Fluggesellschaften haben europaweit Hunderte Flüge gestrichen. Passagiere mussten sich wegen mehrerer Warnstreiks auf zahlreiche Ausfälle einrichten. Die Airlines veröffentlichten die Streichungen online auf Listen ( LufthansaAir Berlin hier ). Die Passagiere konnten kostenlos umbuchen oder ihre Flüge stornieren.

An den Flughäfen in Frankfurt am Main , Köln / Bonn und Düsseldorf arbeitete ein Teil des Bodenpersonals nicht. Auch in München , Hannover und Stuttgart streikten die Beschäftigten. Am größten deutschen Luftverkehrsdrehkreuz in Frankfurt sollten nach den Plänen der Gewerkschaft vom Vormittag an keine Maschinen mehr abheben. Ein ver.di-Sprecher sagte, die Beschäftigten des Flughafenbetreibers Fraport würden bis etwa 14.30 Uhr streiken. Ein Notdienst sei eingerichtet, so dass bei Landungen noch die Passagiere aussteigen könnten. Ihr Gepäck werde aber zunächst nicht ausgeladen – mit Ausnahme besonders empfindlicher Fracht wie zum Beispiel lebender Tiere.

In Stuttgart sollte der Ausstand von 6 Uhr bis 11 Uhr dauern. Hier fielen zehn Flüge aus. Auch in München waren erste Flüge gestrichen. In Düsseldorf fielen etwa 25 Flüge aus. In Köln/Bonn , einem Flughafen mit hohem Güterverkehrs-Anteil, hatten Beschäftigte von Mitternacht an die Arbeit niedergelegt. Der Ausstand war dort bis 10 Uhr geplant. An den anderen betroffenen Flughäfen sollen Beschäftigte von Gepäckabfertigung, Bodenverkehrsdiensten, Technik, Sicherheit und Verwaltung helfen, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.

Auch an den beiden Berliner Flughäfen in Tegel und Schönefeld sollte die Arbeit ruhen. Dort hatte ver.di die Beschäftigten der Firma GlobeGround für den Vormittag zu einem Warnstreik in den laufenden Tarifverhandlungen mit den Flughafenbetreibern aufgerufen.

Am Morgen hatte die Lufthansa bereits 450 gestrichene In- und Auslandsflüge veröffentlicht. Weitere Ausfälle bei den insgesamt geplanten 1.800 Flügen seien nicht ausgeschlossen, hieß es. Man versuche einen möglichst stabilen Flugplan aufzustellen.

Für Inlandsflüge standen Fernzüge der Deutschen Bahn bereit. Passagiere mussten dafür die Flugtickets über die Online-Buchungssysteme oder am Lufthansa-Schalter oder Automaten auf die Bahn umbuchen. Ähnliches hatte auch Deutschlands zweitgrößte Fluglinie Air Berlin angeboten.

Warnstreiks gab es auch in Rheinland-Pfalz , Hamburg und im Saarland . In Rheinland-Pfalz blieben vielerorts Busse und Bahnen in den Depots. "Wir rechnen damit, dass heute über 200.000 Fahrgäste nicht befördert werden, allein in Mainz werden es über 110.000 sein", sagte ein ver.di-Sprecher. Im Saarland arbeitete die Müllabfuhr nicht, auch Kindertagesstätten blieben geschlossen.

Die Angestellten streiken, um eine Tarifforderung von ver.di durchzusetzen. Die Arbeitgeber hatten die bisher erhobene Forderung als überhöht zurückgewiesen – ver.di verlangt 6,5 Prozent mehr Geld oder mindestens 200 Euro. Die Arbeitgeber bieten 3,3 Prozent mehr Gehalt ,bei einer Laufzeit von zwei Jahren.

"Unser Ziel ist es ausdrücklich nicht, den gesamten Flugverkehr zusammenbrechen zu lassen", sagte der Vizechef der dbb-Tarifunion, Willi Russ. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ( CSU ) kritisierte die Ausweitung der Streiks auf Flughäfen als "unangemessene Reaktion". "Da wir ein substanzielles Angebot gemacht haben, ist es ungerechtfertigt, die Bevölkerung jetzt mit diesen Streiks zu malträtieren", sagte Friedrich der Rheinischen Post.