Fotografin Anita Back : Kollektive Kindheit im russischen Ferienlager

Wer im Ferienlager von Orlionok in Südrussland Urlaub macht, ist auserwählt. Der deutschen Fotografin Anita Back gelang es, die Kinder im Camp zu porträtieren.

Tausende Kinder haben ihre Ferien in Orlionok am Schwarzen Meer verbracht, der "weltgrößten Enklave für glückliche Kindheit", wie die Essayistin Katja Petrowskaja schreibt. Wohlhabende Russen schicken seit 1960 ihre Kinder hierher. Das Kosmonauten-Museum, die sozialistischen Mosaiken, tägliche Trainingseinheiten und Uniformierung scheinen die Zeit überdauert zu haben. Die deutsche Fotografin Anita Back konnte die Kinder von Orlionok begleiten. Ihr Bildband Die Auserwählten - Ein Sommer im Ferienlager von Orlionok erscheint bei Edition Braus.

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Kommentare

14 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

übersetzungsproblem oder wirklich so dumm?

was soll denn ein "zivilkrieg" sein? doch nicht etwa die deutsche entsprechung von "civil war" bzw. "grashdanskaja wojna"? um auf solche wortschöpfungen, muß man wohl seine schulbildung in der alten brd genossen haben und seine muttersprache hassen.
alle anderen sprechen noch immer vom guten alten bürgerkrieg.

Dem kann ich mich nur anschließen,

finde aber den Übersetzungsfehler (wenn schon nicht aus dem Russischen, dann doch wenigstens aus dem Englischen!) nicht so schlimm wie die nichtssagenden bzw. irreführenden Bildunterschriften, die so überhaupt nichts von dem Alltag in diesem Ferienlager verraten, sondern ganz andere Dinge suggerieren (evtl. militärische Ausbildung etc.). Da braucht man sich dann nicht über die Landeskundekenntnisse in Bezug auf Russland bei den Deutschen zu wundern, die ja daran, wenn sie sich einen solchen Bildband anschauen, tatsächlich interessiert sein dürften. Nicht anders verhält es sich übrigens in Hinsicht auf das Leben in der ehemaligen DDR. Nicht wenige glauben, durch die Filme "Sonnenallee" oder "Good bye, Lenin!" nun darüber "Bescheid zu wissen". Furchtbar, aber selbst erlebt!

Was wäre wenn

man mit der gleichen Voreingenommenheit ein Buch über Pfadfinderlager in deutschland macht?
Wie würde das denn aussehen?

Ich schließe mich an, schade ums Papier.
Und Glück für die Kinder, die dort sein können.
Und es sind mit Sicherheit nicht nur privilegierte.

Da ist das in unserem "Sozialstaat" schon anders, in dem ein Ferienaufenthalt den Kindern von Verdienern vorbehalten ist.
Man sollte sich mal mit gleich offenen Augen im eigenen Land umsehen...

In Verkennung der Tatsachen

schreiben Sie etwas, das ich auf eine sehr einfache Art Weise widerlegen kann. Zu meiner Kindheit und Jugendzeit, (so etwa 15 Jahre her), bin ich einige Male mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Ferienlager nach Norddeutschland und Schweden gefahren, wo ich die besten Urlaube meines Lebens verbracht habe. Meine Eltern hatten naemlich nie genug Geld,(Mutter angestellte Buchhaendlerin, Vater LKW - Fahrer), um meiner kleinen Schwester und mir Familienurlaube zu ermoeglichen. Die Fahrten mit der AWO waren, gemessen an dem was sie geboten haben, recht guenstig und ueberdies fuer Kinder aller sozialen Schichten offen. Sollten Sie sich also nach ein wenig nostalgischem Kommunismus in Deutschland sehnen, empfehle ich waermstens eine Ferienfahrt mit der AWO. Sie koennen gerne meine Fotos aus dieser Zeit per E - Mail bei mir anfordern, damit Sie sich mal mit gleich offenen Augen im eigenen Land umsehen koennen, wie Sie so schoen schreiben.