Siemens-LieferverzugBahn droht neues Winterchaos

Die Deutsche Bahn wird in den kommenden Monaten keine Reserve- und Entlastungszüge haben, weil Siemens Lieferprobleme hat. Das belastet den Winterfahrplan. von reuters

Der Deutschen Bahn werden im Winter Entlastungs- und Reservezüge fehlen, da Siemens die Lieferung neuer ICE-Züge erneut verschoben hat. Die Bahn rechnet im gesamten Winter nicht mehr mit den zugesagten Zügen. Fahrgäste müssen deswegen mit Ausfällen und Verspätungen rechnen.

Bahn-Fernverkehrschef Berthold Huber sagte, für die Stabilisierung des Fahrplans wären die zugesagten acht Züge wichtig gewesen. "Der Markt ist schlicht und einfach so gut, dass wir dringend neue Fahrzeuge brauchen, wenn wir die Nachfrage auch bedienen wollen ", sagte er.

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Siemens hat die Lieferung auf unbestimmte Zeit verschoben. Sicher ist, dass sie nicht in den nächsten zwei Monaten fertig werden, sagte Huber.

Die letzten neuen Fernverkehrszüge hatte die Bahn vor sieben Jahren in Betrieb genommen. Deshalb seien die Lieferschwierigkeiten von Siemens "ganz besonders hart, ganz unabhängig davon, dass der Winter vor der Tür steht", sagte Huber.

Die Bahn wartet bereits seit einem Jahr auf die ersten ICE-Velaro-Züge. 16 sollen insgesamt geliefert werden. Zuletzt war geplant, die Hälfte zum Winter auf die Gleise zu bringen, den Rest dann im Laufe des Jahres 2013. Siemens hatte nun die Auslieferung der ersten Züge wegen Software-Problemen ohne Nennung eines neuen Termins verschoben.

Zu Schadensersatzansprüchen wollte sich der Staatskonzern nicht äußern. Dafür müsse erst der endgültige Auslieferungstermin stehen, sagte Technik-Vorstand Volker Kefer.

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Leserkommentare
    • Chris G
    • 24. November 2012 12:39 Uhr

    „Was nützt ein ehrgeiziger Fahrplan, wenn man ihn nicht einhalten kann?“

    Genau hier sehe ich auch das Problem. Und das löst sich nicht durch mehr Schnellfahrstrecken, die dann trotzdem mit Verspätung (wie Sie ja auch in ihrem Beispiel anführen) durchfahren werden weil die Höchstgeschwindigkeit schon im Fahrplan einkalkuliert war.

    • Chris G
    • 24. November 2012 13:56 Uhr

    Wie Nr. 14 feststellt, ist es bei der Kurzstrecke fraglich, ob sich Fliegen lohnt, aber wie Sie schreiben, kann das typabhängig sein.

    Die DB würde gerne von Frankfurt nach Stuttgart durchfahren, die Landespolitiker hätten aber gerne die Bahnhöfe Darmstadt und Mannheim bedient. Ob man es gut oder schlecht findet, aber ein konsequentes Ausfahren von >300km/h ist in Deutschland (anders als in Frankreich) kaum möglich.

    Und angenommen, es gäbe vollständig ausgebaute Hochgeschwindigkeitsstrecken von sagen wir Stuttgart oder München nach Hamburg oder Berlin mit nur wenigen Zwischenhalten. In dem Szenario stellen sich die Fragen, welche Kosten der vollständige Ausbau aufgeworfen hat bzw. wie hoch die Ticketpreise sein müssten und ob diese dann noch Konkurrenzfähig zum Flugzeug sind.

    Letztendlich will ich mir aber sicher sein, das ich laut Fahrplan ankomme. Diese Zuverlässigkeit ist mir wichtiger als die Frage ob ich die 30 min zwischen einem Halt mit 250 oder 300 km/h Höchstgeschwindigkeit fahre.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, sk
  • Schlagworte Siemens AG | Fahrzeug | Winter
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