Der Blick auf die Tasmanische See vom Berg "Bishop and Clerk" auf Maria Island © Johannes Hetterich

Tasmanien ist Australiens größte Insel und liegt im Südosten des Kontinents. Auf einer Fläche, die in etwa der Größe Irlands entspricht, bietet sie nahezu alles, was auch auf dem australischen Festland zu finden ist: tropische Regen- und Eukalyptuswälder, weite Grassteppen, schier endlose Sandstrände und natürlich Beuteltiere. Fast die Hälfte der Insel ist als Nationalpark geschützt, ein Viertel als Weltkulturerbe ausgewiesen. Während meines zehntägigen Aufenthalts habe ich versucht, soviel wie möglich von der Schönheit Tasmaniens zu entdecken.

Eine meiner ersten Tagestouren führen mich auf den 1.200 Meter hohen Mt. Wellington. Nur zwanzig Kilometer von der Hauptstadt Hobart entfernt bietet sich vom Gipfel ein großartiger Blick über die Stadt und die gesamte Insel. Im Freycinet National Park an der Ostküste erkunde ich anschließend den berühmtesten Strand Tasmaniens in Wineglass Bay, angeblich einer der zehn schönsten Strände der Welt.

Auf einem zweiten Ausflug fahre ich mit der Fähre nach Maria Island, einer Nachbarinsel Tasmaniens. Auch sie ist als Nationalpark geschützt. Auf meiner Wanderung entdecke ich dort wilde Kängurus und Wallabys sowie Kakadus und verschiedene Papageienarten. Die alte Sträflingskolonie Darlington erinnert an Tasmaniens dunkle Zeiten im 19. Jahrhundert. Damals waren britische Sträflinge hier unter unmenschlichen Bedingungen untergebracht.

Eine halbe Million Einwohner wohnen heute auf Tasmanien, die Hälfte von ihnen in und um die Hauptstadt Hobart. Viele viktorianische Gebäude erinnern dort an die Kolonialzeit, der fjordähnliche Hafen ähnelt Teilen Skandinaviens. Die Preise in der Stadt sind wie in ganz Australien horrend. Ein normales Croissant kostet 3,50 Dollar, ein Kaffee 4 Dollar und eine Pizza bekommt man ab 15 Dollar. Daher habe ich im Hostel überwiegend selbst gekocht und dabei auch einmal ein Känguru-Steak probiert, das sehr einem Rindersteak ähnelt.

Als ich mich nach Bruny Island aufmache, einem Unesco-Weltkulturerbe im Süden Tasmaniens, steigt das Thermometer auf 39 Grad – der heißeste Tag auf der Insel seit 1982. Die Bewohner freuen sich über die Hitze, denn eigentlich ist Tasmanien die kühlste Region des Kontinents. Rund um Bruny Island sehen wir eine große Seehundkolonie. Delfine und Albatrosse begleiten unser Boot auf dem Weg durch die Tasmanische See. Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir schließlich den südlichsten Punkt Tasmaniens. Vor mir liegt der Südpazifik und 2.800 Kilometer weiter südlich die Antarktis. Ein wirklich beeindruckendes und auch ein wenig surreales Gefühl, diesem Teil der Erde so nahe zu sein.

An meinem letzten Abend treffe ich am Hafen ein Ehepaar aus Sydney. Sie machen Urlaub auf Tasmanien und wollen die Insel erkunden – für acht Wochen. Das macht deutlich, wie viel Tasmanien zu bieten hat. Für den fast unbesiedelten und ursprünglichsten Teil der Insel im Westen hat meine Zeit hier bei Weitem nicht ausgereicht.

Vor der Abreise kaufe ich in Hobart noch ein Souvenir: einen kleinen australischen Edelstein, als Erinnerung an den grünen Smaragd Australiens, wie Tasmanien auch genannt wird.