Im Porträt sind alle Chinesen gleich

Chen Liqin, 22, Arbeiterin auf einer Chilifarm | © Mathias Braschler und Monika Fischer/Hatje Cantz Verlag
China ist ein Land der Gegensätze, die Kluft zwischen modernen Megastädten und dem Leben auf dem Land groß. Dies zeigen die Porträts der Schweizer Fotografen Mathias Braschler und Monika Fischer auf großartige Weise. Sie fuhren 30.000 Kilometer durch China; an jedem Tag ihrer Reise fotografierten sie einen Menschen. Aufgenommen mit Mittel- und Großformatkamera und ausgeleuchtet wie ein Star, sind zumindest im Bild alle gleich – die Tagelöhnerin, der Unternehmer, die Kinderakrobatin. Der wunderbare Bildband China erscheint im Hatje Cantz Verlag.
- Datum 06.04.2012 - 08:31 Uhr
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alle Klischees erfüllt.
Interessante Bilder aber den Kommentar möchte man doch bitte dazu ändern?
Für einen Blinden sicherlich.
Wie man Menschen sieht, liegt immer im Auge des Betrachters. Diese Bilder finden wir auch in Deutschland. Die Darstellung ist eine Darstellung aus dem Blickwinkel eines westlich geprägten Menschen - eine Zurschaustellung. Schade.
Eine schöne Bilderstrecke, welche technisch überzeugt. Besonders das Licht ist in den meisten Fällen sehr gut gelungen.
Als Portrait-Fotograf finde ich jedoch die Präsentation der Charaktere insgesamt zu manieriert. Mir hätte es besser gefallen, wenn die Modelle weniger platziert und dafür mehr "aus dem Leben gegriffen" dargestellt wären. So haben viele Bilder weniger einen natürlichen und dafür mehr einen werblichen Duktus; sie wirken konstruiert. Besonders deutlich wird das bei den Aufnahmen der Präsidenten am Ende der Reihe.
[...]
Ronald D. Vogel
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf werbliche Aussagen. Danke, die Redaktion/mk
....die Porträts ähneln sich sehr. So etwas stellt man in der Malerei auch fest. Das hat aber mE wenig mit Chinesen und mehr mit Porträtisten zu tun.
Hatte das alle gleich jetzt eigentlich eher als , gleichgestellt ,gleichwertig gesehen....?
ohne das ich ahnung von der materie haben , behaupte ich mal dass die fotos bewegender wären wenn sie nicht so plaziert wirken würden ,allerdings würde das die gleichstellung ein wenig aufheben. dann wäre nämlich der arbeiter wieder gebeugt dagestellt und der manager aufrecht...so fällt auf dass nur die kleidung den gefühlten stellungsunterschied macht.
Es gibt verschiedene Arten Menschen zu Porträtieren. Jede hat ihre eigene Ästhetik, und Symbolik. Die Arbeit von Mathias Braschler und Monika Fischer ist eine aus vielen verschiedenen Methoden Menschen darzustellen. Die Inszenierung hat hierbei genauso ihre Daseinsberechtigung wie die einer Reportage.
Die Aussage, dass es sich bei den Fotos um « Die Darstellung als eine Darstellung aus dem Blickwinkel eines westlich geprägten Menschen - eine Zurschaustellung » handelt kann ich so nicht bestätigen. Wenn man sich mit der chinesischen Malerei des « realen Sozialismus » beschäftigt, der Strömung die aus der UdSSR kommend in fast allen sozialistischen Ländern angewendet wurde, wird man genau diese Art der Darstellung wieder finden, der Arbeiter als Held, überdimensional zentral ins Bild gesetzt mit kräftigen Farben und Kontrasten ausgestattet, positive Bilder, in denen der Mensch im Mittelpunkt steht. Die Kunst hatte die staatlich zugewiesene Funktion, die Vorzüge des sozialistischen Gesellschaftsmodells zu repräsentieren, die Utopien einer freien und glücklichen Gesellschaft. (Das was uns eben auch unsere « westliche Werbung » täglich vorführt und verkauft oder eben auch die amerikanische Filmindustrie...)
Der Bildband « China » ist also nicht unbedingt eine rein westliche, in Werbeästhetik inszenierte zur Schaustellung chinesischer Menschen, sondern eben auch eine Annäherung an chinesische Darstellungsformen der Porträtmalerei.
Der Mensch inszeniert als Mittelpunkt.
Ich möchte sogar noch weiter gehen. Die Portaits sind Illustrationen von Menschenbildern. Bilder sind materialisierte Ideologie und reproduzieren Identität. Portrait-Fotografie hat dabei eine Nebenfunktion. Die wesentliche Zirkulation von Menschenbildern wird heutzutage über die Film- und Musikindustrie organisiert. Diese Industrien sind wiederum geographisch auf global cities verteilt und unterhalten einen regen Austausch von Stars, Genren, Themen, Finanzpraktiken und Moden. Kurzum, man hat es mit einer digital reproduzierbaren Netzwerk-Kultur zu tun, die sich gegenseitig zitieren. Eines der grossen Irtümer des Kulturalismus Leitkultur/Multikulturalismus) ist der fixe Glaube, dass kulturelle Praktiken einer Person und einem Territorium immanent ist. An der Portrait Fotographie oder auch Mode-Fotographie lässt sich das leicht wieder legen. Auch die Art und Weise, wie heutzutage Kinder, Eheschliessungen und Familien fotografiert werden lässt auf globale Ansteckung schliessen. Die Auffassung und die geographische Rede von einer chinesischen Kunst lässt sich für die älteren Epochen bedingt aufrechterhalten, für die jüngeren geht das nicht mehr,
Ich möchte sogar noch weiter gehen. Die Portaits sind Illustrationen von Menschenbildern. Bilder sind materialisierte Ideologie und reproduzieren Identität. Portrait-Fotografie hat dabei eine Nebenfunktion. Die wesentliche Zirkulation von Menschenbildern wird heutzutage über die Film- und Musikindustrie organisiert. Diese Industrien sind wiederum geographisch auf global cities verteilt und unterhalten einen regen Austausch von Stars, Genren, Themen, Finanzpraktiken und Moden. Kurzum, man hat es mit einer digital reproduzierbaren Netzwerk-Kultur zu tun, die sich gegenseitig zitieren. Eines der grossen Irtümer des Kulturalismus Leitkultur/Multikulturalismus) ist der fixe Glaube, dass kulturelle Praktiken einer Person und einem Territorium immanent ist. An der Portrait Fotographie oder auch Mode-Fotographie lässt sich das leicht wieder legen. Auch die Art und Weise, wie heutzutage Kinder, Eheschliessungen und Familien fotografiert werden lässt auf globale Ansteckung schliessen. Die Auffassung und die geographische Rede von einer chinesischen Kunst lässt sich für die älteren Epochen bedingt aufrechterhalten, für die jüngeren geht das nicht mehr,
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