Ryanair-Maschine © Phil Noble/Reuters

Die irische Billigfluglinie Ryanair soll laut einem Bericht der Zeitung Die Welt Gebühren in Millionenhöhe umgangen haben, indem es seine Jets auf dem Papier als zu leicht angegeben hat. Eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) bestätigte, Ryanair zahle bereits seit November eine korrigierte Gebühr an die DFS.

Der Luftraumüberwacher Eurocontrol sowie die nationalen Luftfahrtämter der EU-Staaten werfen Ryanair vor, je Flugzeug ein maximales Start- und Landegewicht von 67 Tonnen angegeben zu haben. Aus Dokumenten der irischen Behörden gehe jedoch hervor, dass die Maschinen beim Abflug bis zu acht Tonnen mehr gewogen haben.

Bei Kontrollen an mehreren deutschen Flughäfen konnte demnach festgestellt werden, dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelt. Regelmäßig soll Ryanair das angegebene Abfluggewicht überschritten haben.

Für die verheimlichten acht Tonnen hat die Fluglinie allein in Deutschland pro Flug 17 Euro weniger Gebühren gezahlt. Der DFS sei dem Bericht zufolge in diesem Jahr ein Schaden von 370.000 Euro entstanden.

Zusammen mit den Forderungen von Eurocontrol und den übrigen EU-Luftfahrtbehörden handele es sich um eine jährliche Gesamtsumme von rund 50 Millionen Euro.

Sollte sich die Gebührenhinterziehung bestätigen, will die DFS rechtliche Schritte einleiten und sich nicht gezahlte Gebühren notfalls per Gerichtsentscheid zurückholen. Dafür muss die DFS jetzt nachträglich das tatsächliche Startgewicht einer jeden Maschine überprüfen. Dies ist in den Flugplänen festgehalten.

Ryanair selbst wollte sich nicht über "Gerüchte und Spekulationen" äußern, schreibt das Fachmagazin Cargo Forwarder .