RumänienEin Wald, in dem Bären genesen

In Transsilvanien haben Tierschützer ein Reservat für Bären gegründet, die ihr Leben als Fotobären oder im Zirkus fristen mussten. Reisende können den Bärenwald besuchen. von Diana Schanzenbach

Braunbären Rumänien Tierschutz

Bären im Reservat  |  © WSPA / Jiri Rezac 2012

Sie nehmen ein Bad im Wasserloch, wälzen sich im Laub, dösen in der Sonne. Oder strecken den Besuchern ihre dicken Hintern entgegen. Die 56 Braunbären im Reservat Libearty sind arbeitslos, und das tut ihnen gut. Die meisten der Tiere sind ehemalige Tanz-, Zoo- und Zirkusbären, die in dem europaweit größten Reservat für "ausgediente" Braunbären Zuflucht gefunden haben. Manche von ihnen haben ihr Leben als Käfigbären in illegalem Privatbesitz verbracht, bevor sie auf das weitläufige Gelände am Rande des Nationalparks Piatra Craiului in Transsilvanien gebracht wurden.

Cristina Lapis von der rumänischen Tierschutzorganisation Milioane de Prieteni (Millionen Freunde) hat den Bärenwald unweit von Brașov (Kronstadt) im Jahr 2005 gegründet. Unterstützt wurde sie dabei von der internationalen Tierschutzorganisation WSPA .

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Etwa 60 Hektar gehören zum Gelände. Die Tiere leben in Waldgehegen mit Baumbestand, Beerensträuchern, Wasserstellen und Höhlen. Besucher können die Bären so in einer an ihr natürliches Terrain angepassten Umgebung erleben, ihnen beim Fressen und Baden zusehen, und die Tiere fühlen sich dabei nicht gestört.

Diana Schanzenbach
Diana Schanzenbach

Diana Schanzenbach wurde 1970 in Großsanktnikolaus (Banat/Rumänien) geboren. Sie wuchs zweisprachig auf. 1981 wanderte sie mit den Eltern nach Deutschland aus. Heute lebt die freie Journalistin in Köln. Eines ihrer liebsten Themen: die Schönheit, die Widersprüche, die Fortschritte Rumäniens.

Das ist wichtig, denn viele der Tiere sind krank und verängstigt, wenn sie in das Reservat kommen. So auch Max, der als Touristen-Fotobär vor dem Königsschloss Peleș benutzt wurde. Sein Besitzer träufelte Max Säure in Augen und Schnauze, um seinen Seh- und Geruchssinn zu zerstören. Das gewaltige Tier wurde zum Haufen Elend. Die rumänischen Behörden konfiszierten den Bären und brachten ihn in das Reservat.

Neuankömmlinge wie Max müssen erst einmal auf die Krankenstation. Viele der Tiere haben Fehlstellungen von der Käfighaltung, leiden an Magenproblemen. Sobald sie gesund gepflegt sind, wird ihr Käfig geöffnet und sie können raus ins Waldgehege. Doch bei manchen dauert es Tage, bis sie es wagen, den Käfig zu verlassen. Viele kennen weder das Gefühl von Waldboden unter den Pfoten noch die Geräusche der Natur.

Um die Ruhe der Tiere nicht zu stören, ist der Zugang zum Reservat für Besucher beschränkt. Wer es besuchen will, kann sich an die deutsche Reiseleiterin Katharina Kurmes wenden . Sie hilft dabei, Tagesausflüge zu organisieren und kennt die Geschichte des Reservats und der Bären. So auch die von Gina und Sophia. Die beiden sind die Schützlinge des Schauspielers Pierre Brice, der das Reservat unterstützt. Er hat den Bärenwaisen ihre Namen gegeben: "nach meinen guten Freundinnen Gina Lollobrigida und Sophia Loren".

Erschienen im Michael Müller Verlag

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Leserkommentare
  1. Toll, ein wichtiges Thema.
    Es geht doch voran mit dem Gefühl für Tierschutz.

    2 Leserempfehlungen
  2. und ganz wichtig etwas Positives aus Rumänien-lieben Dank dafür.

    • Tiroler
    • 12. Dezember 2012 15:31 Uhr

    Von Groß-St.-Nikolaus ist es nicht weit nach Tirol im Banater Bergland. Ich danke daher Diana Schanzenbach als gewissermaßen Namens-Landsmann für ihren schönen und berührenden Artikel, auch wenn ich persönlich die Arbeit für die Straßenkinder in Temesvar bevorzuge. Es soll und darf aber keine Konkurrenz geben zwischen Menschen, die die Welt ein klein wenig besser machen wollen, jeder auf seine Art.

  3. Interessanter Artikel. An der Art und Weise, wie Menschen mit Tieren umgehen, erkennt man am besten, ob sie Kultur haben.

  4. Dieses Jahr machten wir eine Wanderreise in Rumänien, genauer gesagt in den Karpaten (Magura).

    Dort lernten wir auch Katharina Kurmes kennen und besichtigten den Bärenpark!

    Sehr beeindruckend und auch tragisch was der "Mensch" so mit den Tieren anstellt.

    Die Wanderreise in Rumänien war einer der schönsten Urlaube bisher! Vor allem auch der Kontakt mit der Bevölkerung.

    Wer möchte kann gerne die Fotostrecke anschauen:
    http://robertkalb.zenfoli...

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  • Schlagworte Gina Lollobrigida | Rumänien | Tier
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