Weltraum-Tourismus: Der Zahnarzt im Weltall
Ein ehemaliger Luftwaffen-Pilot, ein Privat-Concierge und ein Zahnarzt wollen die kommerzielle Raumfahrt vorantreiben. Sie stellten ihre Pläne in Berlin vor.
© SXC

Eine Simulation des "Lynx Mk II" Raumschiffs
Die Zukunft der kommerziellen Weltraumfahrt liegt in den Händen dreier Männer. Es sind Männer mit großen Visionen und selbstbewusstem Auftreten, eloquente Anzugträger, die den Anschein erwecken wollen, mit der Prominenz der Welt bestens vernetzt zu sein. Harry van Hulten, 43 Jahre alt, flog 25 Jahre Kampfjets der niederländischen Luftwaffe. Mit seinem Unternehmen Space Expedition Curaçao SXC bietet er Weltraumflüge an. Henning Richard Haltinner, cremefarbene Fliege und ebensolche Blässe, ist "Privat Concierge und Luxury Lifestyle Expert". Er verkauft die SXC-Weltraumreisen in Deutschland. Doktor Jos Gal, Zahnarzt mit einer Fünf-Sterne-Zahnarztpraxis bei Heidelberg, ist als erster Deutscher dem "Astronautengründerprogramm" beigetreten. Er will 2014 mit SXC ins Weltall fliegen.
Zur Pressekonferenz im Regent’s Hotel in Berlin-Mitte kommen Radio-, Video-, Zeitungs- und Fernsehjournalisten. Auch die Nachrichtenagenturen und ein Mitarbeiter des Spiegel sind vertreten. Van Hulten, Haltinner und Gal werden von einem mit Astronautenanzug und Helm verkleideten Menschen flankiert, sowie zwei Frauen, langbeinig, kurzberockt, brünett. Die Vision von der kommerziellen Raumfahrt preisen die Männer glatt und in druckreifen Sätzen an. Auch das Zitat von Richard Nixon fehlt dabei nicht: "The sky is no longer the limit." Der Himmel ist nicht länger die Grenze.
Das Wort Weltraumtourist fällt kein einziges Mal; wer mit SXC ins Universum fliegt, ist Astronaut. Im Werbevideo, das Harry van Hulten abspielt, wird der demokratisierende Aspekt der Raumfahrt betont: Jeder könne nun ins Weltall fliegen, "it is for everyone". Auf dem Banner der Pressekonferenz steht jedoch: "For those who have no space in their calendar" – für jene, die keinen Raum in ihrem Kalender haben. Also für alle, die schon alles haben, und noch ein bisschen mehr wollen.
Denn bei SXC gibt es Astronauten erster und zweiter Klasse: Die ersten hundert SXC-Astronauten werden zum Elite-Club der Founding Astronauts gehören; dafür müssen sie die 95.000 US-Dollar, die ihr Ausflug kostet, komplett überweisen. Alle weiteren Weltraumtouristen können Ratenzahlung in Anspruch nehmen. Das Training kostet dann extra.
Luxuriös ist die Reise für beide Klassen: SXC steht für Space Expedition Curaçao. Die Karibikinsel Curaçao sei der perfekte Ort für sein 2009 gegründetes Unternehmen, sagt der ehemalige Luftwaffen-Pilot Harry van Hulten. Der Luftraum sei nicht überfüllt wie in Europa, sodass Vertikalstarts möglich sind; die Insel sei gut erreichbar und das Wetter angenehm; die Reise ins All könne vom dortigen internationalen Flughafen starten. Auch das umliegende Meer sei von Vorteil; durch den Raketenantrieb würde es "ein bisschen Lärm geben". Und im Notfall würde es auch kein "Risiko für die Menschen auf der Erde" geben. Als ehemaliger Luftwaffen-Pilot sei er aber selbstverständlich darauf trainiert, das Risiko möglichst klein zu halten, sagt van Hulten. Außerdem werde es einen Schleudersitz geben, ausgerüstet mit einem Fallschirm.
Für Zahnarzt Jos Gal dürfte ein Notfall dann kein Problem sein, hat er doch "Erfahrung mit Fallschirmen und Paragliding". An den Weltraumflug ist er auch über den Sport gekommen: Er entwickelte Zahnschienen, die die Wirbelsäule von Golf-Spielern entlasten sollen. Im Januar sei er mit Privat-Concierge Haltinner in Abu Dhabi gewesen und habe zu Zahnschienen-Tests Schwunganalysen bei Profi-Golfern durchgeführt. Dort habe er auch Tiger Woods über den Rasen begleiten dürfen. Etwas später habe Privat Concierge Haltinner ihn angesprochen, ob er nicht der erste Deutsche sein wolle, der mit SXC ins All fliegt.
"Meine Freunde haben gesagt: Wenn einer das macht und kann, dann du", sagt Jos Gal. Gebräunt, gedrungen und schnieke sieht er aus. Fragen der Journalisten nach dem Vertragsstand mit SXC, weicht er mit leichter Empörung aus. Er ist sicher, dass er in zwei Wochen mit dem Training beginnen wird: In Amsterdam soll er erst in einen Simulator am Boden, später dann mit einem Kampfjet in die Luft gehen. Den Flug im SXC-Raumschiff Lynx Mk II will er 2014 antreten. Bis dahin wird er den Patienten in seiner Fünf-Sterne-Praxis weiterhin die Kronen persönlich überreichen: "Ich bringe sie auf rotem Samt und einem Silbertablett."






seltsamsten Blüten.
die die Welt nicht braucht.
"Wir können mit der Lynx kleine Satelliten aussetzen und bei jedem Flug wissenschaftliche Experimente ausführen."
Genau an dieser Stelle haben sich die netten Herren geoutet, dass sie nicht im entferntesten eine realistische Sicht auf das haben, was sie dort vor haben. Traumtänzereien... mehr kann ich dazu nicht sagen.
für die Golfer - mentales handicap inklusive - Hauptsache Marketing und Refinanzierung stimmen, nicht?
Ich kann mir gut vorstellen, dass in ein paar Jahrzehnten Weltraumtourismus was ganz normales ist.
... und auf der Erde verhungern Menschen.
Was ist das?
Wer hat denn die Sterne vergeben?
Und wofür?
weiß DIE ZEIT, welche Themen wichtig sind.
Ein Zahnarzt im Weltall? Toll!
De neuesten Entzwicklungen in Sachen Euro? Banal!
Schicksale der Verlierer dieser Gesellschaft? Bitte verderbt den Zahnärzten mit solchen Geschacklosigkeiten nicht den Appetit!
Dann schon liebner die Prinzessinnenquote, das neueste Edelgericht, ein bisschen was über Mode und Zahnärzte auf Urlaubstrip...
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