FlugverkehrCopilot am Steuer eines Passagierflugzeugs eingeschlafen

Ein Ferienflieger nach Kreta war über Minuten offenbar führungslos. Während der Pilot auf Toilette ging, schlief sein Kollege ein. Erst die Crew konnte die Tür öffnen.

Die Pilotenvereinigung Cockpit hat von einem Zwischenfall während eines Passagierfluges im vergangenen September berichtet. Demnach soll der Copilot am Steuer über mehrere Minuten lang fest geschlafen haben, während er alleine im Cockpit war. Sein Partner war zuvor zur Toilette gegangen. Als sich dieser nach der kurzen Pause zurück ans Steuer setzen wollte, sei ihm die Tür zum Cockpit durch den Copiloten nicht geöffnet worden.

Anrufe über das Bordtelefon seien erfolglos geblieben, erst gemeinsam mit der Kabinenbesatzung habe sich die Tür öffnen lassen. "Das Flugzeug war in der Zwischenzeit minutenlang führerlos", sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg. Die Maschine wurde in der Zeit über einen Autopiloten gesteuert.

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Nach Angaben der Pilotenvereinigung wird der Zwischenfall, der sich in der Nähe der griechischen Urlaubsinsel Kreta ereignet haben soll, durch die niederländische Behörde für Flugunfalluntersuchung als schwere Störung eingestuft. Die Boeing 737-800 sei in den Niederlanden registriert.

Handwerg sieht den Vorfall als Bestätigung, dass die gesetzlichen Flugdienstzeiten Piloten zu wenig Möglichkeiten zum Ruhen und Schlafen lassen. "Eingeschlafene Piloten bedeuten eine Gefährdung für die Flugsicherheit", sagte Handwerg. "Flugdienstzeiten müssen grundsätzlich so sein, dass Piloten ohne gefährliche Übermüdung arbeiten können. Das sind sie zur Zeit leider nicht."

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Leserkommentare
  1. Der erste Kommentator spricht zurecht an, dass der Pilot bemerkt haben sollte, wie übermüdet der Copilot ist, bevor er auf die Toilette ging. Schließlich wird der Toilettengang nicht lang gewesen sein, also war der Copilot wohl schon am einnicken als der Pilot hinausging.

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    Antwort auf "wer lesen kann..."
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    Schön zu sehen, daß es noch Menschen gibt die vor lauter lesen das denken nicht vergessen...

    • porph
    • 08. Februar 2013 11:12 Uhr

    Der letzte Absatz gibt schon einen Hinweis darauf, dass die Übermüdung in vielen Fällen wohl eher chronisch als ein Ausnahmefall ist. Von daher ist es vielleicht gar nicht so einfach, zu erkennen, wann jemand nun wirklich konkret kurz vorm Einnicken ist, oder wann nur "normal chronisch übermüdet"...

    • keibe
    • 08. Februar 2013 11:10 Uhr

    was man aus einem solchen Artikel herauslesen und schlussfolgern kann. Da schläft also ein Co-Pilot ein und Schuld sind:

    "Handwerg sieht den Vorfall als Bestätigung, dass die gesetzlichen Flugdienstzeiten Piloten zu wenig Möglichkeiten zum Ruhen und Schlafen lassen. "Eingeschlafene Piloten bedeuten eine Gefährdung für die Flugsicherheit", sagte Handwerg. "Flugdienstzeiten müssen grundsätzlich so sein, dass Piloten ohne gefährliche Übermüdung arbeiten können. Das sind sie zur Zeit leider nicht."

    Gesetzliche Flugdienstzeitenregelungen können gewiss Ursache sein. Aber ohne weitere Informationen ist genauso schlüssig, dass der Co-Pilot in der Nacht zuvor einen drauf gemacht hat.

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    Allerdings, finde es auch interessant, dass irgendwie bei jedem der Fehler gesucht wird, außer bei dem Co-Piloten der eingeschlafen ist :-)

    • deDude
    • 08. Februar 2013 12:03 Uhr

    LKW Fahrer haben die wohl am schärfsten geregelte Arbeitszeitgesetze aller Berufsstände.
    9h Fahren, maximal 13 Stunden Schichtzeit, ansonsten drohen empfindlichen Strafen, je nach Schwere des vergehens sowohl für den Fahrer, als auch für den Unternehmer/Disponenten.

    Immer wieder hört man auf der anderen Seite von Ärzten die 36h-Schichten und mehr arbeiten müssen, Piloten die 15h Non-Stop-Flüge fliegen oder auch Polizisten und Rettungsdienstmitarbeiter die aus Personalmangel Doppelschichten fahren müssen.

    Grade in den Berufen mit solch riesiger Verantwortung wie sie ein Pilot oder ein Arzt trägt halte ich es, sowohl vom Gesetzgeber, besonders aber vom Arbeitgeber unverantwortlich soetwas anzuweisen oder zu tolerieren.

    Traurig finde ich es das es offensichtlich ohne "Vater Staat" keine Möglichkeit mehr gibt diese Dinge zu unterbinden. Auf Freiwilligkeiten braucht man, so glaube ich, bei den meisten Unternehmen heute allein aus Kostengründen nicht mehr setzen.

    Wir wollen in Europa gerne so produktiv und kostengünstig produzieren wie es beispielsweise die Chinesen tun, vergessen dabei aber das wir in vielen Bereichen aber vollkommen andere Sozialstandards und auch sonst vollkommen abweichende Ansichten haben. Das kann man entweder als "Faulheit" und "westliche Arroganz" abtun, möglicherweise aber auch als "Errungenschaften auf einem weiten Weg" die es zu bewahren und an die heutige Zeit anzupassen gilt.

    Kein Wettbewerb ist es Wert menschenleben aus Spiel zu setzen.

    4 Leserempfehlungen
  2. Ohne jetzt den eingeschlafenen Copiloten zu entschuldigen - aber eigentlich sollte mir ein übermüdeter Kollege schon auffallen, wenn ich neben ihm sitze...

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    • F117
    • 08. Februar 2013 10:33 Uhr

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil: Der Pilot war zu diesem Zeitpunkt nicht im Cockpit!

    einen Knopf, den der Lokführer in bestimmten Abständen drücken musste, damit sichergestellt wird, dass er nicht einschläft?

    Gibt es in Flugzeugen keine diesbezügliche Absicherung?

    Solange das Flugzeug im Autopilot-Modus hoch oben für kurze Zeit "führerlos" ist, dürfte andererseits nicht sonderlich viel passieren. Start und Landung dürften dann so aufregend sein, dass da zumindest keiner schläft. Mangelnde Konzentration könnte sich in diesen Momenten allerdings fatal auswirken.

    Ich gehe bei meinen Ausführungen davon aus, dass der betreffende Pilot schlicht und einfach wegen zu kurzer Ruhezeiten chronisch überlastet war, und es wahrscheinlich immer noch ist.

    In so einem Fall geht es ratz-fatz, und der Mann ist eingeschlafen.

    So etwas lässt sich vorher nicht abchecken.

    Den Vorschlag, dass Piloten in bestimmten Abständen einen Knopf drücken müssen, um zu signalisieren, dass sie noch wach sind, finde ich hingegen gut, wobei man hier eine zusätzliche Sicherheitsstufe einbauen muss, damit dies nicht von Terroristen ausgenutzt werden kann. In so einem Fall sollte nach erfolgtem Check die Tür zum Cockpit aufgehen, damit die Piloten geweckt werden können.

    Toiletten in Flugzeugen sind "Einsitzer".
    Auch sind in den Pilotensitzen keine Toiletten integriert.

    Der Pilot mußte das also nicht wissen.

    • F117
    • 08. Februar 2013 10:33 Uhr

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil: Der Pilot war zu diesem Zeitpunkt nicht im Cockpit!

    2 Leserempfehlungen
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    Der erste Kommentator spricht zurecht an, dass der Pilot bemerkt haben sollte, wie übermüdet der Copilot ist, bevor er auf die Toilette ging. Schließlich wird der Toilettengang nicht lang gewesen sein, also war der Copilot wohl schon am einnicken als der Pilot hinausging.

  3. 4. Danke!

    Schön zu sehen, daß es noch Menschen gibt die vor lauter lesen das denken nicht vergessen...

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  4. einen Knopf, den der Lokführer in bestimmten Abständen drücken musste, damit sichergestellt wird, dass er nicht einschläft?

    Gibt es in Flugzeugen keine diesbezügliche Absicherung?

    Solange das Flugzeug im Autopilot-Modus hoch oben für kurze Zeit "führerlos" ist, dürfte andererseits nicht sonderlich viel passieren. Start und Landung dürften dann so aufregend sein, dass da zumindest keiner schläft. Mangelnde Konzentration könnte sich in diesen Momenten allerdings fatal auswirken.

    Eine Leserempfehlung
    • porph
    • 08. Februar 2013 11:12 Uhr

    Der letzte Absatz gibt schon einen Hinweis darauf, dass die Übermüdung in vielen Fällen wohl eher chronisch als ein Ausnahmefall ist. Von daher ist es vielleicht gar nicht so einfach, zu erkennen, wann jemand nun wirklich konkret kurz vorm Einnicken ist, oder wann nur "normal chronisch übermüdet"...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Boeing | Flugsicherheit | Flugzeug | Pilotenvereinigung Cockpit | Steuer | Niederlande
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