Schlittschuhläufer auf einer vereisten Straße in Karlsruhe ©Susanne Kupke/dpa

Überfrierende Nässe und Neuschnee haben in vielen Teilen Europas zu gefährlicher Glätte auf Straßen und Landebahnen geführt. Flughäfen in Deutschland, Großbritannien und Frankreich strichen Hunderte Flüge. Die Bahn rechnet im Südwesten Deutschlands mit Verspätungen im Zugverkehr wegen der vereisten Oberleitungen. In Karlsruhe waren die Straßen teilweise so stark vereist, dass Passanten sich lieber auf Schlittschuhen fortbewegten. In Baden-Württemberg wurden Autobahnabschnitte gesperrt, damit die Streudienste durchkamen.

Am Frankfurter Flughafen fielen am Sonntag bis zum Mittag 130 Flüge aus. Die Lage sei angespannt, sagte eine Fraport-Sprecherin. Die Abfertigung verzögere sich, da die Maschinen zunächst enteist werden müssen. Es werde versucht, die von Flugausfällen betroffenen Passagiere per Bahn ans Ziel zu bringen. Am Samstag waren wegen der Witterung bereits 17 Flüge gestrichen worden. Auch am Flughafen Stuttgart wurden Flüge annulliert.

Auf Europas größtem Flughafen London Heathrow brachten Schneefälle den Flugplan durcheinander. Tausende Passagiere mussten stundenlang warten. Am Sonntag müssen nach Auskunft von Flughafenmitarbeitern etwa 260 Flüge gestrichen werden. In ganz England gab es Einschränkungen im Bahn- und Straßenverkehr. In Nordirland waren einige Haushalte vorübergehend ohne Strom. Beim Eurostar-Zug, der den Kontinent mit London verbindet, kam es zu Ausfällen und Verzögerungen.

Die Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly strichen am Sonntag 40 Prozent ihrer Flüge. Auf französischen Straßen kamen sechs Menschen ums Leben, darunter drei Soldaten, die zum Militäreinsatz nach Mali unterwegs waren.

Lawinenopfer und eingebrochene Eisläufer

Im schottischen Hochland wurden vier Bergsteiger von einer Lawine getötet. Eine Frau wurde bei dem Unglück schwer am Kopf verletzt, ein Mann erlitt leichte Verletzungen. Die sechs Wanderer waren beim Abstieg am Berg Bidean Nam Bian im Westen Schottlands, als der Abhang unter ihnen wegbrach.

In der südostspanischen Stadt Cartagena wurden am Samstag nach Behördenangaben bei einem Sturm zwei Männer von einer Mauer erschlagen. In Portugal starb ein 85-jähriger Mann, als er durch die Wucht des Sturms gegen das Tor seines Hauses geschleudert wurde und einen Schädelbruch erlitt.

Das Winterwetter heizte in den Niederlanden, wo das Schlittschuhlaufen Volkssport ist, das Eislauffieber an. Trotz Warnungen der Polizei brachen viele Menschen auf noch nicht tragfähigem Eis ein. In der Provinz Friesland musste eine Frau mit einem Rettungshubschrauber aus dem eiskalten Wasser eines Sees geborgen werden.