Der Streik des privaten Sicherheitspersonals hat den Flugverkehr an den beiden Airports Hamburg und Köln/Bonn fast komplett zum Erliegen gebracht. Zahlreiche Flüge ins In- und Ausland sind ausgefallen.

Am Hamburger Flughafen waren nur zwei der sonst üblichen 20 Sicherheitsschleusen geöffnet, die wartenden Passagiere wurden mit Stühlen, Getränken und Proviantbeuteln versorgt. Nach Angaben des Flughafenbetreibers hatten 14 Fluggäste die Nacht auf Feldbetten im Flughafengebäude verbracht. Auch in Köln/Bonn mussten viele Fluggäste erhebliche Beeinträchtigungen in Kauf nehmen. Wartende standen vor der einzigen geöffneten Kontrollschleuse an.

Auswirkungen hatten die Streiks auch an anderen Flughäfen. Gestrichen wurde etwa ein knappes Dutzend Flüge am Berliner Flughafen Tegel von und nach Köln/Bonn. Auch am Flughafen Stuttgart kam es zu Flugausfällen. Dort wurden 17 Flüge von und nach Hamburg gestrichen. Störungen gab es zudem am Flughafen Leipzig/Halle. Vier Flüge von und nach Köln/Bonn fielen dort aus. In Dresden wiederum wurden sechs Flüge annulliert.

Die Gewerkschaft ver.di hatte die Mitarbeiter der Sicherheitskontrollen zu ganztägigen Streiks aufgerufen. Bereits am Donnerstag mussten wegen des Streiks an den Flughäfen in Hamburg und Düsseldorf hunderte Flüge gestrichen werden.

Streikpause am Wochenende

Für das Wochenende kündigte ver.di eine Streikpause an. An den Flughäfen in Hamburg und Nordrhein-Westfalen werde der Ausstand der Sicherheitskräfte ausgesetzt, um Gespräche zu ermöglichen. Für Hamburg gelte die Pause bis einschließlich Montag. In NRW sind erneute Streiks zu Wochenbeginn aber möglich.

Ver.di und die im Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) vereinigten Arbeitgeber streiten über Lohnerhöhungen für die privaten Sicherheitsfirmen, die auch die sogenannten Flugsicherheitsassistenten beschäftigen. Sie sind an Flughäfen im Auftrag der Bundespolizei für Passagierkontrollen zuständig. Während es in Nordrhein-Westfalen um das Sicherheitsgewerbe insgesamt geht, konzentriert sich der Arbeitskampf in Hamburg bisher allein auf die Angestellten am Flughafen.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer, verteidigte die Streiks: Die Fluggäste sollten den Arbeitskampf nicht als Belastung, sondern als Hilferuf verstehen, sagte er der Schwäbischen Zeitung. Alle Passagiere müssten sich darauf verlassen können, "dass gut bezahlte und hochmotivierte Mitarbeiter an den Flughäfen für ihre Sicherheit sorgen". Es sei unmöglich, wenn Beschäftigte an solchen sensiblen Stellen mit "Hungerlöhnen" abgespeist werden.

Die Gewerkschaft will für die etwa 2.000 Sicherheitskräfte an den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen einen Bruttostundenlohn von 16 Euro durchsetzen, in Hamburg 14,50 Euro. Der BDSW legte nach eigenen Angaben Angebote vor, die für Hamburger Luftsicherheitsassistenten eine Stundenlohnerhöhung von rund acht Prozent auf 12,75 Euro und für Mitarbeiter an Sicherheitsschleusen an den NRW-Airports eine Steigerung um 9,22 Prozent auf 13,50 Euro bedeuten würden.