Die Mitarbeiter des privaten Sicherheitsgewerbes werden ihren Streik weiter ausdehnen: Am Freitag werden sie an den Flughäfen Köln/Bonn und Hamburg die Arbeit niederlegen. Das kündigte ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di an.

Zehntausende Reisende bekommen den Streik des Sicherheitspersonals zur Stunde in Düsseldorf und Hamburg zu spüren. Am drittgrößten deutschen Flughafen sollte mindestens jeder dritte, in der Hansestadt sogar jeder zweite Flug gestrichen werden. Nur wenige Sicherheitsschleusen hatten am Morgen geöffnet, davor bildeten sich lange Warteschlagen. Die Gewerkschaft ver.di will in dem festgefahrenen Tarifstreit ein neues Angebot der Arbeitgeber erzwingen. Bereits im Januar war es zu Streiks in Düsseldorf, Köln/Bonn und Hamburg gekommen.

 Der Ausstand hatte offiziell mit der Frühschicht um vier Uhr begonnen und soll den ganzen Tag dauern. Wegen des Nachtflugverbots an den beiden Flughäfen zeigten sich die ersten Auswirkungen erst gegen sechs Uhr. Die Fluggesellschaften annullierten in Düsseldorf fast 200 Flüge. In Hamburg seien mehr als die Hälfte der 179 geplanten Abflüge gestrichen worden, sagte eine Flughafensprecherin am Morgen. Nur zwei von 20 Sicherheitsschleusen fertigten Reisende ab.

 "Es ist sehr voll in den Terminals. Die Wartezeit beträgt mehrere Stunden", sagte die Sprecherin des Hamburger Airports. In Düsseldorf waren immerhin elf statt der üblichen 24 Schleusen geöffnet, dennoch starteten viele Flieger verspätet. Einige Flüge wurden auf die Flughäfen in Weeze am Niederrhein und in Dortmund verlegt.

Streikbereitschaft unverändert hoch

Die Streikbereitschaft sei unverändert hoch bei 90 Prozent, sagte ein ver.di-Sprecher in NRW. Die Gewerkschaft fordert bis zu 30 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten des privaten Sicherheitsgewerbes. Der erneute Streik sei ein Erfolg, sagte der Hamburger ver.di-Sprecher Peter Bremme.

Die Arbeitgeberseite zeigte sich unbeeindruckt. "Es ist an ver.di, auf uns zuzugehen", sagte ein Sprecher des Bundesverbandes des Sicherheitsgewerbes (BDSW) und verwies auf das Arbeitgeberangebot vom vergangenen Dezember. Es sei das höchste Angebot der vergangenen 15 Jahre und sehe Lohnerhöhungen zwischen 4,9 und 9,2 Prozent vor. Nach Gewerkschaftsangaben in NRW gehören 70 bis 80 Prozent der Beschäftigten zur untersten Lohngruppe mit einem Stundenlohn von 8,23 Euro. Für sie fordert ver.di eine Erhöhung auf 10,50 Euro.

Die Gewerkschaft ver.di und der BDSW verhandeln in Hamburg und in Nordrhein-Westfalen über die Lohnhöhe und in Berlin bundesweit über einen Manteltarifvertrag.