünschte sogar die Stewardess uns Passagieren einen "schönen Aufenthalt auf der Urlaubsinsel". Und auch in der deutschen Presse führt das kleine Land zwischen Nicaragua und Panama häufig ein Insel-Dasein. Offensichtlich wird es mit der Antilleninsel Puerto Rico verwechselt.

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Aufgrund seiner Lage zwischen acht und elf Grad nördlicher Breite befindet sich Costa Rica in den Tropen. Der Staat liegt in Mittelamerika, auf der Landbrücke zwischen den beiden großen Kontinenten Nord- und Südamerika. Es ist ein Land, so schmal wie die Taille einer schönen Frau, lautet ein indianisches Sprichwort.

Ein Autofahrer kann auf dem 51.100 Quadratkilometer kleinen Costa Rica an einem Tag von Küste zu Küste gelangen. Doch warum so eilig? Es gibt so viel zu sehen und zu erleben: Im Osten liegt der Atlantik, im Westen der Pazifik. Diese beiden Meere prägen die Landschaft ebenso wie die mehr als 3.000 Meter hohe Gebirgskette, welche Costa Rica von Nordwesten nach Südosten durchzieht.

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Damit gehört die Präsidialrepublik zu den abwechslungsreichsten Ländern des Isthmus. Sie hat mehr als ein Viertel ihres Territoriums unter Naturschutz gestellt. Auf einer Fläche, die nur wenig größer ist als das Bundesland Niedersachsen, beherbergt Costa Rica fünf Prozent aller bekannten Tier-und Pflanzenarten dieses Planeten.

Mehr noch als von der Schönheit der Natur, fühlen sich Besucher von der sympathischen Wesensart der 4,3 Millionen Costa-Ricaner angezogen. Nach einer Studie der Erasmus-Universität von Rotterdam aus dem Jahr 2011 gehören sie zu den glücklichsten Menschen der Welt – trotz Korruption, steigenden Lebenshaltungskosten, Verschuldung, Verkehrsinfarkt und zunehmender Kriminalität.

Die Ticos, wie sich die Einheimischen selbst nennen, sind friedliebend, freundlich und hilfsbereit. Ihre positive Lebenseinstellung lässt sich am besten in der spanischen Landessprache ausdrücken: Die Grußformel Pura Vida ist buchstäblich eine Vokabel "voller Leben". Das Heute interessiert hier mehr als das Morgen. Hier hat man noch Zeit, vor allem auf dem Lande. Und sei es für ein Schwätzchen mitten auf der Straße, quer über die Fahrbahn, oder von Autofenster zu Autofenster.

 
Leserkommentare
  1. Aber die fahren da sicherlich keine Mercedesse und BMWs.
    Daher würde es den meisten Deutschen da wohl eher weniger gefallen :P

  2. Ich war auch schon dort, und kann es jedem, der Tiere in freier Wildbahn und intakte Natur liebt nur empfehlen....

  3. auch wenn das Geschriebene absolut der Wahrheit entspricht!
    Costa Rica ist ein Land der Gegensätze - die Touristenhochburg am Strand Jacó, die unberührte Natur in den vielen Nationalparks.
    Costa Rica besteht leider nicht nur aus Urlaubsträumen und Erlebniswelten (obwohl es einen Besuch für Touristen allemal wert ist!!), wie der Artikel vermuten lässt. Die Kriminalität ist hoch und wird offen ausgelebt (in San Pedro, der "Studentenstadt", werden die Studis auf offenere Straße bedroht und ausgeraubt), die beliebten Strände vor allem am Pazifik werden teilweise schon als "Little Miami" bezeichnet, da der amerikanische Einfluss nicht zu übersehen ist.
    Die Armut dagegen zeichnet sich bereits auf der Straße ab, auf der Verkäufer Ceviche, Blumen, Zeitschriften oder Auto-Putzdienste anpreisen, auf dem Land stehen einfache Blechhütten, mit deren "Luxus" (Achtung, Ironie, das Gegenteil ist gemeint) Europäer absolut überfordert wären.

    Der Verkehr ist vor allem in San José der absolute Wahnsinn. Anderseits sind viele Bereiche des Landes noch gar nicht wirklich erschlossen und nur mit Geländewagen zu erreichen, zu Regenzeiten teils gar nicht.

    Trotz der Armut sind die Lebenskosten und Mieten sehr hoch, das Land zieht viele Investoren an. Gleichzeitig gehen viele bankrott und die Straßen ziert so manche Bauruine.

    Und trotzdem ist CR ein wahnsinnig schönes Land, wenn man die deutsche Ungeduld ablegt und sich treiben lässt.

    Ich hoffe nach dem Studium wieder hinziehen zu können!

    Eine Leserempfehlung
    • virom
    • 14.02.2012 um 17:55 Uhr

    Costa Rica ist definitiv eines der schönsten Länder dieser Welt.

    Im Gegensatz zu vielen anderen südamerikanischen Ländern ist Costa Rica in vielen Belangen ein Paradies.
    Wer bspw. in Ecuador gelebt hat kann dies bestätigen. Deswegen finde ich den Artikel nicht ganz so einseitig wie lananamia.
    Klar gibt es Kriminalität in Costa Rica, aber wird man dort erschossen? Es gibt etwa Gegenden in Guayaquil (wichtige Industriestadt in Ecuador) Ecken in die sich selbst die Einwohner teilweise nicht mehr hereintrauen.
    Und die Armut ist in Ecuador auch noch viel deutlicher sichtbar als in Costa Rica. Vllt. ist Ecuador ja auch das falsche Beispiel weil es als gescheiterter Staat geführt wird...

    Die Ausrichtung nach den großen "Nachbar" aus dem Norden ist mir aber damals (2005) auch aufgefallen und dies ist in vielen Südamerikanischen Ländern mittlerweile ähnlich...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    es gibt natürlich eine Menge Länder in Lateinamerika, die von wesentlich stärkerer Armut, Kriminalität, Korruption, Umweltverschmutzung etc betroffen sind. In Honduras werden in manchen Städten teilweise Strecken von 200 Metern nicht zu Fuß zurückgelegt, weil es zu gefährlich ist.

    Insofern stimme ich zu, Costa Rica ist - verglichen mit einigen Ländern - ein Paradies. Dennoch denke ich, dass das Verhältnis gewahrt werden sollte. Ecuador, Honduras usw. können nur bedingt mit CR verglichen werden und der Artikel befasst sich ja auch nur mit CR. Da fänd ich es persönlich - für den Laien, der sich nicht auskennt - schöner, wenn nicht nur das Positive beschrieben würde.

    mit solchen Ländervergleichen. Man kann überall erschossen werden. Man muss sich halt auskennen, wo man zu bestimmten Zeiten langgehen darf. Selbst in Deutschland sollte man als unbedarfter Ausländer nicht überall auf absolute Sicherheit verlassen.

    es gibt natürlich eine Menge Länder in Lateinamerika, die von wesentlich stärkerer Armut, Kriminalität, Korruption, Umweltverschmutzung etc betroffen sind. In Honduras werden in manchen Städten teilweise Strecken von 200 Metern nicht zu Fuß zurückgelegt, weil es zu gefährlich ist.

    Insofern stimme ich zu, Costa Rica ist - verglichen mit einigen Ländern - ein Paradies. Dennoch denke ich, dass das Verhältnis gewahrt werden sollte. Ecuador, Honduras usw. können nur bedingt mit CR verglichen werden und der Artikel befasst sich ja auch nur mit CR. Da fänd ich es persönlich - für den Laien, der sich nicht auskennt - schöner, wenn nicht nur das Positive beschrieben würde.

    mit solchen Ländervergleichen. Man kann überall erschossen werden. Man muss sich halt auskennen, wo man zu bestimmten Zeiten langgehen darf. Selbst in Deutschland sollte man als unbedarfter Ausländer nicht überall auf absolute Sicherheit verlassen.

  4. 5. stimmt

    es gibt natürlich eine Menge Länder in Lateinamerika, die von wesentlich stärkerer Armut, Kriminalität, Korruption, Umweltverschmutzung etc betroffen sind. In Honduras werden in manchen Städten teilweise Strecken von 200 Metern nicht zu Fuß zurückgelegt, weil es zu gefährlich ist.

    Insofern stimme ich zu, Costa Rica ist - verglichen mit einigen Ländern - ein Paradies. Dennoch denke ich, dass das Verhältnis gewahrt werden sollte. Ecuador, Honduras usw. können nur bedingt mit CR verglichen werden und der Artikel befasst sich ja auch nur mit CR. Da fänd ich es persönlich - für den Laien, der sich nicht auskennt - schöner, wenn nicht nur das Positive beschrieben würde.

    Antwort auf "Ein schönes Land"
  5. mit solchen Ländervergleichen. Man kann überall erschossen werden. Man muss sich halt auskennen, wo man zu bestimmten Zeiten langgehen darf. Selbst in Deutschland sollte man als unbedarfter Ausländer nicht überall auf absolute Sicherheit verlassen.

    Antwort auf "Ein schönes Land"
  6. Ich war auch da und mir gefiel es extrem gut!!!!

  7. ein schoenes Land. Leider wird Korruption und Impunitaet von vielen Mafias, besonders asiatischen fuer ihre Geschaefte ausgenutzt. Wie ich hoerte , schleusen asiatische Mafias unbehelligt und illegal Flugzeugladungen von Chinesen ins Land, die von Paris nach Bogota fliegen und dann im Bus ueber Panama nach Costa Rica gelangen. Mir ist neulich die Menge der Chinesen in San Josè besonders aufgefallen.

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