Boeing : Dreamliner bleiben nach Pannenserie am Boden

Schon wieder musste ein Dreamliner notlanden, jetzt reagieren die Airlines: Die Hälfte der Maschinen soll überprüft werden. Auch die US-Luftfahrtbehörde ist alarmiert.
Eine Boeing 787 Dreamliner der japanischen Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) © Kyodo/Reuters

Weil die Pannenserie bei Boeings Prestigeflieger Dreamliner nicht abreißt, wird fast die Hälfte aller Maschinen vorerst am Boden bleiben. Nachdem erneut eine Maschine notlanden musste, entschieden die japanischen Fluggesellschaften All Nippon Airways (ANA) und Japan Airlines, alle 787-Maschinen zu überprüfen. Japan ist bisher der größte Markt für den Dreamliner, ANA und JAL betreiben 24 der 50 bisher ausgelieferten Maschinen.

Der jüngste Vorfall ereignete sich auf einem Flug von Yamaguchi im Westen Japans nach Tokio. Rund 35 Minuten nach dem Start habe man in der Maschine Rauch bemerkt. Daraufhin leitete der Pilot in Takamatsu eine Notlandung ein und ließ alle 137 Passagiere über Notrutschen das Flugzeug verlassen.

ANA kündigte an, die Flotte könne möglicherweise am Donnerstag wieder den Betrieb aufnehmen. JAL strich zunächst alle Flüge für Mittwoch.

Der Beginn einer ernsthaften Krise

In den vergangenen Tagen war der Airbus-Konkurrent bereits mit zwei Treibstofflecks, einem Batteriefeuer, einem Kabelproblem, einer Bremsstörung, sowie einem zersprungenen Cockpit-Fenster in den Schlagzeilen.

Ein Analyst vom Luftfahrtbeobachter Teal Group sagte: "Ich denke, wir nähern uns dem Punkt, ab dem sie es als ernsthafte Krise betrachten müssen." Bereits die Auslieferung der ersten Maschinen des Prestigeobjekts hatte sich wegen diverser Probleme um dreieinhalb Jahre auf Herbst 2011 verzögert. Seither drückt Boeing bei den Auslieferungen aufs Tempo. Einige Experten sehen in diesem Verhalten die Ursache für die Zwischenfälle.

Die Japaner waren die Erstkunden für Boeings Dreamliner. Die Pannenserie bei dem hochmodernen Langstreckenflieger hat inzwischen auch die US-Luftfahrtbehörde auf den Plan gerufen. Die FAA kündigte vor wenigen Tagen an, das Modell genau unter die Lupe zu nehmen. Die staatlichen Experten werden dabei ein besonderes Augenmerk auf die elektrischen Systeme sowie auf die Mechanik legen.
 

Anzeige

Aktiv durch den Urlaub

Entdecken Sie ein vielfältiges Angebot rund um das Thema Aktivurlaub.

Reise starten

Kommentare

13 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Airbus aufgepasst!

Hier könnt ihr lernen, was alles falsch gemacht werden kann. Diese Fehler braucht ihr dann nicht mehr beim A350 einzubauen!

Es ist schon interessant, wie "ausgereifte" Technik auf den Markt kommt! Bei einem Toaster lasse ich mir noch Konstruktionsfehler gefallen, bei einem Flieger wird das aber lebensgefährlich!

Unglaublich.

Wenn aus rein wirtschaftlichen Gründen ein unausgereiftes Flugzeug auf den Markt kommt, ist die Linie der Verantwortbarkeit weit überschritten worden. Mit den jetzt bekanntgewordenen Fehlern hätte man den Flieger nicht einmal in der Testphase vom Boden lassen dürfen.

Aber wie zumeist wird man vermutlich erst dann wach, wenn trotz vieler Vorboten und Warnungen das Kind in den Brunnen gefallen ist. Da möchte ich nicht in der Haut der Verantwortlichen stecken.

Testphase

Wenn in der Testphase solche Fehler aufgetreten wären, dann wären sie dort auch behoben worden. Unter Serienbedingungen die erforderlichen Toleranzen und die erforderliche Verarbeitungsqualität einzuhalten, das ist nochmal 'ne ganz andere Nummer, als bei einem aus dem Vollen gefeilten Prototypen - und genau da scheint es zu haken. Da sind schon ganz andere auf die Nase gefallen, auch Airbus und auch aus der Automobilindustrie und so ziemlich jeder anderen Industrie, die komplexe Produkte und Systeme herstellt kennt man solche Fälle. Und so vertraut es auch scheint, ist es doch zum jetzigen Zeitpunkt nichts als ein Vorurteil. Warten wir doch ab, was die Untersuchung zutage fördert.