CuraçaoWer Venezuela nicht mehr aushält, kommt hierher
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 Tourismus hilft bei der Emanzipation von den Niederlanden

Wie die Seefahrer brachten auch die Sklaven etwas von ihrer Kultur mit auf die Insel. Dinah Veeris bemüht sich in ihrem botanischen Garten darum, überliefertes Pflanzenwissen zu bewahren. Die Herbologin kultiviert verschiedene Heilkräuter. Stoki zum Beispiel, ein faseriges Gewächs, das den Bewohnern lange Zeit als Zahnbürste diente. Agave galt als Aphrodisiakum, das Shampoo aus der grünen Calbas-Frucht beugt angeblich grauen Haaren vor. Fieber behandelt Veeris mit Basilienkraut und Kaffee. "Damit weicht die Wärme aus dem Körper", sagt sie. Ihr Garten ist ein beliebtes Ausflugsziel: Jeden Tag hat sie Touristen zu Gast.

Anreise

Zum Beispiel mit KLM ab 640 Euro direkt von Amsterdam nach Curaçao.
 

Preise

Land and Sea (Tenderloin und Shrimps) – 24 US-Dollar
Glas Bier (Balashi) – 3 Dollar
Pastechi (Teigtaschen mit Käse, Fleisch oder Fisch gefüllt) – 2 US-Dollar
Shrimps – 12 US-Dollar
Sandwich mit Pommes – 12 US-Dollar
Caribbean Coffee (mit Kahlua und Rum) – 8,50 US-Dollar
Flug nach Bonaire oder Aruba (mit Insel Air) – ca. 150 US-Dollar

Unterkunft

Eine schöne Unterkunft ist das Chogogo Ressort. Die pittoresken Villen und Apartments liegen verstreut in einer tropischen Gartenanlage. Zum Jan Thiel Beach sind es nur wenige Gehminuten. Die Villa für bis zu vier Personen kostet in der Hochsaison rund 140 Euro pro Nacht. Das La Maya Beach Curaçao an der Spanish Water Bay wartet mit einem Privatstrand, Infinity Pool und geschmackvoll eingerichteten Apartments auf. Die Einheiten verfügen über WLAN, Flachbild-Fernsehen und eine iPod-Dockingstation. Kostenpunkt: ca. 150 Euro pro Nacht.  

Wissenswertes

Curaçao liegt rund 50 Kilometer vor der venezolanischen Küste und ist die größte Insel der Niederländischen Antillen. Die 150.000 Einwohner stammen aus Westafrika, China, Indien, Portugal, Spanien und Lateinamerika. Die Bewohner besitzen einen niederländischen Pass, der sie zu Berechtigten europäischer Grundfreiheiten macht. Sie können damit in allen EU-Staaten frei einreisen. Auf Curaçao gibt es ja auch eine jüdische Gemeinde. Sie zählt ca. 800 Mitglieder.

Weitere Informationen

Diese Reise wurde unterstützt vom Curaçao Tourist Board.

Curaçao Tourist Board Germany
info@Curacao.de
Tel.: 089-51703 298
www.curacao.com
 

Curaçao lebt hauptsächlich vom Tourismus. Die zweite Einnahmequelle ist das Erdöl. Von der Königin-Juliana-Brücke, die sich in 60 Metern Höhe über Willemstad wölbt, sieht man riesige Raffinerien. Das Rohöl wird aus Venezuela importiert. Obwohl das Öl auf Curaçao raffiniert wird, ist der Benzinpreis hoch. Rund einen Dollar kostet ein Liter Treibstoff. Bei einem Durchschnittseinkommen von 1.200 US-Dollar sind die Mobilitätskosten für die Einwohner hoch.

Dass Armut ein großes Problem der Insel ist, sieht man vor allem im Hinterland. Arbeiter werden auf Pritschenwägen auf Baustellen und Äcker gekarrt, viele Menschen leben in Wellblechhütten. Die niederländischen Subventionen stützen das Sozialsystem: 150 Millionen Euro zahlt die niederländische Regierung jährlich an die Antilleninseln. Diese Abhängigkeit ist einer der Gründe dafür, dass die Inselbewohner keine vollständige Souveränität anstreben. Das Geld der Touristen, die abends in Willemstad vor der Kulisse der Aristokratenhäuser einen Blue Curaçao trinken oder in Partybussen durch den Statdteil Punda tuckern, hilft ihnen zumindest dabei, sich ein Stück weit zu emanzipieren.

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Leserkommentare
  1. "Dass Armut ein großes Problem der Insel ist, sieht man vor allem im Hinterland. Arbeiter werden auf Pritschenwägen auf Baustellen und Äcker gekarrt, viele Menschen leben in Wellblechhütten..."

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    In Venezuela mag manches schief laufen, aber dort geht es den Armen eindeutig besser als früher.

  2. Es waren bekanntlich die Deutschen, die 1528 unter Karl V. den Sklavenhandel nach Venezuela begannen.

    http://de.wikipedia.org/w... (Venezuela)

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  3. In Venezuela mag manches schief laufen, aber dort geht es den Armen eindeutig besser als früher.

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  4. Die Währung auf Curaçao ist der Antillen Gulden. Mit dieser Währung können Ihre Leser wahrscheinlich nichts anfangen, mit dem Euro schon. Warum nennen Sie den Treibstoffpreis und das Durchschnttseinkommen dann auch noch in Dollar? 0,75 € für einen Liter Benzin und gut 900€ Durchschnittsgehalt ist doch leichter verständlich, oder??
    Holländisch ist nicht die Sprache der Niederlande, Niederländisch schon, deshalb 'Versatzstücken auf Niederländisch'. Und in 1814 fiel Curaçao wieder an die Niederlande zurück und nicht an Holland. s. auch http://de.wikipedia.org/w...

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    eben "Holland", seltener "Niederlande".

  5. eben "Holland", seltener "Niederlande".

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  • Schlagworte Venezuela | Sony | Niederlande | Sierra Leone | Amsterdam | New York
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