BoeingDreamliner meistert ersten Test nach Flugverbot

Seit zwei Monaten ist der Dreamliner am Boden, weil Batterien Feuer gefangen hatten. Angeblich hat Boeing nun umgebaut, sodass die Maschinen bald wieder fliegen könnten.

Hoffnung auf ein Ende des Flugverbots: Der Testflug eines Boeing Dreamliner mit verbesserter Batterie ist nach Angaben des Konzerns planmäßig verlaufen. Der Jet sei am Montag vom Werksgelände in der Nähe von Seattle abgehoben und gut zwei Stunden in der Luft gewesen. Die sechsköpfige Besatzung habe unter anderem die elektrischen Systeme und das Fahrwerk des Dreamliners geprüft, sagte ein Sprecher des Unternehmens. "Laut der Crew hat alles nach Plan funktioniert."

Sämtliche Dreamliner-Flugzeuge von Boeing haben seit Januar Flugverbot, weil die Batterie in einem Jet Feuer fing und eine weitere geschmolzen war. Zu dem Feuer in einem am Boden stehenden Dreamliner in Boston hatte nach den Ermittlungen der US-Flugaufsicht FAA ein Kurzschluss geführt. Eine weitere Maschine musste wegen einer schmorenden Batterie in Japan notlanden.

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Die nun beim Testflug gesammelten Daten müssen noch ausgewertet werden. In den kommenden Tagen könne dann mit dem Genehmigungsverfahren begonnen werden, so Boeing. Zuvor muss das Flugzeug aber noch weitere Tests am Boden und einen Demonstrationsflug überstehen.

50 Maschinen am Boden

Sind alle Tests erfolgreich, können die bislang 50 an Kunden gelieferten Dreamliner wieder starten, sobald sie umgebaut sind. Die einzelnen Zellen der Batterie werden dabei besser voneinander abgeschottet, um die Gefahr interner Kurzschlüsse zu minimieren. Ein Edelstahl-Gehäuse soll zusätzliche Sicherheit bieten.

Boeing könnte dann auch mit der gestoppten Auslieferung neuer Maschinen fortfahren. Fluggesellschaften haben rund 800 der Langstreckenflieger bestellt.

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Leserkommentare
  1. WAS genau wurde geändert? Insbesondere, wie sollen künftig interne Kurzschlüsse in einzelnen Zellen verhindert werden?

    Jag

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    Die Batterien werden in Stahl eingehaust und mit einem System versehen, das die Brandgase aus diesem Gehäuse direkt aus dem Flugzeug ableitet.

  2. Die Batterien werden in Stahl eingehaust und mit einem System versehen, das die Brandgase aus diesem Gehäuse direkt aus dem Flugzeug ableitet.

    Eine Leserempfehlung
  3. Ist es jetzt schon eine Nachricht wert, wenn ein Boeing-Flugzeug EINEN Flug absolviert hat, ohne dass es zu Abstürzen, Bränden, Notlandungen oder anderen Zwischenfällen gekommen ist?

    2 Leserempfehlungen
    • Guido3
    • 26. März 2013 16:56 Uhr

    Wenn jetzt u.a. ein Rauchabzugsrohr installiert wird und die Batterien in einer Edelstahlbox gekapselt werden, dann erscheint das wie ein Herumdoktoren an den Symptomen und nicht wie eine ursächliche Lösung.

    Das sind Maßnahmen zur Eindämmung der Auswirkungen eines etwaigen Feuers. Ein Feuer in den LiIon-Batterien zuverlässig zu verhindern, wäre eine ursächliche Lösung, die momentan aber nicht möglich scheint?

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    Sie könnten ja auch ein anderes Kathodenmaterial verwenden. Aber das bräuchte vermutlich viel Zeit zur Zertifizierung und etwas mehr Masse müßte man auch in Kauf nehmen.

    Hier gibt es eine ganz gute Diskussion dazu:

    http://www.ferrarichat.co...

  4. Sie könnten ja auch ein anderes Kathodenmaterial verwenden. Aber das bräuchte vermutlich viel Zeit zur Zertifizierung und etwas mehr Masse müßte man auch in Kauf nehmen.

    Hier gibt es eine ganz gute Diskussion dazu:

    http://www.ferrarichat.co...

  5. Leider hat sich Boeing nicht vom Lithium Kobaltoxid System verabschiedet und gefährdet so hunderte Passagiere. Die "neue Batterie" ist 75kg schwerer und somit Energetisch nicht besser als z.B. die viel sicheren Lithium Eisenphosphat Batterien. Ein zusätzliches Gehäuse verdämmt die Batterie und macht sie im Fehlerfall zu einer Bombe.
    Für die Luftfahrt gilt ein eiserner Grundsatz: Sicherheit Leistung Kosten in dieser Reihenfolge.
    Die Ingenieure sollten sich schämen gegen diese Grundsätze verstoßen zu haben.
    Ich werde auf keinen Fall in Flugzeuge steigen das an Bord eine Bombe hat.

    2 Leserempfehlungen
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    "Für die Luftfahrt gilt ein eiserner Grundsatz: Sicherheit Leistung Kosten in dieser Reihenfolge."

    Boeing steht bei der 787 unter extremem wirtschaftlichen Druck. Die Flugzeuge türmen sich bereits auf dem Werksgelände.

  6. 7. Kosten

    "Für die Luftfahrt gilt ein eiserner Grundsatz: Sicherheit Leistung Kosten in dieser Reihenfolge."

    Boeing steht bei der 787 unter extremem wirtschaftlichen Druck. Die Flugzeuge türmen sich bereits auf dem Werksgelände.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte Boeing | Besatzung | Ermittlung | Flugverbot | Flugzeug | Test
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