USADie Zukunft des Tourismus liegt im Weltall
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 Drei Tage Training für die Weltraumfahrer

Drei Tage werden die Weltraumfahrer vorbereitet, hauptsächlich auf die Schwerelosigkeit, die Übelkeit verursachen kann. Zwei bis drei Stunden dauert dann der Flug. "Oben dürfen die sich abschnallen, und so ungefähr eine halbe Stunde herumschweben, und dann geht es wieder hinunter", sagt Wilson. Hinunter kommt das Raumschiff per Fallschirm, also nicht, wie das Space Shuttle, im Sturzflug: "Ein Sturzflug ist gefährlich, da könnte das Raumschiff in der Atmosphäre verglühen." Das Raumschiff fasst sechs Passagiere, und obwohl der Flug stolze 200.000 Dollar kostet, gebe es bereits mehr als 500 Anmeldungen, sagt Wilson.

Darunter sind der Wissenschaftler Stephen Hawking und der Schauspieler Ashton Kutcher (Two and a half Men). Branson hatte auch William Shatner, dem heute leider etwas beleibten Captain vom Raumschiff Enterprise, angeboten, kostenlos beim Jungfernflug mitzufliegen. Aber der hatte entsetzt abgelehnt, mit den Worten, er spiele bloß einen Astronauten im Fernsehen. Ein anderer Star-Trek-Schauspieler hingegen, James "Scottie" Dohan, hatte verfügt, dass nach seinem Tod ein paar Gramm seiner Asche von hier aus ins Weltall geschossen werden.

Vorbild für andere kommerzielle Weltraumbahnhöfe?

Neben Branson haben sich inzwischen auch andere Firmen aus der Luft- und Raumfahrt hier niedergelassen, darunter Armadillo Aerospace und Lockheed Martin. Der Weltraumbahnhof ist nicht nur für die Zukunft der Raumfahrt wichtig, sondern auch für die des Flugverkehrs. Es gebe acht Spaceports in Amerika, sagt Spaceport-Direktorin Christine Anderson, darunter einen auf Cape Canaveral. Der in New Mexico sei aber der einzige, der kommerzielle Flüge anbiete, alle anderen würden vom Militär oder der NASA betrieben. "In einigen Jahrzehnten wird es so etwas in allen großen Städten geben, dann können Leute in zwei Stunden von Los Angeles nach Sydney fliegen."

Bis dahin würden die Preise auch noch deutlich sinken. Das sei immer so: "Als American Airlines anfing, über den Atlantik zu fliegen, war das zuerst auch unbezahlbar." Weltweit gibt es ein paar Dutzend: "Die Russen haben auch einen kommerziellen Spaceport, aber wir glauben, dass unserer sicherer ist."

Anreise

Die Anreise zum Spaceport, New Mexico geht von Albuquerque oder El Paso und Las Cruces über die I-25 mit dem Auto (etwa zwei Stunden). Es gibt auch mehrere preiswerte, meist mexikanische Buslinien (nicht empfohlen für Anfänger). Der Bus zum Spaceport fährt ab 1900 N. Date Street in Truth or Consequences. Mittwoch bis Sonntag 12 Uhr, Sonntag auch 9 Uhr. Preis: 59 Dollar (unter 18 Jahren 49 Dollar, unter 12 Jahren 29 Dollar). Festes Schuhwerk und Sonnenschutz notwendig.

Übernachtung

Sierra Grande Lodge (über 76 Euro) oder Riverbend Motel (unter 76 Euro), auch zahlreiche andere Hotels oder Motels in Truth or Consequences.

Informationen

Der Spaceport liegt etwa 50 Kilometer entfernt von der Stadt Truth or Consequences, New Mexico. Internet: http://www.torcnm.org/index.html

Allgemeine Informationen finden sich auch auf der Website des Sierra County http://www.sierracountynewmexico.info

New Mexico Tourism Department, 491 Old Santa Fe Trail, Santa Fe, New Mexico 87501, USA. Telefon: (001) 505-827-7336, Email: SantaFe.VIC@state.nm.us, Internet: http://www.newmexico.org

Nach der Besichtigung fahre ich zurück, vorbei an einer der drei Farmen, die Ted Turner gehören, dem CNN-Gründer. Turner, sagt Spaceport-Sprecher Wilson, züchte hier Büffel, das Markentier des Wilden Westens, das ausgestorben ist, als der weiße Mann anfing, es zu jagen. An einem Zaun steht ein weißhaariger Mann, der vielleicht Ted Turner ist. Wahrscheinlich aber eher nicht. In Truth or Consequences geht es zum Riverbend Hot Springs Motel, wo die heißen Quellen in große steinerne Wasserbecken fließen, mit Blick auf den Rio Grande.

 
Leser-Kommentare
  1. "WhiteKnightTwo fliegt bis zur Stratosphäre, rund 15 Kilometer oberhalb der Erdoberfläche. Hier ist die Erdkrümmung schon zu erkennen, und es herrscht kaum noch Schwerkraft."

    Die Vorstellung, dass in einer Höhe von 15km kaum noch Schwerkraft herrscht ist falsch. Das Gravitationsfeld der Erde dehnt sich bis weit ins All aus, ansonsten würde bspw. der Mond oder unsere Satelliten nicht auf ihren Bahnen bleiben können. Auf der Umlaufbahn der ISS bspw in 400km Höhe beträgt die Erdbeschleunigung noch 90% der Erdbeschleunigung am Boden.

    Das Phänomen "Schwerelosigkeit" ist auf der ISS nicht über das Fehlen der Schwerkraft zu erklären sondern über das Gleichgewicht zwischen Zentrifugalkraft und Schwerkraft, da sich die Station auf einer Kreisbewegung um die Erde befindet. Im Falle des Spaceships Two kann so eine Bahn jedoch aufgrund der zu geringen Geschwindigkeit nicht erreicht werden. Der Ausweg ist, dass sich das Raumschiff auf eine Parabelbahn begibt. Schwerelosigkeit wird genau dann erreicht, wenn die Triebwerke der Oberstufe abgeschaltet werden und das Gefährt sich selbst überlassen ist (freier Fall).

    12 Leser-Empfehlungen
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    • Kiira
    • 04.10.2012 um 16:57 Uhr

    "Hier ist die Erdkrümmung schon zu erkennen, und es herrscht kaum noch Schwerkraft."

    Die Schwerkraft nimmt etwa 0,031 Prozent pro Kilometer ab. Bei der Flughöhe des WhiteKnightTwo von 15 Kilometer beträgt die Schwerkraft daher immer noch 99,5 Prozent im Vergleich zur Erdoberfläche.

    Keine Ahnung wie schnell das Ding fliegt. Aber wohl kaum so schnell, dass die Gravitation nennenswert durch die Zentrifugalkraft verringert wird.

    • Kiira
    • 04.10.2012 um 16:57 Uhr

    "Hier ist die Erdkrümmung schon zu erkennen, und es herrscht kaum noch Schwerkraft."

    Die Schwerkraft nimmt etwa 0,031 Prozent pro Kilometer ab. Bei der Flughöhe des WhiteKnightTwo von 15 Kilometer beträgt die Schwerkraft daher immer noch 99,5 Prozent im Vergleich zur Erdoberfläche.

    Keine Ahnung wie schnell das Ding fliegt. Aber wohl kaum so schnell, dass die Gravitation nennenswert durch die Zentrifugalkraft verringert wird.

  2. "Die Gebäude... sollen noch begrünt werden"

    Wunderschön. Die begrünten Gebäude erquicken unser Auge so sehr, dass wir uns nicht mehr fragen, was der im Weltraum abgelagerte Ruß eventuel mit dem Klima anstellt und uns stattdessen darüber freuen, dass eine paar Superreiche massive Mengen der verbleibenden fossilen Brennstoffe für ihren Spaß verpulvern können (http://blogs.scientificam..., http://blogs.scientificam...).

    4 Leser-Empfehlungen
  3. Am meisten erfreut an diesem Artikel hat mich, dass es in New Mexico offenbar einen Stausee gibt, der Elefantenarsch heisst!

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    • porph
    • 04.10.2012 um 17:31 Uhr

    Butte (nicht butt) ist ein geographischer Begriff, der eine Art von Felsformation beschreibt (relativ klein, steile Wände, flache Oberseite). Sowas wie ein kleiner Tafelberg, landschaftsprägend für einige Teile des nordamerikanischen Kontinents. Im Deutschen nennt man es "Härtling".

    • porph
    • 04.10.2012 um 17:31 Uhr

    Butte (nicht butt) ist ein geographischer Begriff, der eine Art von Felsformation beschreibt (relativ klein, steile Wände, flache Oberseite). Sowas wie ein kleiner Tafelberg, landschaftsprägend für einige Teile des nordamerikanischen Kontinents. Im Deutschen nennt man es "Härtling".

  4. Die Zukunft des Tourismus liegt im Weltall??? Wirklich Leute? Ich möchte glauben dass die Zukunft in der Nachhaltigkeit liegt. Und im sanfter Tourismus. Zum Glück denken es andere auch. http://www.allianz-pro-na...
    Und sie sind die richtige und nennenswerte Ereignisse. Mehr bitte davon!

    3 Leser-Empfehlungen
    • Kiira
    • 04.10.2012 um 16:57 Uhr

    "Hier ist die Erdkrümmung schon zu erkennen, und es herrscht kaum noch Schwerkraft."

    Die Schwerkraft nimmt etwa 0,031 Prozent pro Kilometer ab. Bei der Flughöhe des WhiteKnightTwo von 15 Kilometer beträgt die Schwerkraft daher immer noch 99,5 Prozent im Vergleich zur Erdoberfläche.

    Keine Ahnung wie schnell das Ding fliegt. Aber wohl kaum so schnell, dass die Gravitation nennenswert durch die Zentrifugalkraft verringert wird.

    Antwort auf "Fehlende Schwerkraft"
    • porph
    • 04.10.2012 um 17:31 Uhr

    Butte (nicht butt) ist ein geographischer Begriff, der eine Art von Felsformation beschreibt (relativ klein, steile Wände, flache Oberseite). Sowas wie ein kleiner Tafelberg, landschaftsprägend für einige Teile des nordamerikanischen Kontinents. Im Deutschen nennt man es "Härtling".

  5. Redaktion

    Nein, Butte ist wirklich so eine Art Felsformation, und man spricht das auch ganz anders aus, so ähnlich wie "Büte" (oder so). Meine erste Bemerkung war auch, "What? You have an area called Elephant Butt?", habe aber rasch festgestellt, dass die Leute, die dort wohnen, das überhaupt nicht komisch finden.

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    • Kiira
    • 05.10.2012 um 9:37 Uhr

    Sehr geehrte Autorin!

    Es ist ja liebenswürdig von Ihnen, dass Sie das Missverständnis eines Kommentatoren bezüglich "Elefantenarsch" hier im Forum aufklären. Wichtiger wäre es allerdings, dass der weit verbreitete Irrtum, im Erdnahen Orbit - oder gar in nur 15 km Flughöhe - würde die Schwerkraft spürbar nachlassen, nicht weiter verbreitet würde. Oder glauben Sie das nicht??

    Können Sie nicht einfach die falsche Passage im Artikel berichtigen?

    Und wenn Sie schon dabei sind: Ein anchor tenant ist auch kein Ansatzmagnet. Allerhöchstens ist er ein "Absatzmagnet" - so steht es zumindest bei leo.dict. Haben Sie wohl falsch abgeschrieben. Gemeint ist mit anchor tenant ein attraktiver Hauptmieter, der viele Kunden und weitere Mieter anlocken kann.

    • Kiira
    • 05.10.2012 um 9:37 Uhr

    Sehr geehrte Autorin!

    Es ist ja liebenswürdig von Ihnen, dass Sie das Missverständnis eines Kommentatoren bezüglich "Elefantenarsch" hier im Forum aufklären. Wichtiger wäre es allerdings, dass der weit verbreitete Irrtum, im Erdnahen Orbit - oder gar in nur 15 km Flughöhe - würde die Schwerkraft spürbar nachlassen, nicht weiter verbreitet würde. Oder glauben Sie das nicht??

    Können Sie nicht einfach die falsche Passage im Artikel berichtigen?

    Und wenn Sie schon dabei sind: Ein anchor tenant ist auch kein Ansatzmagnet. Allerhöchstens ist er ein "Absatzmagnet" - so steht es zumindest bei leo.dict. Haben Sie wohl falsch abgeschrieben. Gemeint ist mit anchor tenant ein attraktiver Hauptmieter, der viele Kunden und weitere Mieter anlocken kann.

    • Kiira
    • 05.10.2012 um 9:37 Uhr

    Sehr geehrte Autorin!

    Es ist ja liebenswürdig von Ihnen, dass Sie das Missverständnis eines Kommentatoren bezüglich "Elefantenarsch" hier im Forum aufklären. Wichtiger wäre es allerdings, dass der weit verbreitete Irrtum, im Erdnahen Orbit - oder gar in nur 15 km Flughöhe - würde die Schwerkraft spürbar nachlassen, nicht weiter verbreitet würde. Oder glauben Sie das nicht??

    Können Sie nicht einfach die falsche Passage im Artikel berichtigen?

    Und wenn Sie schon dabei sind: Ein anchor tenant ist auch kein Ansatzmagnet. Allerhöchstens ist er ein "Absatzmagnet" - so steht es zumindest bei leo.dict. Haben Sie wohl falsch abgeschrieben. Gemeint ist mit anchor tenant ein attraktiver Hauptmieter, der viele Kunden und weitere Mieter anlocken kann.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Elephant Butte"

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