Mali : Angriff auf das Mausoleum des Regenmachers
Rebellen haben das Mausoleum des Gelehrten Sidi Mahmoud Ben Amar, eine muslimische Pilgerstätte, zerstört. Die Unesco fürchtet um das "Wunder der Lehmarchitektur".
© Jordi Cami / Getty Images

Die Sankore-Moschee (15. bis 16. Jahrhundert) ist ein typisches Beispiel der Lehmarchitektur.
In der malischen Wüstenstadt und Handelsmetropole Timbuktu wird seit jeher mit Lehm gebaut: Häuser, Moscheen, Mausoleen. 333 Heiligengräber und Friedhöfe beherbergt die Stadt, die im 15. und 16. Jahrhundert ihre Blütezeit als Zentrum des religiösen und intellektuellen Geisteslebens in Afrika erlebte, mit über 150 Koranschulen, Medresen, Universitäten und bis zu 25.000 Studenten. 16 Mausoleen sind seit 1988 als Weltkulturerbe klassifiziert, neben drei großen, teils aus dem 13. Jahrhundert stammenden Moscheen und einer wertvollen Handschriftensammlung.
Bereits im April hatte Unesco-Generalsekretärin Irina Bokova an die Tuareg-Rebellen in Mali appelliert, die "Wunder der Lehmarchitektur" nicht zu zerstören, diese bedeutenden Zeugnisse der sogenannten Songhai-Epoche, des goldenen islamischen und wirtschaftlichen Zeitalters Timbuktus.
Eine vergebliche Mahnung: Das Mausoleum des heiligen Gelehrten Sidi Mahmoud Ben Amar, eine muslimische Pilgerstätte, wurde am vergangenen Wochenende offenbar schwer beschädigt. Nach Augenzeugenberichten brannten hölzerne Türen, Fenster und Gitter, auch Einrichtungsgegenstände wie Vorhangstoffe gingen in Flammen auf.
Sidi Mahmoud lebte von 1463 oder 1464 bis 1548, er hatte zahlreiche Schüler in der Karawanenstadt am Niger. Die Einheimischen verehren ihn unter anderem als Regenmacher, um ihn ranken sich zahlreiche Legenden. Bereits am Freitag waren Gläubige auf dem Weg zum Grabmal von bewaffneten Mitgliedern der Al-Qaida-nahen Islamistengruppe Ansar Dine gestoppt und am Beten gehindert worden. Ein frommer Moslem bete direkt zu Allah, nicht zu den Heiligen, sollen sie gesagt haben. In den Augen der Sufis sind Grabmäler Heiligtümer. Für etliche Islamisten gilt deren Anbetung hingegen als Götzendienst, weshalb es in letzter Zeit öfter zu Grabschändungen kam, etwa in Libyen vonseiten der Salafisten.
Fragile Konstruktionen aus Holz und Lehm
Irina Bokova fürchtet, dass die Lage in Mali sich verschlechtert hat. Noch ist das Ausmaß des Schadens nicht vergleichbar mit der Zerstörung der Buddhastatuen von Bamiyan aus dem 6. Jahrhundert durch die Taliban 2001. Erneut forderte Bokova alle Bürgerkriegsparteien auf, für den sofortigen Schutz der Kulturschätze zu sorgen: "Weltkulturerbe ist Allgemeinbesitz; seine Beschädigung ist durch nichts zu rechtfertigen." Malis Regierung verurteilte den Anschlag "im Namen des Islam, einer Religion der Toleranz und des Respekts vor der Menschenwürde", und auch die Bundesregierung protestierte. Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, appellierte an die Verantwortlichen, "mit diesen barbarischen Akten der Zerstörung aufzuhören und das kulturelle Erbe Afrikas zu respektieren".
Das Mausoleum wurde wie die übrigen Kulturerbestätten Timbuktus im sogenannten sudanesischen Stil errichtet: Es handelt sich um mit Lehm verkleidete Holzkonstruktionen oder Ziegelbauten samt sich nach oben verjüngenden Türmen. Wegen des fragilen Materials mussten sie im Lauf der Jahrhunderte immer wieder ausgebessert oder rekonstruiert werden. Die Fenster sind oft im filigranen andalusischen Stil gestaltet, die Türen mit Eisenbeschlägen verziert. Berühmtestes Beispiel ist die Große Moschee von Djenné, ebenfalls Weltkulturerbe, die als größtes Lehmbauwerk der Welt gilt.
Bei den Vorfällen in Timbuktu handelt es sich um die erste Zerstörung einer Kulturerbestätte in Mali. Ob mittlerweile auch eine der wertvollen Moscheen durch die Unruhen in Mitleidenschaft gezogen ist, war gestern nicht zu erfahren. Am 8. Mai gedenkt Frankreich des Siegs über Nazi-Deutschland, wegen des Feiertags hatte die World-Heritage-Zentrale in Paris geschlossen.






ich finde die zerstörung einer kulturstätte schlimm. aber nichts gegen den tod eines menschen. wie viele menschen starben bei der zerstörung dieses hauses?
man fürchtet, dass häuser, die von der UN als einzigartig angesehen werden, zerstört werden. aber wenn ich vor der wahl stünde einem menschen des leben zu retten oder die mona lisa, ich würde den menschen retten.
Ich verstehe Ihre Reaktion völlig und würde instinktiv wahrscheinlich auch so handeln (Mona Lisa verbrennen lassen um Menschen zu retten), aber...
während wir Menschen (irgendwann) sterben müssen, muss dies ein Kulturdenkmal nicht (es kann quasi ewig leben)!
Dies bedeutet, dass der Schaden der durch den Tod eines Menschen verursacht wird "nur" die Verkürzung seiner ohnehin begrenzten Lebens-Zeitspanne darstellt, die Zerstörung von Kulturgut dagegen einen Verlust für immer bedutet. Schlimmer noch, raubt doch das Vernichten von Kulturgut, den Menschen die daran gearbeitet haben (oder sogar dafür gestorben sind) ihren Lebenssinn.
Insofern kann ich die Bestürzung der Autorin über den Verlust von "Dingen" und das Ignorieren menschlichen Leidens durchaus nachvollziehen.
Ich verstehe Ihre Reaktion völlig und würde instinktiv wahrscheinlich auch so handeln (Mona Lisa verbrennen lassen um Menschen zu retten), aber...
während wir Menschen (irgendwann) sterben müssen, muss dies ein Kulturdenkmal nicht (es kann quasi ewig leben)!
Dies bedeutet, dass der Schaden der durch den Tod eines Menschen verursacht wird "nur" die Verkürzung seiner ohnehin begrenzten Lebens-Zeitspanne darstellt, die Zerstörung von Kulturgut dagegen einen Verlust für immer bedutet. Schlimmer noch, raubt doch das Vernichten von Kulturgut, den Menschen die daran gearbeitet haben (oder sogar dafür gestorben sind) ihren Lebenssinn.
Insofern kann ich die Bestürzung der Autorin über den Verlust von "Dingen" und das Ignorieren menschlichen Leidens durchaus nachvollziehen.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche" Gustav Mahler
Die Salafisten haben nichts vom Islam verstanden.Interpreation ist Ihnen fremd.Buchstabentreu ALLES.
Diese Typen sind eine Schande für den Islam,der so Facettenreich war und ist.
Sie werben mit "Lies",aber das sollten sie vorher selber tun,denn Bildung bildet und beruhigt!!!
Auch zu dieser Meldung wieder ein herzliches und dreifaches Hurra auf unsere liebe NATO, welche durch den Libyenkrieg diesen Flächenbrand in Nordafrika ausgelöst, und sich dann verkrochen hat. Wie im Text angemerkt wird, ist es auch in Libyen schon zu ähnlichen Aktionen gekommen. Aber die Rebellen wollten ja angeblich Demokratie spielen. Wie sich nun heraus stellt, dachten sie offenbar keine Sekunde daran, die von der NATO gelieferten Waffen dem Übergangsrat auszuhändigen und haben sich gleich weitere Staaten vorgenommen, um sie mal so richtig von gottlosem Ballast zu säubern.
sind für den Islam, was die Zeugen Jehovas für das Christentum: eine Minderheit mit der festen Überzeugung, zu den wenigen Auserwählten zu gehören (So hat also jeder sein Päckchen zu tragen...)
Unangenehm kommt bei den Salafisten hinzu, dass sie meinen, auch Nichtmitgliedern ihre Ansichten mit Gewalt beibringen zu müssen.
Die Schändung von Heiligengräbern durch diese Spinner hat bei den Muslimen in Tunesien und Libyen Entsetzen hervorgerufen. Dort konnte man ihrer aber schnell habhaft werden.
Schlimm wird es, wie man hier sieht, wenn sie wie in Mali die Macht durch Waffen erringen, oder wie in Ägypten, wo sie zurzeit durch massive Finanzspritzen aus Saudi-Arabien an die Macht gepuscht werden sollen. Das lässt Schlimmes befürchten.
sind für den Islam, was die Zeugen Jehovas für das Christentum: eine Minderheit mit der festen Überzeugung, zu den wenigen Auserwählten zu gehören (So hat also jeder sein Päckchen zu tragen...)
Unangenehm kommt bei den Salafisten hinzu, dass sie meinen, auch Nichtmitgliedern ihre Ansichten mit Gewalt beibringen zu müssen.
Die Schändung von Heiligengräbern durch diese Spinner hat bei den Muslimen in Tunesien und Libyen Entsetzen hervorgerufen. Dort konnte man ihrer aber schnell habhaft werden.
Schlimm wird es, wie man hier sieht, wenn sie wie in Mali die Macht durch Waffen erringen, oder wie in Ägypten, wo sie zurzeit durch massive Finanzspritzen aus Saudi-Arabien an die Macht gepuscht werden sollen. Das lässt Schlimmes befürchten.
sind für den Islam, was die Zeugen Jehovas für das Christentum: eine Minderheit mit der festen Überzeugung, zu den wenigen Auserwählten zu gehören (So hat also jeder sein Päckchen zu tragen...)
Unangenehm kommt bei den Salafisten hinzu, dass sie meinen, auch Nichtmitgliedern ihre Ansichten mit Gewalt beibringen zu müssen.
Die Schändung von Heiligengräbern durch diese Spinner hat bei den Muslimen in Tunesien und Libyen Entsetzen hervorgerufen. Dort konnte man ihrer aber schnell habhaft werden.
Schlimm wird es, wie man hier sieht, wenn sie wie in Mali die Macht durch Waffen erringen, oder wie in Ägypten, wo sie zurzeit durch massive Finanzspritzen aus Saudi-Arabien an die Macht gepuscht werden sollen. Das lässt Schlimmes befürchten.
In Libyen sind diese Islamisten ebenfalls durch Waffen an die Macht gekommen, weshalb Sie auch hier "das Schlimmes befürchten" sollten. Kein von der NATO geliefertes MG ist zurück gegeben worden, man konnte diesen Spinnern eben nicht habhaft werden. Und es gibt auch niemanden, welcher dies in den erzeugten chaotischen Zuständen könnte. Ganz im Gegenteil hat die Waffenschwemme erst ermöglicht, dass in Mali das passiert, was wir nun beobachten dürfen.
In Libyen sind diese Islamisten ebenfalls durch Waffen an die Macht gekommen, weshalb Sie auch hier "das Schlimmes befürchten" sollten. Kein von der NATO geliefertes MG ist zurück gegeben worden, man konnte diesen Spinnern eben nicht habhaft werden. Und es gibt auch niemanden, welcher dies in den erzeugten chaotischen Zuständen könnte. Ganz im Gegenteil hat die Waffenschwemme erst ermöglicht, dass in Mali das passiert, was wir nun beobachten dürfen.
Ich verstehe Ihre Reaktion völlig und würde instinktiv wahrscheinlich auch so handeln (Mona Lisa verbrennen lassen um Menschen zu retten), aber...
während wir Menschen (irgendwann) sterben müssen, muss dies ein Kulturdenkmal nicht (es kann quasi ewig leben)!
Dies bedeutet, dass der Schaden der durch den Tod eines Menschen verursacht wird "nur" die Verkürzung seiner ohnehin begrenzten Lebens-Zeitspanne darstellt, die Zerstörung von Kulturgut dagegen einen Verlust für immer bedutet. Schlimmer noch, raubt doch das Vernichten von Kulturgut, den Menschen die daran gearbeitet haben (oder sogar dafür gestorben sind) ihren Lebenssinn.
Insofern kann ich die Bestürzung der Autorin über den Verlust von "Dingen" und das Ignorieren menschlichen Leidens durchaus nachvollziehen.
In Libyen sind diese Islamisten ebenfalls durch Waffen an die Macht gekommen, weshalb Sie auch hier "das Schlimmes befürchten" sollten. Kein von der NATO geliefertes MG ist zurück gegeben worden, man konnte diesen Spinnern eben nicht habhaft werden. Und es gibt auch niemanden, welcher dies in den erzeugten chaotischen Zuständen könnte. Ganz im Gegenteil hat die Waffenschwemme erst ermöglicht, dass in Mali das passiert, was wir nun beobachten dürfen.
whatever
im endefekt vereine zum durchsetzen arabischer kultur
völkisches denken im endefekt
mit "dazugehören wollen" und um so mehr eifern
da zerstören sie dann halt die örtlichen kulturdenkmähler weil sie nicht arabisch genug sind
aber auf die hadsch gehen, an den teufel glauben und ihn mit steinen bewerfen(bigotterie im eigentlichen sinne - der teufel als zweitgott, wenn auch negativ besetzt)
und hinterher um die kaba taumeln aus der der heilige stein(götze nummer wieviel?)längst gestohlen wurde...
könnte sich irgendwer der einheimischen tuareg, berber und saharis erbarmen und den job den gadafie vorher machte - ihnen waffen besorgen damit die sich dieses gesindel vom hals halten können-übernehmen?
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