QueenslandAustralische Feuchtgebiete
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Nach der Bootstour geht es auf Busch-Safari

Neil McGilp und seine Partnerin Liz Kayzer sind in den Mareeba Wetlands Parkranger, Gästebetreuer und Hotelmanager zugleich. Vor fünf Jahren sind sie aus den Kimberleys im äußersten Nordwesten Australiens nach Queensland gekommen. "Es gefällt uns", sagt Kayzer, "es ist nicht so heiß hier." An diesem Tag liegen die Temperaturen weit oberhalb der 30-Grad-Marke. Nur an die Geräusche in der Nacht hätten sie sich erst gewöhnen müssen: "Die vielen Tiere können ganz schön laut sein."

Im 15 Jahre alten Geländewagen führt Neil McGilp seine Gäste nach der Bootstour auf Busch-Safari. Das Fahrzeug ist außen mit gelb-schwarzer Farbe im Tarnmuster besprüht. "Safari-Stil", sagt McGilp. Vom Hauptweg zweigt er in eine zugewachsene Fahrspur ab. Zwischen Eukalyptusbäumen mit weißen Stämmen rumpelt der Geländewagen durch die Savanne. Auf dem Rücksitz fühlt sich die Fahrt an wie eine Schiffspassage auf stürmischer See.

Wo sind die Prachtfinken?

Immer wieder scannen McGilps Augen die Äste und das Laub in den Bäumen. Er hält Ausschau nach dem Spiegelliest, einer Eisvogelart mit dunkelblauem Gefieder, die in Australien heimisch ist. Und natürlich nach Gouldamadinen, kunterbunten Vögelchen, deren Sichtung sozusagen der Hauptgewinn der Tour wäre. "Durch die Zerstörung des Lebensraums ist die Gouldamadine sehr selten geworden", sagt McGilp. In den Mareeba Wetlands gebe es deshalb ein Aufzuchtprogramm , das versuche den Bestand langsam wieder zu erhöhen.

Doch vorerst ist keine Gouldamadine in Sicht. Stattdessen stakst Ted, ein Emu-Männchen, zusammen mit sechs Emu-Frauen durchs Gestrüpp. Der kleine Harem schaut neugierig auf die Besucher. "Manchmal streunern sie auch nachts um die Safari-Lodge", sagt Neil McGilp. "Das hat manch einem schon einen gehörigen Schrecken eingejagt."

Die Übernachtung von Touristen in der Jabiru-Safari-Lodge in der Nähe der Clancy’s-Lagune ist eine der Haupteinnahmequellen des Schutzprojekts. Man kann wählen zwischen einfacher Übernachtung mit Frühstück oder Komplettangeboten mit allen Mahlzeiten sowie verschiedenen Safaris und Kanutour.

Symbiose von Tourismus und Naturschutz

Die auf Holzpodesten fest installierten Zeltunterkünfte, insgesamt fünf Stück, erinnern an Safari-Filme aus Afrika : ein geräumiger Hauptraum mit Doppelbett und Bettwäsche in Leopardenmuster, ein solarbetriebener Ventilator, Kühlschrank und Echtholztruhe. Das Bad mit Toilette und Dusche ist durch einen Zeltvorhang vom Wohnbereich abgetrennt. Für den Nachmittagstee steht auf der großen Holzveranda ein Gaskocher mit Teekessel bereit.

Mareeba Wetlands

Anfahrt zu den Mareeba-Wetlands: Von Cairns in etwa 75 Minuten mit dem Auto nach Mareeba via Kuranda Range. In Biboohra – 6,5 Kilometer nördlich von Mareeba – in die Pickford Road einbiegen. Ab hier 7 Kilometer Fahrt auf einer unbefestigten Piste (für Fahrzeuge ohne Allradantrieb problemlos möglich) bis zum Besucherzentrum bei der Clancy’s-Lagune.

Eintritt: Tagesgäste zahlen einen Naturschutzbeitrag von 9 Australischen Dollar. Die einzeln buchbare Bootstour auf der Clancy’s-Lagune kostet 15 Australische Dollar (ca. 12 Euro).

Übernachtung in der Jabiru-Safari Lodge in den Mareeba-Wetlands: Übernachtung mit Frühstück ab 98 Australischen Dollar (ca. 78 Euro), All-Inclusive Pakete ab 198 Australischen Dollar (158 Euro).

Der Weg nach Australien

Anreise: Flug zum Beispiel mit Qantas täglich ab Frankfurt via Singapur nach Brisbane und Cairns ab 1.198 Euro.

Beste Reisezeit für Queensland: Im australischen Winter zwischen April – November. In dieser Zeit regnet es kaum und es ist nicht so schwül wie in der Regenzeit.

Informationen

Deutschsprachige Informationen zu Queensland gibt es unter www.Queensland-Australia.eu/de

Diese Reise wurde unterstützt von Tourism Queensland, c/o Global Spot, Oberbrunner Str. 4, 81475 München

"Tourismus und Naturschutz bilden in den Mareeba Wetlands eine Symbiose", sagt Neil McGilp. "Ohne die Touristen gäbe es keinen Naturschutz." Für die Touristen sei es reizvoll, wenn sie Tiere beobachten könnten, die man sonst nicht zu sehen bekommt. Um das zu ermöglichen, brauche die Wildlife Conservancy Geld. Der größte Teil der Einnahmen fließe direkt in den Erhalt und Ausbau des Schutzgebiets.

"Natürlich ist das kein Massentourismus", sagt McGilp. In der Hauptsaison, im Juli und August, kämen am Tag etwa 100 Besucher, nur ein Bruchteil bleibe über Nacht. "Eigentlich ist das schade", sagt McGilp. Die Morgen- und Abenddämmerung sei schließlich die beste Zeit, um Tiere zu beobachten. Auch wenn es dann manchmal ziemlich laut ist.

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Leserkommentare
  1. Mark Twain: "Gott hat eine Welt geschaffen, er macht keine neue mehr." Das Naturparadies wurde künstlich geschaffen, um die weitere Zerstörung des Ökosystems durch den Zuckerrohranbau zu verhindern. Eine Art der Wiedergutmachung, soweit wir das hinbekommen? Es handelt sich gerade um 120 Hektar, die uns die Bedeutung des Wassers auf Leben beweisen. In Stuttgart 21 fallen 8 Millionen Kubikmeter Abraum an die als Z1/z2 Material 160 Hektar als Deponie Fläche verbrauchen?
    Gott hat dem (manchen) Menschen Verstand gegeben seine eine Welt zu bebauen und zu bewahren (1. Mose 2) das erste Gebot zum Umweltschutz in unserem Interesse! Dies sollte auch ohne Touristen-Industrie möglich sein?

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  • Schlagworte Australien | Naturschutz | Ostasien | Queensland | Afrika
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