Tarifstreit: Neuer Streik am Flughafen Frankfurt angekündigt
Die Vorfeldbeschäftigten machen ihre Drohung wahr: Sie wollen am Montag erneut ihre Arbeit niederlegen. Arbeitgeberpräsident Hundt wirft den Angestellten Erpressung vor.
© Ralph Orlowski/Getty Images

Fahrzeug der Vorfeld-Aufsicht am Flughafen Frankfurt
Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will den Streik des Vorfeldpersonals auf dem Frankfurter Flughafen am Montag fortsetzen. Sie hat ihre Mitglieder aufgefordert, ab 5.00 Uhr früh die Arbeit niederzulegen – für 24 Stunden. Tarifvorstand Markus Siebers sagte, der Flughafen-Betreiber Fraport habe sich "nicht bewegt". Dadurch seien die rund 200 Beschäftigten auf dem Vorfeld zu diesem Schritt gezwungen.
"Es gibt nicht einmal den Versuch einer Kontaktaufnahme", sagte Siebers. Dagegen steht die Aussage eines Fraport-Sprechers. Dieser sagte: "Wir sind jederzeit gesprächsbereit und fordern die GdF auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren."
Passagiere müssen nun Anfang der Woche erneut mit Flugausfällen und Störungen rechnen. Zum möglichen Umfang der Behinderungen konnte Fraport zunächst noch keine Angaben machen. "Wir haben uns aber auf einen weiteren Streik eingestellt", sagte der Sprecher. Es sei weiteres Personal geschult worden, um die streikenden Vorfeldleute ersetzen zu können.
Bereits am Donnerstag und Freitag war es am größten deutschen Flughafen durch Streiks der Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Disponenten zu erheblichen Behinderungen gekommen. Allein am Freitag waren 301 Flüge ausgefallen. Am Wochenende hatte die Gewerkschaft eine Streikpause eingelegt und die Situation entspannte sich.
Arbeitgeberpräsident spricht von Erpressung
Auslöser für die Streitigkeiten ist die Forderung der Gewerkschaft nach einem eigenen Tarifwerk mit hohen Gehaltssteigerungen für die rund 200 Vorfeldbeschäftigten. Diese will der Flughafenbetreiber nicht akzeptieren. Fraport hält die Lohnerhöhungen für überzogen. Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt kritisierte die Haltung der Beschäftigten scharf.
"Die Vorfeldlotsen missbrauchen die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom Sommer 2010, mit der das Gericht den Grundsatz der Tarifeinheit aufgegeben hat", sagte Hundt. Er wirft der relativ kleinen Berufsgruppe Erpressung vor, um "egoistisch Lohnerhöhungen von sage und schreibe 50 bis 70 Prozent" zu erreichen. Damit würde die Friedenswirkung des Tarifvertragssystems untergraben.
Die GdF begründet ihre Forderungen mit der Eröffnung der vierten Landebahn. Die Arbeit der Vorfeld-Kontrolleure sei dadurch wesentlich anspruchsvoller geworden. Die Lohnentwicklung habe damit aber nicht Schritt gehalten, argumentieren die Arbeitnehmervertreter.
Der frühere Erste Hamburger Bürgermeister Ole von Beust war als Schlichter herangezogen worden. Sein Versuch eines Kompromissvorschlags brachte allerdings keinen Durchbruch. Die Gewerkschafter hatten den Schlichterspruch zwar angenommen, Fraport hatte sich jedoch dagegen gesperrt.






Das passt wunderbar zu Montagsdemonstration gegen Fluglärm. Das wird also eine voller Flughafen am Montag, jedoch so gut wie ohne Passagiere und Flugzeuge.
Ich freue mich auf morgen 18:00. Mal sehen wie dann der Abflug B aussieht. Aber möglicherweise steht dann wieder irgendwo ein Koffer herum wie letzten Montag und die Rolltreppen werden wieder gesperrt. An Zufälle glaube ich diesem Zusammenhang schon lange nicht mehr.
Ich freue mich auf morgen 18:00. Mal sehen wie dann der Abflug B aussieht. Aber möglicherweise steht dann wieder irgendwo ein Koffer herum wie letzten Montag und die Rolltreppen werden wieder gesperrt. An Zufälle glaube ich diesem Zusammenhang schon lange nicht mehr.
Unglaublich die Ignoranz dieser Minigewerkschaft. Erstens profitieren sie davon, dass es hier nie englische Verhältnisse gegeben hat, und sie profitieren von den langfrist Regelungen in Bezug auf Arbeitsplatzsicherheit die Verdi auch für sie erreicht hat. Der Kleine wird durch unmässige Lohnforderungen nicht größer.
...wo die Streikenden nur tun, was ihnen das Gesetz erlaubt um ihre Rechte durchzusetzen.
Warum wir allerdings die Eigentumsrechte des Streiks so archaisch strukturieren, ist weniger verständlich, bedenkt man den massiven wirtschaftlichen Schaden, den der Streik ein paar Weniger verursacht. Es gäbe durchaus effizientere Strukturen, die die Rechte der Streikenden auch schützen würden. Komisch.
...wie Piloten, Fluglotsen oder Ärzte - dann spricht niemand von "Erpressung". Wo bei gerade in Zeiten der Grundversorungs-Inflation jene noch mehr als genug verdienen.
Und wer Mahnt eigentlich, wenn die Politiker in den Parlamenten sich die Diäten erhöhen, obwohl sie im gleichen Zug das Geld der Bürger an Griehcenland verschenken und im Inneren Rente ab 72 fordern?
Warum bekommt Wulff eine Pension ab 60! Warum bekommt Wulff ein Übergangsgeld von zwei Jahren von 100% und der Arbeitslose nur 60% bis max.10 Monate?
Weil es eine Demokratie ist und die Demokratie ist die Manifstation einer Lüge mit religiös-fundamentalistischen Kapitalfaschismus und die Entmündigung der Freiheit der Taten.
wenn die Bonzen streiken, läuft der Laden ohne Probleme weiter, das merken wir nicht mal gggg
wenn die Bonzen streiken, läuft der Laden ohne Probleme weiter, das merken wir nicht mal gggg
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt ist ein interessantes Rechtsverständnis zu bescheinigen: Den Grundsatz der Tarifeinheit auszuhebeln, ist der Arbeitgeberseite seit langem ein großes Anliegen gewesen. So werden wiederholt mit Mini-Gewerkschaftskonstrukten, die jeweils nur wenige oder keine Mitglieder in den betreffenden Betrieben haben, „Tarifverträge“ zwecks Aushöhlung der Position der Arbeitnehmerseite geschlossen. Der zeitlängste Streik in Deutschland in einem Busunternehmen in Leverkusen ist ein gutes Beispiel für solch einen eklatanten Missbrauch.
Seit Schlecker und Konsorten in den Medien erwähnt werden, ist allgemein bekannt, dass auf vielerlei Wegen das demokratische Instrument des Betriebsrats und der Organisation von Tarifverträgen von Arbeitgeberseite untergraben werden.
Nun ist die Arbeitnehmerschaft in Frankfurt lernfähig und dreht einmal den Spieß um: Und sofort redet Hundt von „Erpressung“ … „egoistischen“ Forderungen und man glaubt es kaum, Hundt hat die Sorge, es „…würde die Friedenswirkung des Tarifvertragssystems untergraben“ werden.
Welch ein unglaubwürdiger Friedensbote…
Ich freue mich auf morgen 18:00. Mal sehen wie dann der Abflug B aussieht. Aber möglicherweise steht dann wieder irgendwo ein Koffer herum wie letzten Montag und die Rolltreppen werden wieder gesperrt. An Zufälle glaube ich diesem Zusammenhang schon lange nicht mehr.
das scheint aber ein neuer ton zu sein der dort herrscht.
es ist nicht unbedingt sachdienlich die belegschaft eines unternehmens zu kriminalisieren. woher kommt dieser ton??
geht der grundtenor nicht meist vom vorstand aus?
warum wirft man denen denn nicht gleich auch raub, fahrlässige tötung oder gar mord vor??? quasi profilaktisch, um seine verhandlungsposotion zu verbessern.
Wenn Streikrecht Erpressung ist, dann ist das Grundgesetz kriminell. Es gibt andere kleine Gruppen, die für Deutschland extrem gefährlich sind. Wenn man liest, daß bei dem starken Frost der vergangenen Wochen das Stromnetz gefährdet war, weil mit Strom spekuliert wurde, oder wenn mit Getreide an den Börsen spekuliert wird, sehe ich die Gefahr für unsere Wirtschaft, ja unserer Gesellschaft eben bei anderen kleinen Gruppen. Hier müßten sämtliche Alarmglocken in Politik und Gesellschaft schrillen!
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