Bahnreisen : Google integriert Zugverbindungen in Kartendienst

Die Deutsche Bahn bietet bei Google Maps nun auch Zugverbindungen als Routen-Vorschlag an. Eine offene Verwendung der Fahrplandaten lehnt das Unternehmen weiter ab.

Wer sich beim Kartendienst von Google über Routenverbindungen informiert, kann sich ab sofort auch mögliche Bahnverbindungen anzeigen lassen. Über die Kooperation mit Google Maps will die Deutsche Bahn mehr Reisende für sich gewinnen: Neben Auto- und Fußgängerstrecken werden auch passende Zugverbindungen vorgeschlagen.

Der Transit-Dienst von Google Maps umfasst zunächst lediglich Züge der Deutschen Bahn, inklusive der Nahverkehrsverbindungen wie etwa der S-Bahn. Die Strecken von privaten Konkurrenten und regionalen Verkehrsverbünden sind nicht integriert. Daran werde aber intensiv gearbeitet, sagte der zuständige Google-Manager Raphael Leiteritz. Transit ist nach Angaben des Unternehmens für weltweit mehr als 500 Regionen und Städte verfügbar; Schwerpunkte sind Europa , die USA und Ostasien.

Ziel der Bahn ist es nach Angaben der Vertriebschefin Birgit Bohle, bis 2020 die Hälfte des Umsatzes über den Verkauf im Internet und auf mobilen Geräten zu erzielen. "Das werden wir nicht nur über unsere eigene Plattform hinbekommen", sagte sie. Für die Vermittlung von Kunden zahle die Bahn aber kein Geld.

Absage an Open-Data-Projekte

Nach Angaben des Google-Managers Leiteritz ist das Unternehmen noch dabei, sich über Einnahmemöglichkeiten von Maps Gedanken zu machen. Dabei stehe Werbung im Mittelpunkt. Nach Angaben des Konzerns greifen monatlich eine Milliarde Menschen weltweit auf die Google-Karten zu.

Neben der Kooperation mit Google bietet die Bahn auch über andere Reiseportale Zugauskünfte an. Eine offene Verwendung der Fahrplandaten lehnt das Unternehmen aber ab. Eine "unkontrollierte Abgabe", etwa an Open-Data-Projekte, werde es nicht geben, sagte Vorstandsmitglied Ulrich Homburg. Das Unternehmen müsse eine qualitativ hochwertige Aufbereitung der Daten gewährleisten.

Aktivisten fordern, dass die Informationen für jeden nutzbar in einem maschinenlesbaren Format zur Verfügung gestellt werden, damit beispielsweise Programmierer eigene Anwendungen schreiben können. Es gibt auch bereits Projekte, die selbst die Daten verschiedener Verkehrsunternehmen extrahiert und einen Teil davon unter offener Lizenz veröffentlicht haben.

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Kommentare

10 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Schon...

aber bei Bahn.de kann ich nicht direkt vergleichen, wie lange ich dafür mit dem Auto brauche

-> bisher 2 Webseiten, 2x das gleiche eingeben
jetzt: ein click.
Wenn jetzt noch neben dem Faktor Zeit auch Kosten und co2-Bilanz veröffentlicht würden wäre das eine Runde sache.

Bei Kurzstrecken fehlt natürlich noch das Fahrrad und der Algorythmus muss noch etwas perfektioniert werden, damit man als Fußgänger nicht mehr über die Autobahn läuft.

---- Wenig brauchbar ---

Die DB-Daten in Google sind wohl eher ein Rückschritt.

Während im DB-eigenen Auskunftssystem auch Züge anderer Bahnunternehmen vorkommen (ebenso Busse und Straßenbahnen) ist das in der Google-Maps-Version nicht mehr der Fall. Das ist eigentlich ziemlich bestürzend - zumal es einen Direktlink zur DB-Buchungsmaske gibt, die dann auch die unvollständigen Daten übernimmt. Damit bucht der Kunde mal eben eine langsamere oder teuere Verbindung als notwendig, und ihm wird eventuell eine unnötige Taxifahrt oder ein zu langer Fußweg empfohlen.

Beispiele findet man u.a. beim Fahrgastverband PRO BAHN (pro-bahn.de) unter dem Link "Aktuelles" (Eintrag vom 17.9.12).

Es gehört schon ziemlich viel Dummheit bei der DB AG dazu, das System Bahn auf diese Weise schlecht dastehen zu lassen, nur weil man der Konkurrenz nicht gönnt, dass der Kunde auch einige Kilometer mit Zügen und Bussen unterwegs ist, die nicht zu DB gehören. Damit werden sicher viele potentielle Kunden zur eigentlichen Konkurrenz abwandern: auf die Autobahn.

Und Google kann sich mit diesen unvollständigen Daten doch auch keinen Gefallen tun. Die Aussage ist doch: Meidet Google Transit! Zumindest, wenn man in Deutschland mit der Bahn unterwegs ist.

Wo bleiben die Preise?

Die Integration des Bahnverkehrs bei Google ist sicher ganz nett. Ich frage mich jedoch was es mir tatsächlich bringt, wenn ich weiß, wie schnell ich mit der Bahn von A nach B komme ohne dabei gleichzeitig zu wissen, was es kostet. So kann ich doch gleich auf die Seite der Bahn gehen und mir dort Preise und Fahrtzeit anschauen. Oder ich suche auf Verkehrsmittelvergleich wo das ebenso möglich ist und auch die SNCF oder RENFE dabei sind.

Bei Fußgängern und Autos lasse ich mir die Google Maps Funktion ja noch eingehen, da man hier kaum einheitliche Preise finden wird. Was das allerdings mit der Bahn jetzt soll, wissen auch nur die Vertragspartner...