Winterwetter : Flugausfälle und Staus nach Eisregen

Verspätete Bahnen, kilometerlange Staus, viele gestrichene Flüge: Eisregen und Schneefall behindern den Verkehr in Deutschland. Doch Meteorologen sagen Besserung voraus.

Starker Schneefall und Eisregen beeinträchtigen den Pendel- und Reiseverkehr in ganz Deutschland. Betroffen ist etwa der Flugverkehr in München und Frankfurt. Mehr als 600 Flüge sind am Montag gestrichen worden. In Frankfurt fielen etwa 500 von 1.190 geplanten Flügen aus. Gründe seien ein Rückstau nach dem Eisregen vom Sonntag sowie Schnee und Kälte am Montag gewesen, sagte eine Flughafen-Sprecherin. In München sollten zum Wochenstart insgesamt 126 Flüge annulliert werden, in Stuttgart und Düsseldorf ebenfalls einige.

Die Ausfälle und Verspätungen wirkten sich auch auf die Flughäfen in Berlin, Leipzig/Halle und Hamburg aus. Die Lufthansa empfahl ihren Passagieren, bei innerdeutschen Flügen auf die Bahn umzusteigen. Rückwirkend sei eine Preiserstattung bis zum Wert des ungenutzten Tickets möglich. Ein Sprecher des Münchner Flughafens rief alle Reisenden dazu auf, sich im Internet zu informieren, welche Verbindungen betroffen sind.

Für die kommenden Tage gab der Deutsche Wetterdienst Entwarnung: Mit Glatteisregen wie am Wochenende müsse trotz Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts nicht mehr gerechnet werden. Stattdessen werde es fast überall in Deutschland schneien, mit maximal zwei Zentimetern Neuschnee sei zu rechnen.

70-Kilometer-Stau in Thüringen

Bei der Bahn gab es im Fernverkehr Beeinträchtigungen. Als Vorsichtsmaßnahme sei die Höchstgeschwindigkeit der ICE-Züge auf 200 Kilometer pro Stunde begrenzt worden, deshalb gebe es Verspätungen, sagte ein Bahnsprecher. "Es sind keine Strecken gesperrt."

Das Wetter machte sich auch im Straßenverkehr bemerkbar. Auf glatten Autobahnen gab es zahlreiche Staus und Unfälle. Auf der A 81 von Heilbronn nach Stuttgart stand der Verkehr wegen schlechter Sicht und Eisglätte nach Polizeiangaben auf 23 Kilometern Länge. Zu Behinderungen kam es auf der A9 gleich an mehreren Stellen: In Brandenburg gab es eine Vollsperrung, nachdem ein Laster umgekippt war. In Bayern verwandelte Eisregen die Autobahn in eine Rutschbahn. Allein dort zählte die Polizei 20 Unfälle, drei Menschen wurden leicht verletzt. In Berlin war zeitweilig die Stadtautobahn A111 wegen Glatteis in Richtung Flughafen Tegel gesperrt.

Auf der A 4 in Thüringen blieben Tausende Autofahrer in einem 70 Kilometer langen Stau stecken. Dort waren zwischen Friedewald und Bad Hersfeld auf der hessischen Seite der Landesgrenze Lastwagen ins Schleudern gekommen und konnten danach nicht mehr anfahren. Daraufhin blieb die A 4 nach Frankfurt/Main stundenlang gesperrt. Die Autos stauten sich zeitweise bis nach Gotha, wie ein Sprecher der Thüringer Autobahnpolizei sagte. Zudem wurden die Fahrzeuge weiter eingeschneit. Helfer verteilten Decken, warme Getränke, Essen und Kraftstoff. Doch sei es teils schwierig gewesen, an die Autofahrer heranzukommen. Erst nach Stunden ging es langsam wieder vorwärts.

In Baden-Württemberg zählte die Polizei mehr als 1.000 Verkehrsunfälle. Ein Mann sei ums Leben gekommen, meldete das Lagezentrum des Landesinnenministeriums. 58 Menschen wurden am Sonntag verletzt, 14 von ihnen schwer.

In Niedersachsen gab es zahlreiche Blechschäden. In Schleswig-Holsten kam es seit Sonntagabend zu 15 Karambolagen, sechs Menschen wurden verletzt.

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7 Kommentare Kommentieren

Sicher zu Fuß auf Glatteis

Ich kann nur jedem empfehlen, der heute zu Fuß auf spiegelglatten Wegen unterwegs ist, sich ein paar alte Wollsocken über die Schuhe zu ziehen oder Frotteehandtücher um die Schuhe zu binden.

Der rauhe Stoff saugt sofort die dünne Wasserschicht auf, die sich zwischen Sohle und Eis bildet. Man rutscht nicht mehr und kann gefahrlos auf Glatteis gehen.

Sieht zwar nicht unbedingt hip aus, aber besser als geschniegelt zu stürzen und sich dabei den Hals zu brechen.

Also wenn...

... sie eine komplette Erklärung haben wollen:

Auf der Oberfläche von Eis liegt immer eine hauchdünne (wenige nm) Schicht Wasser. Beim Laufen, Schlittschuhfahren oder Skifahren wirkt zusätzlich Reibungswärme. Es entsteht ein Wasserfilm zwischen Eis und der Sohle, aufgrund der zu geringen Reibung rutscht man.

Die Textilfasern verhindern nicht die Entstehung des Wasserfilms, sie saugen ihn nur auf und sorgen so für eine bessere Reibung.