QueenslandAustralische Feuchtgebiete

Die Mareeba Wetlands wurden von Menschen geschaffen. Ohne Touristen gäbe es hier keinen Naturschutz. Über Nacht bleibt nur ein Bruchteil von ihnen. von 

Die Mareeba Wetlands gelten als die Everglades Australiens . Doch das Naturparadies wurde künstlich geschaffen, um die weitere Zerstörung des Ökosystems durch den Zuckerrohranbau zu verhindern.

Der große Vogel sitzt da wie angeklebt. Sein Gefieder, schwarz mit weißen Sprengseln, ist aufgespannt wie ein Regenschirm, der lange Hals weit in die Luft gestreckt. Regungslos verharrt das Tier auf dem kahlen Ast über der Wasseroberfläche, als Neil McGilp, Safari-Führer in den Mareeba Wetlands in Australien , das Elektroboot in seine Richtung steuert.

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"Ein Australasian Darter , ein Schlangenhalsvogel", sagt McGilp, "er trocknet gerade seine Flügel." McGilp, 53 Jahre, kurze Hose und kurzärmeliges Hemd über mächtigem Oberkörper, dreht das Boot und nimmt Kurs auf die Seerosen in der Mitte der Clancy's-Lagune. "Vielleicht sehen wir hier ein Krokodil", sagt er.

Acht Monate ohne Regen

Drei Süßwasserkrokodile habe man in die Lagune gesetzt, um den Fischbestand zu regulieren. Doch keines der Reptilien lässt sich blicken. Lediglich ein schwarzer Schwan kreuzt vor dem pinkgrünen Wasserbeet der Seerosen. Hoch in der Luft halten zwei Fischadler Ausschau nach neuer Mahlzeit.

Die Mareeba Wetlands sind ein Feuchtgebiet in den nördlichen Atherton Tablelands, einer hügeligen Landschaft im Hinterland von Cairns im Bundesstaat Queensland . Im Gegensatz zur tropischen Küste ist es hier die meiste Zeit des Jahres heiß und trocken, von April bis November fällt so gut wie kein Regen.

Dass es hier überhaupt Wasser gibt, können die meisten Besucher erst glauben, wenn sie von der Terrasse des Besucherzentrums auf die Clancy’s-Lagune schauen: Der große See wirkt wie eine Fata Morgana inmitten einer trockenen Savannenlandschaft mit lehmbrauner Erde und meterhohen Termitenhügeln.

Mehr als 220 Vogelarten

Doch gerade diese Kombination aus Wasser und karger Graslandschaft macht das 2.000 Hektar große Schutzgebiet zu einem der bedeutendsten Vogelreviere in Australien. Wer einen Tag in den Mareeba Wetlands auf Vogelpirsch geht, kann im Schnitt etwa 60 verschiedene Arten von Wasser- und Savannenvögeln beobachten, wie Kraniche, Störche und Pelikane, aber auch Finken oder die sehr seltenen Gouldamadinen .

Mehr als 220 Vogelarten haben Ornithologen als ständige oder zeitweise Bewohner des Gebiets klassifiziert. Dazu siedeln hier rund 20 Säugetierarten wie Känguruhs oder Wallabies und unzählige weitere Spezies .

Künstliches Feuchtgebiet

Dass die Natur sich so reich entfaltet, ist kein Zufall. Die Region liegt zwar auf einer der Hauptvogelflugrouten von und nach Ostasien. Doch die Mareeba Wetlands sind ein von Menschenhand geschaffenes Wassersystem. Seit 1994 wurden hier gezielt elf miteinander verbundene Lagunen angelegt. Ihre Gesamtfläche beträgt 120 Hektar. Gespeist werden sie vom überschüssigen Wasser aus den Bewässerungskanälen der Zuckerrohrfelder des Mareeba Dimbulah-Gebiets. Ursprünglich war auch die Landschaft rund um die Clancy's-Lagune für den Zuckerrohranbau vorgesehen. Doch intensive landwirtschaftliche Nutzung hätte den Kollaps des Ökosystems der Region bedeutet.

Die Behörden standen vor der Entscheidung, die weitere Ausbeutung der Natur zuzulassen oder die Schaffung eines Naturparadieses zu unterstützen. Auf Drängen einer australischen NGO, der Wildlife Conservancy of Tropical Queensland , entstanden schließlich mit öffentlichen und privaten Geldern die Mareeba Tropical Savanna and Wetlands Reserve.

Leserkommentare
  1. Mark Twain: "Gott hat eine Welt geschaffen, er macht keine neue mehr." Das Naturparadies wurde künstlich geschaffen, um die weitere Zerstörung des Ökosystems durch den Zuckerrohranbau zu verhindern. Eine Art der Wiedergutmachung, soweit wir das hinbekommen? Es handelt sich gerade um 120 Hektar, die uns die Bedeutung des Wassers auf Leben beweisen. In Stuttgart 21 fallen 8 Millionen Kubikmeter Abraum an die als Z1/z2 Material 160 Hektar als Deponie Fläche verbrauchen?
    Gott hat dem (manchen) Menschen Verstand gegeben seine eine Welt zu bebauen und zu bewahren (1. Mose 2) das erste Gebot zum Umweltschutz in unserem Interesse! Dies sollte auch ohne Touristen-Industrie möglich sein?

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  • Schlagworte Australien | Naturschutz | Ostasien | Queensland | Afrika
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