SkisportDas Stubaital, vom ersten Skiläufer zum Massentourismus
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 Die modernen Touristen wollen nicht nur Skilaufen, sondern auch Komfort

Eine historische Aufnahme aus den Anfängen des Skitourismus. Skizentrum Schlick 2000, Fulpmes

Eine historische Aufnahme aus den Anfängen des Skitourismus. Skizentrum Schlick 2000, Fulpmes

Anfangs gab es außer Friedl Stern nur wenige Skifahrer und Tourengänger. Erst in den fünfziger Jahren interessierten sich immer mehr Innsbrucker für das Rodeln und kamen am Wochenende ins Stubaital. 1956 wurde die erste Skiabfahrt und 1965 schließlich der erste Sessellift in Betrieb genommen. Danach gingen die Besucherzahlen von Jahr zu Jahr rapide aufwärts bis zum stabilen Höhepunkt im jetzigen Jahrtausend.

Trotz der zunehmenden Technisierung wolle man umweltbewusst bleiben, weniger profit- als naturorientiert, sagt der Schlicker Friedl. Deshalb setze er sich auch heute noch in der Führungsmannschaft des Alpenvereins für Naturschutz ein. Denn schließlich habe er den Skisport mit ins Land gebracht und wolle dafür sorgen, dass dieser seiner geliebten Heimat Stubai nicht schadet. Bewusst habe man einen "Funpark" für Snowboarder angelegt; Friedl Stern hofft, so das Fahren abseits der Pisten zu vermindern und den Jungwald zu schützen. "Das ist bei den heutigen Besucherzahlen nötig", sagt er. "Die Einheimischen bekommen mit der Zeit ein Gespür für den Berg, da sie wie ihre Vorfahren auf ihm leben und arbeiten." Man meint, zwischen seinen Sätzen herauszuhören, dass er bei vielen Touristen dieses Gespür vermisst.

Anreise

Mit dem Auto nach Österreich in Richtung Innsbruck fahren. Von dort aus ist das Stubaital in etwa 20 Minuten über die Brennerautobahn zu erreichen (Ausfahrt Schönberg). Eine mautfreie Alternative mit etwa 35 Minuten Fahrzeit ist die Brennerstraße bis Schöneberg. Vignetten für die österreichischen Autobahnen sind an Tankstellen und an Grenzübergängen erhältlich. Mit dem Flugzeug ist ebenfalls eine Anreise zum Flughafen Innsbruck möglich. Viele Hotels im Stubaital bieten einen Shuttleservice vom Flughafen zum Hotel an.

Unterkunft

Die Schlickeralm von Friedrich Sterns Familie ist heute ein Alpengasthof mit Restaurant und Zimmern für Feriengäste. Internet www.schlickeralm.at

Hotel Angelika, Dorf 33, A-6167 Neustift. Telefon 0043 5226 2555, Fax 0043 5226 2555 4. E-Mail: info@hotel-angelika.com, Internet www.hotel-angelika.com. Pro Nacht und Person im Doppelzimmer mit Halbpension sind mit etwa 50 Euro zu rechnen.

Zentrale Buchungsstelle: Stubai Touristik, Stubaitalhaus, Dorf 3, A-6167 Neustift im Stubaital. Telefon 0043 (0) 501881-171 oder 172, Fax 0043 (0) 501881-199. E-Mail: stubaitouristik@stubai.at, Internet: http://www.stubai.at/de/unterkuenfte/unterkunftsliste

Informationen

Tourismusverband Stubai Tirol, Stubaitalhaus, Dorf 3, A-6167 Neustift im Stubaital. Telefon 0043 (0) 501881-0, Fax 0043 (0) 501881-199. E-Mail: info@stubai.at, Internet: www.stubai.at

Schlick2000, Schizentrum AG, Tschaffinis Umgebung 26, A-6166 Fulpmes. Telefon 0043 (0) 5225 62270, Fax 0043 (0) 5225 62270-99. E-Mail: info@schlick2000.at, Internet: www.schlick2000.at

Die modernen Wintersportler wollen nicht nur Skifahren, sondern auch Luxus. Früher wurden die wenigen winterlichen Tourengänger notdürftig in den Almen untergebracht. "Es hat dann zwar nach Vieh gestunken, aber wir waren eine eingeschworene Gemeinschaft – und sind es noch heute," sagt der Schlicker Friedl. Selbst die Skier waren weniger komfortabel: "Zuerst waren sie handgemacht, ohne Metallkanten oder Belag. Damit wir nicht so am Schnee klebten, mussten wir eine Art Wachs auf das Holz reiben." Das war nicht nur einmal pro Saison nötig, sondern mehrfach während eines Aufstiegs. Auch die provisorischen Bindungen waren nicht bequem: "Man hat immer die Füße stark anwinkeln müssen, das war dann im Sommer gut für das Steigeisengehen."

Das Glück der Erde liegt immer auf den Skiern

Von solchen Strapazen spürt man im heutigen Skialltag nichts mehr, am anstrengendsten ist für die meisten Besucher die Anreise ins Stubaital. Vor Ort ist alles hochmodern, von den Skiliften über die Almhütten bis zum Rahmenprogramm. Mit einem sogenannten Skiline-System kann sich der moderne Skitourist seit kurzem an der Talstation oder online die zurückgelegten Höhen- und Abfahrtsmeter eines Skitages ansehen. Sie sind in seinem Skipass gespeichert.

Eines aber ist früher wie heute gleich geblieben: Nach einem gelungenen Skitag kehrt man seelenfroh ins Tal zurück. Es ist, wie der Schlicker Friedl sagt: "Wir sind zufrieden, solange wir Skifahren können." Noch heute unternimmt der 82-Jährige mehr als 30 Rodel- und Skitouren im Jahr.

 
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