Fahrgastverband Pro Bahn"Wir plädieren für ein Alkoholkonsumverbot"

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert ein Alkoholverbot in Zügen. Dieses könne aber nicht alle Probleme mit betrunkenen Fahrgästen lösen, sagt der Sprecher Matthias Oomen. von 

ZEIT ONLINE: Herr Oomen, eine Umfrage von ZEIT ONLINE hat ergeben, dass 80 Prozent der Deutschen für ein einheitliches Alkoholverbot in Zügen sind. 41 Prozent sind für ein absolutes Verbot, 42 Prozent würden eine Ausnahme für das Bordrestaurant machen. Deckt sich das mit der Haltung Ihres Fahrgastverbandes Pro Bahn ?

Matthias Oomen: Das deckt sich mit unseren Forderungen. Pro Bahn plädiert für ein absolutes Alkoholkonsumverbot in Zügen des Nahverkehrs und auch im Fernverkehr. Außer in den Speisewagen – dort wird der Alkohol ja sozusagen kontrolliert abgegeben. Auch in Bahnhöfen sollte aus unserer Sicht kein Alkohol mehr konsumiert werden dürfen.

Es ist unzumutbar, dass viele Menschen wegen einiger weniger Einzelpersonen die Öffentlichen Verkehrsmittel nur noch ungern oder gar nicht mehr nutzen. Mir geht es selbst so: Wenn Hertha BSC in Berlin ein Heimspiel hat, dann fahre ich zum Beispiel nicht mehr mit der U-Bahnlinie U2.

ZEIT ONLINE: Inwiefern würde ein Alkoholverbot die folgende Situation verhindern: Eine Frau fährt frühmorgens mit der U-Bahn zur Arbeit. Im Abteil hat sich ein Mann mit starker Fahne quer über zwei Sitze gelegt und schläft. Die Frau fühlt sich deswegen unsicher. Was kann sie tun?

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Oomen: Dieses Beispiel zeigt sehr gut die Schwierigkeiten, die ein Alkoholkonsumverbot mit sich bringen könnte. Es stellt sich die Frage: Hat der Mann einen gültigen Fahrschein? Und geht von dem Menschen eine Gefahr aus? Wenn der Mensch schläft, wohl eher nicht. Es ist nicht verboten, in einer U-Bahn zu schlafen oder sich quer auf mehrere Sitze zu legen. Wenn der Mann also einen gültigen Fahrschein hat und von ihm keine Gefahr ausgeht, dann kann weder die Mitfahrerin noch das U-Bahn-Unternehmen dem Fahrgast die Beförderung verweigern. Daran würde auch ein Alkoholkonsumverbot nichts ändern.

ZEIT ONLINE: Aber bei manchen Verkehrsbetrieben steht in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen, dass stark alkoholisierte Menschen von der Beförderung ausgeschlossen werden können. Nur weiß das wohl kaum jemand.

Matthias Oomen
Matthias Oomen

Matthias Oomen ist Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn.

Oomen: Was heißt denn "stark alkoholisiert"? Manchen Menschen merkt man nicht an, dass sie 1,1 Promille im Blut haben, andere können dann nicht mehr stehen. Ein Alkoholkonsumverbot würde da auch gar nicht greifen. Wenn es verboten ist, Alkohol zu konsumieren, geht es nur darum, ob jemand eine Flasche öffnet und Alkohol trinkt.

ZEIT ONLINE: Warum reichen die Passagen in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen nicht aus? Beim Metronom in Norddeutschland funktioniert das doch sehr gut.

© ZEIT ONLINE

Weitere Ergebnisse unserer Umfrage zum Thema Alkoholkonsum in deutschen Zügenfinden Sie hier.

Oomen: Die Probleme mit Menschen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Bahnhöfen Alkohol trinken oder schon betrunken dorthin kommen, lassen sich nur schwer über das Hausrecht regeln. Es muss Rechtssicherheit geschaffen werden. Das heißt: Alkohol in Bussen und Bahnen oder Bahnhöfen zu konsumieren, sollte als Ordnungswidrigkeit definiert werden. Mit einem eigenen Gesetz zum Alkoholkonsumverbot, ähnlich dem Nichtraucherschutzgesetz, ist jedoch nicht zu rechnen.

ZEIT ONLINE: Wäre ein eigenes Gesetz zu restriktiv oder warum glauben Sie nicht an den großen Wurf?

Oomen: Egal, wie ein mögliches Gesetz aussehen würde: Es gäbe eine erhebliche Schwierigkeit, das zu Papier Gebrachte auch umzusetzen. Denn derzeit wird bei der Sicherheit im öffentlichen Verkehr zu sehr gespart. Die Politik muss erkennen, dass die Sicherheit im öffentlichen Verkehr auch öffentliche Angelegenheit ist. Bei der Sicherheit im Straßenverkehr ist das mit der Verkehrspolizei ja auch selbstverständlich.

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Leserkommentare
    • friened
    • 27. November 2012 21:44 Uhr

    >Wenn der Mann also einen gültigen Fahrschein hat und von ihm keine
    >Gefahr ausgeht, dann kann weder die Mitfahrerin noch das U-Bahn-
    >Unternehmen dem Fahrgast die Beförderung verweigern. Daran würde auch
    >ein Alkoholkonsumverbot nichts ändern.

    In der Berliner U-Bahn, auf die sich Herr Oomen vorher bezieht, herrscht bereits ein Alkoholkonsumsverbot.

    Und überhaupt: Mit welchem Recht nehmen hier die Befürworter von Alkoholverboten immer den alkoholisierten Fußballrowdy als Maßstab. Es gibt doch genug Menschen, die in Zügen auch kultiviert ein Bier trinken.
    Ich sage nur: Schaut nach Osteuropa. Dort ist Trinken in der Öffentlichkeit ganz untersagt und abgesehen, daß sich niemand dran hält und alle ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei spielen - es geht mir -Verzeihung- mörderisch auf den Sack, wenn ich im Sommer im Park, im Schwimmbad, etc. ständig mein Bier verstecken muss.
    Also wehret den Anfängen!

    Es gab hier auf Zeit-online vor ein paar Monaten einen Artikel über Gängelung, der genau das kritisiert hat. Fahrradhelmpflicht, Alkoholkonsumverbot, Rauchverbote, Umweltplaketen etc.
    Hört endlich damit auf, andere gängeln zu wollen.
    FREIHEIT fängt im kleinen an!

    4 Leserempfehlungen
  1. Was für ein selten blödes Gequatsche. Alle drei Minuten kommt eine einfältige Ansage über das Mikrophon, dass kein Alkohol im Zug getrunken werden darf, die Wände sind bis zum letzten Quadratzentimeter mit Verbotsschildern zugepflastert und die Fahrgäste werden wie Dreijährige behandelt. Metronom ging es bei der ganzen Aktion ausschließlich darum, Reinigungspersonal einzusparen. Wer darauf noch reinfällt, dem ist nicht mehr zu helfen. Ich habe noch nie in meinem Leben Alkohol im Zug getrunken, aber ich lasse mir von nichts und niemandem vorschreiben, was ich als denkender Erwachsener im Zug zu tun oder zu lassen habe. Wer dieses Drangsalieren von zahlenden Fahrgästen durch die Firma Metronom toll findet, soll am besten gleich nach Nordkorea auswandern. Da wird für ihn gedacht.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Im Metronom.."
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    ...'ich habe noch nie in meinem leben alcohol im zug getrunken, ABER ICH LASSE MIR VON NICHTS UND NIEMANDEM VORSCHREIBEN, WAS ''ICH'' als denkender erwachsener im zug ZU TUN UND ZU LASSEN HABE.'

    -> schoen und gut, wenn man ueber allem erhaben ist und KEINE REGELN ANERKENNT, nur: ich waere froh, wenn man dann auch so einsichtig (und erwachsen!) waere bei regelverstoss die konsequenzen aus seinem eigenen antisozialen verhalten zu ziehen und somit die folgen anerkennen wuerde! aber nein, dann ist 'der staat' mit seinen regeln 'der boese'. so ein verhalten, versteht sich von selbst, wird natuerlich nur gegenueber 'anderen' gelebt - wenn einem solches verhalten selber wiederfahren wuerde (bspw. sachbeschaedigung am eigenen pkw) ist der fall 'ganz anders' gelagert und es wird auch ganz schnell nach 'regeln' und 'dem staat' gerufen...

    das problem scheint hier in einem 'zuviel' an wohlstand zu liegen -> wenn man 'satt' ist, ensteht wie im westen gut zu beobachten ein wohlstandsquerulantentum des ausgepraegten 'ich, ich, ich'...

    cheers

    p.s. dieses 'ich, ich, ich', verbunden mit 'ich habe alle freiheit der welt' fuehrt leider immer mehr zu einer ueberindividualisierung des einzelnen - stelle ich aber nur 'das ich' in den mittelpunkt, verschwinden ganz schnell die gesellschaftlichen auspraegungen der toleranz, des miteinanders, der ruecksichtnahme auf den anderen...

  2. 171. Zahlen

    Hier die geforderten Zahlen vom März 2010, also drei Monate nach der Einführung des AKV Mitte November 2009:

    Straftaten: Im Oktober 2009 – noch ohne AKV – erfasste die Bundespolizei 188 Straftaten in den Zügen, im Februar 2010 lag sie bei 68, also bei 36% im Vergleich zum Oktober.

    Müll: Im Januar 2010, dem zweiten Monat nach Einführung des AKV, fielen SIEBEN Tonnen weniger Müll an, als in den Monaten zuvor (ohne Pfandflaschen und -dosen).

    Vertragsstrafen: Es wurden rund 400 Vertragsstrafen monatlich ausgestellt, Tendenz sinkend. Zum Vergleich: Mehr als 80.000 Fahrgäste nutzten täglich metronom Züge.

    Vandalismus: Vandalismusschäden sind deutlich zurückgegangen, eingeschlagene Deckenplatten, verbogene Lampengitter, zerkratzte Tische, zerschlitzte oder eingenässte Sitze kamen so gut wie nicht mehr vor (vorher Vandalismusschäden von rund 500.000 Euro p.a.).

    Zusätzliche Reinigungen: Nur eine zusätzliche Adhoc-Reinigung wurde in den fast vier Monaten nötig, früher war dies an Fußballwochenenden die Regel.

    Ausführliche Informationen zum AKV:
    http://www.bahninfo-forum...

    Antwort auf "Schön schön"
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    • outis
    • 28. November 2012 5:53 Uhr

    Man muss es lieben dieses Land, zu jedem Verbot ein griffiges Kürzel.
    Es geht hier offensichtlich nur um das Fußballproblem. Schon mal daran gedacht, nur für die betreffenden Züge ein Verbot zu erlassen? Aber Sie arbeiten für ein anständiges Unternehmen: dort gängelt man lieber alle Fahrgäste.
    In welchem Verhältnis zum Umsatz/Ertrag des Unternehmens stehen 500 000 Euro p.a. (bei stolzen 80000 Fahrgästen am Tag). Werden dort etwa lieber alle Fahrgäste gegängelt, als Lappalienbeträge abgeschrieben? Oder wurden die Einsparungen etwa in Form von Fahrpreisminderungen an die Fahrgäste weitergegeben, als Entschädigung für die Gängelung.
    Wie viele von den Vandalismusschäden sind in den von der Bupolizei erfassten Straftaten enthalten- wie viel davon konnte sich ihr Unternehmen also von den eigentlichen Tätern zurückholen? Um was für Straftaten handelt es sich überhaupt?
    So sagen diese Zahlen also noch nichts aus. Außer dass es sich um ein mit Steuergeldern subventioniertes Privatunternehmen in ÖPNV handelt, das eine Möglichkeit gefunden hat, besseres Melken des Fahrgastes durch Anbinden propagandistisch als Beitrag zu öffentlichem Anstand und Sauberkeit zu verkaufen, und das hier von Sprechern Freiheiten diffamieren lässt. Man darf Metronom mit Steuergeldern subventionieren, die Polizei bezahlen, Fahrpreise entrichten, dann hat man sich aber still hinzusetzen. Das ist verantwortliche Freiheit. Schön, dass Metronom den Bürger ernst nimmt!

    • Flari
    • 28. November 2012 12:45 Uhr

    Vandalismus: 500.000,-€ Schaden im Jahr vor dem AKV.
    Jetzt sind 3 Jahre vergangen und es kommt weder von Ihnen eine Zahl für die Zeit danach, noch auf den Webseiten der metronom!
    2009 hat der ME-Fahrgast im Schnitt 4,65€ täglich bezahlt und für 0,0172€ Schaden verursacht.
    Lt. TAZ sollen Sie zur Überwachung des AKV über 100 zusätzliche Kräfte eingestellt oder über Sicherheitsdienst geordert haben. Diese dürften locker 300.000,-€ im Monat!! gekostet haben. Aber sie haben ja auch für ca. 16.000-€ Vertragsstrafen kassiert..

    Das Müllaufkommen ist um 7t/Monat gesunken?
    Das entspricht immerhin fast 3g pro Tag und Fahrgast.
    Wenn es vorher 10t waren und jetzt nur noch 3t, wäre es enorm, bei vorher 100t und jetzt 93t relativ uninteressant.
    Warum also werden diese aussagekräftigen Zahlen zurückgehalten?

    Quasi alle verlinkten Schadens- und Müllbilder stammen von den Fussballfans, wobei da die metronom nur relativ wenig Fans transportieren wird, da relativ selten zwei beteiligte Orte eines Spiels durch die ME an deren Streckennetz liegen.
    Fahren diese Fans jetzt immer noch mit der ME, oder nehmen die jetzt einfach die DB, die eh öfter fährt und das eigentliche Hauptproblem ist lediglich verlagert?

    Und erst recht stellt sich natürlich die Frage, inwieweit der Rückgang von Straftaten, Vandalismus und Verschmutzungen alleine auf eine höhere Anzahl an Kontrollkräften zurückzuführen ist, egal warum diese eingestellt wurden.

  3. ... und vor ihr kapitulieren?
    Ist es wirklich okay, wegen, doch verhältnismäßig, kleinen, aus dem Rahmen fallenden Randgruppen die immer noch vernünftige Mehrheit mit immer mehr Restriktionen zu belegen?
    (Irgendwann ist Deutschland zum Stillstand reguliert.)
    Wenn ja, könnte das auf einen zunehmenden Mangel an Zivilcourage und Kostengesteuerte Minimierung der staatlichen Fürsorgepflicht hindeuten. Und auf Mängel in der Gesellschaft, vor allem im Steuer-, Sozial- und Bildungssystem.
    Wenn sich Politiker, von den CEO's der florierenden Wirtschaft ganz zu schweigen, ganz ungeniert teilweise horrende jährliche Zuwendungssteigerungen genehmigen, dann kann man von den gefühlt Abgehängten mitunter auch keine anderen Reaktionen erwarten, als sich gehen zu lassen. Etwas wohlhabende Mitbürger hatten gelegentlich mit dem Rest der Steuerbürger ja auch wenig Mitleid, fühlten sich übervorteilt und regelten ihre "Geschäfte mit der Allgemeinheit" auf ihre Weise, nicht wahr, Herr Zuhmwinkel?
    Es geht hier nicht um Zahlen, es geht um Zeichen, die gesetzt werden. Und es geht um die gefühlten, vielleicht teilweise reell nicht so vorhandenen Ungerechtigkeiten.
    Das alles bekommt mensch aber erst dann einigermaßen hin, wenn er nicht mehr nur beständig von Werten Quatscht, und dabei in erster Linie an seinen Gewinn denkt.
    Aber eigentlich ging es ja um Alkohol in Zügen...
    Vielleicht aber doch nicht nur?

    • outis
    • 28. November 2012 5:53 Uhr

    Man muss es lieben dieses Land, zu jedem Verbot ein griffiges Kürzel.
    Es geht hier offensichtlich nur um das Fußballproblem. Schon mal daran gedacht, nur für die betreffenden Züge ein Verbot zu erlassen? Aber Sie arbeiten für ein anständiges Unternehmen: dort gängelt man lieber alle Fahrgäste.
    In welchem Verhältnis zum Umsatz/Ertrag des Unternehmens stehen 500 000 Euro p.a. (bei stolzen 80000 Fahrgästen am Tag). Werden dort etwa lieber alle Fahrgäste gegängelt, als Lappalienbeträge abgeschrieben? Oder wurden die Einsparungen etwa in Form von Fahrpreisminderungen an die Fahrgäste weitergegeben, als Entschädigung für die Gängelung.
    Wie viele von den Vandalismusschäden sind in den von der Bupolizei erfassten Straftaten enthalten- wie viel davon konnte sich ihr Unternehmen also von den eigentlichen Tätern zurückholen? Um was für Straftaten handelt es sich überhaupt?
    So sagen diese Zahlen also noch nichts aus. Außer dass es sich um ein mit Steuergeldern subventioniertes Privatunternehmen in ÖPNV handelt, das eine Möglichkeit gefunden hat, besseres Melken des Fahrgastes durch Anbinden propagandistisch als Beitrag zu öffentlichem Anstand und Sauberkeit zu verkaufen, und das hier von Sprechern Freiheiten diffamieren lässt. Man darf Metronom mit Steuergeldern subventionieren, die Polizei bezahlen, Fahrpreise entrichten, dann hat man sich aber still hinzusetzen. Das ist verantwortliche Freiheit. Schön, dass Metronom den Bürger ernst nimmt!

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Zahlen"
    • vonDü
    • 28. November 2012 6:21 Uhr

    Das wundert Sie wirklich?

    Obwohl es die gleichen Muster sind, die wir schon bei den Rauchverboten erlebt haben?
    Da mussten die angeblichen Toten durch Passivrauch als Argument herhalten, obwohl es der ganz überwiegenden Mehrheit der Anhänger eines Rauchverbotes, hauptsächlich um Geruchsbelästigung geht.

    Analog präsentiert uns man uns jetzt komatös gesoffene Alkoholleichen zwischen Müllbergen, sowie gewaltbereite Kampftrinker. Anders, als bei den angeblichen Passivrauch Opfern durch Zigarettenrauch, gibt es die nachweisbar tatsächlich. Nur die Regel ist es nicht. Auch beim Alkoholverbot geht es primär um Belästigungen und nicht um die Gefahrenabwehr.

    Dass die Raucher heute die Plätze vor den Kneipen vermüllen und mit Ihrem Outdoorpalaver die Nachbarn stören, kümmert die Verbotsanhänger ebenso wenig, wie die möglichen Folgen für andere im Straßenverkehr, wenn man den Alkohol aus Zügen verbannt. Aber egozentrisch sind natürlich die anderen, die gerne als rücksichtslos, unvernünftig oder süchtig abgestempelt werden.

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    Antwort auf "Unverständnis"
  4. Nein, dafür kommen Sie in Sicherheitsverwahrung.

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  5. ...'ich habe noch nie in meinem leben alcohol im zug getrunken, ABER ICH LASSE MIR VON NICHTS UND NIEMANDEM VORSCHREIBEN, WAS ''ICH'' als denkender erwachsener im zug ZU TUN UND ZU LASSEN HABE.'

    -> schoen und gut, wenn man ueber allem erhaben ist und KEINE REGELN ANERKENNT, nur: ich waere froh, wenn man dann auch so einsichtig (und erwachsen!) waere bei regelverstoss die konsequenzen aus seinem eigenen antisozialen verhalten zu ziehen und somit die folgen anerkennen wuerde! aber nein, dann ist 'der staat' mit seinen regeln 'der boese'. so ein verhalten, versteht sich von selbst, wird natuerlich nur gegenueber 'anderen' gelebt - wenn einem solches verhalten selber wiederfahren wuerde (bspw. sachbeschaedigung am eigenen pkw) ist der fall 'ganz anders' gelagert und es wird auch ganz schnell nach 'regeln' und 'dem staat' gerufen...

    das problem scheint hier in einem 'zuviel' an wohlstand zu liegen -> wenn man 'satt' ist, ensteht wie im westen gut zu beobachten ein wohlstandsquerulantentum des ausgepraegten 'ich, ich, ich'...

    cheers

    p.s. dieses 'ich, ich, ich', verbunden mit 'ich habe alle freiheit der welt' fuehrt leider immer mehr zu einer ueberindividualisierung des einzelnen - stelle ich aber nur 'das ich' in den mittelpunkt, verschwinden ganz schnell die gesellschaftlichen auspraegungen der toleranz, des miteinanders, der ruecksichtnahme auf den anderen...

    2 Leserempfehlungen
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    • vonDü
    • 28. November 2012 9:10 Uhr

    "stelle ich aber nur 'das ich' in den mittelpunkt, verschwinden ganz schnell die gesellschaftlichen auspraegungen der toleranz, des miteinanders, der ruecksichtnahme auf den anderen..."

    Wo sehen Sie bei Totalverboten die "toleranz des miteinanders" und/oder die Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse des anderen?

    Und dabei geht es mir überhaupt nicht um diejenigen, die rücksichtslos ihre Freiheiten missbrauchen, sondern um die größere Mehrheit derjenigen, die sich anders, aber trotzdem korrekt verhalten und die durch Totalverbote in Sippenhaft genommen werden.

    Toleranz und Miteinander würde bedeuten, die Interessen beider Fraktionen zu berücksichtigen. Ich kann daher nicht erkennen, dass die Verbotsanhänger weniger "Ich" orientiert sind, als diejenigen über die sie sich aufregen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Hertha BSC | Alkohol | Alkoholverbot | Bahnhof | Fernverkehr | Nahverkehr
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