ArbeitskampfGewerkschaft bestreikt Frankfurter Flughafen bis Freitag

Eigentlich sollte der Ausstand am Mittwoch vorbei sein, doch eine Einigung der Tarifparteien ist nicht absehbar. Die Flugsicherungsgewerkschaft streikt nun bis Freitag. von afp und dpa

Flugzeuge am Frankfurter Flughafen

Flugzeuge am Frankfurter Flughafen  |  © Daniel Roland/AFP/Getty Images

Der Arbeitskampf am Frankfurter Flughafen geht weiter: In der Nacht zum Dienstag verlängerte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) ihren Streik erneut. Bis Freitagabend um 23 Uhr soll der Ausstand der rund 200 Vorfeldmitarbeiter nun dauern.

Der Flughafen-Betreiber Fraport und der Hauptkunde Lufthansa erwarten aber weniger Ausfälle als in der vergangenen Woche. Um die Auswirkungen des Arbeitskampfes der Vorfeldlotsen, Einweiser und Disponenten abzufedern, hat Fraport Mitarbeiter geschult, die deren Aufgaben übernehmen.

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Der Tarifkonflikt zwischen der GdF und Fraport ist festgefahren. "Natürlich wollen wir den Druck erhöhen", sagte GdF-Sprecher Matthias Maas. Der Flughafen-Betreiber Fraport solle an den Verhandlungstisch zurückkehren. Maas kritisierte zugleich, dass andere Flughafenmitarbeiter die Aufgaben der Streikenden übernehmen. Eine zu kurze Einarbeitungszeit sei "fahrlässig und gefährlich". Er habe Zweifel, dass die Mitarbeiter alle berechtigten Lizenzen hätten.

Die Streiks des Vorfeldpersonals am größten deutschen Flughafen hatten in der vergangenen Woche begonnen und wurden in dieser Woche wieder aufgenommen. In der Nacht zum Montag hatte die GdF einen 24-Stunden-Streik bereits auf 48 Stunden ausgedehnt – ursprünglich sollte nur bis zum Dienstagmorgen die Arbeit niedergelegt werden.

Fluggastrechte

Die Rechte von Fluggästen bei Verspätungen, Annullierungen und Überbuchungen sind im sogenannten Montrealer Übereinkommen und in der EU-Verordnung (EG) Nr. 261/2004 festgelegt. Beide Texte finden Sie zum Beispiel auf der Website der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (Söp) zum Download.

Betreuung

Bei Wartezeiten am Flughafen wegen verspäteter Flüge haben Reisende ein Anrecht auf Betreuung durch die zuständige Airline.

Ist ein Kurzstreckenflug mindestens zwei Stunden verspätet oder ein Langstreckenflug mindestens vier Stunden, müssen den Fluggästen laut EU-Verordnung "Mahlzeiten und Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit angeboten werden". Außerdem dürfen die Reisenden unentgeltlich zwei Telefongespräche führen oder zwei Faxe oder E-Mails versenden.

Wer wegen eines ausgefallenen Fluges auf eine Übernachtung angewiesen ist, bekommt diese von der Airline gestellt. Die Hotelübernachtung darf jedoch nicht auf eigene Faust gebucht werden. Reisende sollten sich dafür unbedingt mit einem Mitarbeiter der Airline am Flughafen in Verbindung setzen.

Ausgleichszahlungen

Was höhere Gewalt ist, erläutert die Website der Verbraucherzentrale NRW. Schadensersatz wird nur in Ausnahmefällen gezahlt. Es ist nach Meinung der Experten nur in wenigen Fällen sinnvoll, auf Schadensersatz zu klagen. 

 Am Montag waren während der 18 Stunden Betriebszeit 240 von 1.271 geplanten Flügen ausgefallen , wie eine Fraport-Sprecherin sagte. Das waren aber rund 60 weniger als am Freitag vergangener Woche. Auch habe es "keine erhöhten Wartezeiten" gegeben. Dem Betreiber kam entgegen, dass am Rosenmontag weniger Passagiere unterwegs waren als üblich.

Leserkommentare
    • iSinn
    • 21. Februar 2012 8:28 Uhr

    Die Frankfurter wollen nur das, was die Münchner Kollegen sich schon ausgehandelt haben. Und das ist nur gerecht.

    via ZEIT ONLINE plus App

    2 Leserempfehlungen
    • nosy_
    • 21. Februar 2012 8:42 Uhr

    ...zu den Gehältern, die die echten Vorfeldarbeiter erhalten. Deren Verantwortung ist ungleich höher und deren Arbeit ist ungleich unangenehmer. Sind sie es doch, die bei Tag und Nacht, Wind und Wetter, Regen und Schnee dafür sorgen, dass Gepäck, Fracht, Post und letztendlich auch die Passagiere pünktlich bzw. zeitnah an ihr Ziel gelangen. Sie sind diejenigen, die unter teilweise widrigen Umständen tonnenschwere Lasten bewegen. Sie sind diejenigen, die ...zig internationale Regularien der Flugzeugabfertigung im Kopf haben müssen. Man könnte die Liste unendlich fortführen...
    Was macht aber der hier angesprochene „Vorfeldarbeiter“ (Follow me)?
    Auch er ist Tag und Nacht bei Wind und Wetter draußen. Aber er sitzt dabei in einem wohltemperierten schwarz/gelb karierten Fahrzeug und hört zwischen den Bewegungen auch Musik. Seine Aufgabe, Flugzeuge zu und von den Positionen zu bringen vollzieht er im Fahrzeug sitzend. Dabei ist es eigentlich egal, ob er einen A380 oder eine B737 leitet. Ab und zu steigt er aus, schwingt seine Kellen und winkt eine Maschine zu ihrem Haltepunkt. Dann ist er wieder im Auto verschwunden. Die wenigen Nebenaufgaben wie z.B. Kontrollfahrten macht man nebenbei mit. Man stelle sich vor, dass diese „Arbeiter“ jetzt schon fast das Doppelte von denen verdienen, die Tag und Nacht an der Maschine ihren Buckel krumm machen. Das ist eine Frechheit.

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    • Ullli
    • 21. Februar 2012 9:13 Uhr

    sonst macht das schlechte Beispiel Schule, dass 200 Angestellte Schäden in Millionenhöhe veursachen und dass ein Prozent der Belegschaft den Betriebsfrieden empfindlich stört.
    Die Richter am Bundesarbeitsgericht in Erfurt und der ehemalige Hamburger Bürgermeister Ole von Beust sind Dilettanten. Die haben diese Misere am Frankfurter Flughafen durch krasse Fehlentscheidungen verursacht. Jetzt ist die Bundesregierung gefordert schnell zu handeln, damit die deutsche Wirtschaft keinen unnötigen Schaden nimmt.

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    • serins
    • 21. Februar 2012 9:37 Uhr

    der FDP, die gedacht hatte, dass wenn man die Gewerkschaften in Kleinere aufspaltet (teile und herrsche) man leichteres Spiel hätte. Daher sträubt man sich dort auch noch gegen ein Betrieb eine Gewerkschaft. In ihrem beschränkten Denken (das Angebot und Nachfrage also den s.g. Markt) haben sie nicht erkannt, dass man die Gewerkschaftsbosse von Verdi, DGB etc. einfacher kaufen kann, als die Spartengewerkschaften, die eigentlich nur das tun für sie da sind, nämlich für die Rechte der AN zu kämpfen und nicht Agenden ala 2010 und die Zeitarbeitsverordnungen des Herrn Clement (jetzt Chef des größten Dienstleisters) durchzuwinken.

    Und die Forderungen sind auch nicht überhöht, den die massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten der letzten Jahre rechtfertig solche Lohnzuwächse,
    Anders ist es z.B. nicht zu erklären, dass ich in Canada das 2.5 fache eines Ings. meiner Branche verdiene, mit unbefristetem Arbeitsvertrag und gleichhohen Abzügen und Lebenshaltungskosten.
    Und das bezahlt mein AG auch nicht nur, weil ich ein so netter Mensch bin.

    Die geforderten Lohnsteigerungen sind im ÖD übrigens die Norm, dort haben sich die Gehälter innerhalb von 10 Jahr um mehr als 60 Prozent erhöht. Darüber jault natürlich auch keiner, obwohl dies zu 100 Prozent vom dt. Steuerzahler bezhalt werden muss.

  1. Eines sind streikende Arbeiter, die den Lohn ihrer Arbeit zu einer würdevollen Lebensführung benötigen und ganz was anders sind gruppenartig organisierte Erpresser, die zu Lasten Dritter, sich Einkommen erstreiken wollen, die das Gehaltsgefüge in ihrem Betrieb auf den Kopf stellen.( dies auch noch zu Lasten ihrer Kollegen). Und der Verbraucher versteht es nun mal nicht, warum ein Flugzeugparker mehr als ein Hochschullehrer verdienen soll.

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    • serins
    • 21. Februar 2012 9:44 Uhr

    in D ein Lehrdeputat von max 16 h die Woche hat, die oftmals noch reduziert werden, für irgenwelche Komiteearbeit. Viele kommen nicht mal auf 8 h die Woche und die Forshcung die sie betreiben ist ihr Hobby, so aht es ein Prorektor in D auch mal ausgedrückt, eine Professur ist das bestbezahlteste Hobby der Welt. Daher betreibt ein Großtteil auch noch private Büros nebenbei und hat eine gesicherte Altervorsorge. Ist ein wirklich schlechtestes Beispiel.
    Dann bringen sie lieber das Beispiel der Frisöse, die im Osten ihres Landes mit teilweise unter 500 Euro nach Hause gehen, was in der Endkonsequenz jedoch auch ein Ergebnisn der s.g. Lohnzurückhaltung der Großgewerkschaften ist, die denn Dt. in ein paar Jahren aufgrund der dadurch aufkommenden Altersarmut böse auf die Füße fallen wird.

    • serins
    • 21. Februar 2012 9:37 Uhr

    der FDP, die gedacht hatte, dass wenn man die Gewerkschaften in Kleinere aufspaltet (teile und herrsche) man leichteres Spiel hätte. Daher sträubt man sich dort auch noch gegen ein Betrieb eine Gewerkschaft. In ihrem beschränkten Denken (das Angebot und Nachfrage also den s.g. Markt) haben sie nicht erkannt, dass man die Gewerkschaftsbosse von Verdi, DGB etc. einfacher kaufen kann, als die Spartengewerkschaften, die eigentlich nur das tun für sie da sind, nämlich für die Rechte der AN zu kämpfen und nicht Agenden ala 2010 und die Zeitarbeitsverordnungen des Herrn Clement (jetzt Chef des größten Dienstleisters) durchzuwinken.

    Und die Forderungen sind auch nicht überhöht, den die massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten der letzten Jahre rechtfertig solche Lohnzuwächse,
    Anders ist es z.B. nicht zu erklären, dass ich in Canada das 2.5 fache eines Ings. meiner Branche verdiene, mit unbefristetem Arbeitsvertrag und gleichhohen Abzügen und Lebenshaltungskosten.
    Und das bezahlt mein AG auch nicht nur, weil ich ein so netter Mensch bin.

    Die geforderten Lohnsteigerungen sind im ÖD übrigens die Norm, dort haben sich die Gehälter innerhalb von 10 Jahr um mehr als 60 Prozent erhöht. Darüber jault natürlich auch keiner, obwohl dies zu 100 Prozent vom dt. Steuerzahler bezhalt werden muss.

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    • serins
    • 21. Februar 2012 9:44 Uhr

    in D ein Lehrdeputat von max 16 h die Woche hat, die oftmals noch reduziert werden, für irgenwelche Komiteearbeit. Viele kommen nicht mal auf 8 h die Woche und die Forshcung die sie betreiben ist ihr Hobby, so aht es ein Prorektor in D auch mal ausgedrückt, eine Professur ist das bestbezahlteste Hobby der Welt. Daher betreibt ein Großtteil auch noch private Büros nebenbei und hat eine gesicherte Altervorsorge. Ist ein wirklich schlechtestes Beispiel.
    Dann bringen sie lieber das Beispiel der Frisöse, die im Osten ihres Landes mit teilweise unter 500 Euro nach Hause gehen, was in der Endkonsequenz jedoch auch ein Ergebnisn der s.g. Lohnzurückhaltung der Großgewerkschaften ist, die denn Dt. in ein paar Jahren aufgrund der dadurch aufkommenden Altersarmut böse auf die Füße fallen wird.

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    Antwort auf "Rektorengehälter"
  2. Wieder mal ein Beispiel dafür, wie Egoismus und Gier einer kleinen Spezialistentruppe die Allgemeinheit erpresst. Diese sogenannten "Vorfeldlotsen" verdienen jetzt schon fürstlich.
    Ein Senior-Vorfeldlotse kommt auf ein Jahresgehalt von 86.700 Euro. Wenn hier angeführt wird, die wären bei "Wind und Wetter draußen" so ist das wohl ein Witz. Das ist auch ein Polizist, ein Briefträger und ein Zeitungszusteller und viele andere Berufe.

    Diese Gehaltssteigerungen von 50-70% sind so was von daneben, dass selbst der eigene Betriebsrat und Verdi sich GEGEN diese Forderungen ausspricht.

    Das haben wir gerne:
    Erst nehmen diese Lotsen gerne die Annehmlichkeiten und Gehaltssteigerungen mit, die Verdi und der Betriebsrat in der Vergangenheit für sie ausgehandelt haben und nun fallen sie der eigenen Gewerkschaft und den restlichen Mitarbeitern des Flughafens in den Rücken, weil Gier und Egoismus alles andere unwichtig machen.
    Ein Stück aus dem Tollhaus!

    Vielleicht geht der Schuss aber auch nach hinten los:
    Vielleicht wird die Bundesregierung dieses Beispiel zum Anlass nehmen, die Gesetze zu ändern, damit diesem unverantwortlichen Treiben ein Ende gesetzt wird.

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  3. Ich habe das Berufsbild des Hochschullehrers stellvertretend für eine lange Ausbildungszeit gewählt. Die setzt Abitur ( Entlohnung null, Kosten: mittlerer fünfstelliger Bereich, Hochschulabschluß: Entlohnung: Null, Kosten: bis hin zum Sechsstelligem, universitäre Laufbahn ( anfänglich als wissenschaftlicher Hilfsmititarbeiter-7,50 Euro pro Stunde ) und so entgleitet das Hauptthema, weil Äpfel mit Birnen verglichen werden und zwar :
    Ist es gerechtfertigt , das eine Gruppe innerhalb eines Betriebs, versucht etwas durchzupressen, was unsinnig weil wirtschaftlich nicht tragbar, ohne Rücksicht auf Verbraucher, ohne Rücksicht auf Kollegen. Da hier der Verbraucher miteinbezogen wird-es ist ja nicht so, dass das Arbeitsobjekt Flugzeug darunter leidet wenn es nicht fliegt, sei die Legislative
    gefragt dies zu unterbinden, gerne schnellstens im Sinne v " Schaden vom Volk abzuwenden"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Gewerkschaft | Lufthansa | Arbeitskampf | Fraport | Arbeitszeit | Flugverkehr
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