Ausgerechnet im Jubiläumsjahr blieb das Museum geschlossen
In Dickens ehemaligem Wohnhaus hat der Experte behutsam Wände und Böden öffnen lassen. Die elektrischen Leitungen wurden neu verlegt – "das Gebäude war von Kabeln verseucht!" – und die Heizung unter Lamellen im Boden versteckt. Weil auch die historische Küche im Souterrain Teil der Ausstellung ist, verbirgt ein mit Holz verkleideter Anbau im Garten nun den Lift, der es auch körperlich eingeschränkten Besuchern ermöglicht, vom Keller bis zum Obergeschoß nahezu alle Räume zu sehen.
- Charles Dickens Museum
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The Charles Dickens Museum
48 Doughty Street, London WC1N 2LX
T: +44(0)20 7405 2127
E: info@dickensmuseum.com
www.dickensmuseum.comGeöffnet von Montag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Eintritt: 8 Pfund.
- Dickens in London
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Die App Dickens Dark London des Museum of London führt zu den Schauplätzen von Dickens' Leben und seiner Geschichten.
Mit dem "Dickens Game" der BBC lässt sich Dickens' London spielerisch erkunden.
Die Website charlesdickenspage.com bietet neben umfassenden Informationen und Links zu Leben und Werk auch einen Stadtplan mit Verweisen zu Büchern und Schauplätzen.
Ein Anbieter, der sich auf Dickens Touren spezialisiert hat, ist Richard Jones.
Die Reise wurde unterstützt von Visit Britain. Visit Britain, Alexanderplatz 1, 10178 Berlin. Tel. +49 (0)30 315 7190
Seit 2010 ist der Architekt in das Vorhaben involviert. "Great Expectations" lautete der Name des Umbauprojekts – nach Dickens Roman Große Erwartungen. "Anspruchsvoll", sei die Arbeit gewesen sagt Vanoli, der es sonst mit Schlössern und deren Besitzern zu tun hat. Das lag vor allem am zeitlichen Rahmen. 2012 feierte London Dickens 200. Geburtstag. Ausgerechnet das ihm gewidmete Museum schloss jedoch vom 23. April bis zum 9. Dezember. "Auf die Einnahmen des Osterwochenendes konnten wir nicht verzichten", sagt Schweizer. Danach verschwand das Haus hinter Gerüsten und Planen.
Rechtzeitig zu den Adventswochenenden wurde es wieder ausgepackt. Weihnachten als Fest der Nächstenliebe und der Versöhnung – Dickens' Weihnachtsgeschichte von der Läuterung des Grantlers Ebenezer Scrooge hat vielleicht mehr für dieses Image getan als die katholische Kirche. Im Museum wird die Vorweihnachtszeit traditionell mit Punsch, Pies und Lesungen bei Kerzenlicht begangen. In den vergrößerten Räumen ist nun mehr Platz für Schulklassen. Besucher können nach Catherine Dickens' Rezept Butter machen, mit Federn schreiben üben oder an Computern Details aus dem Leben der Familie recherchieren.

Die Küche im Souterrain
Neu hinzugekommen ist auch ein Foto des Zugunglücks von Staplehurst. Charles Dickens überstand die Katastrophe unverletzt, doch das, was er sah – er leistete Erste Hilfe – sollte ihn noch lange verfolgen. Das Foto hängt in dem Schlafzimmer, in dem Catherines Schwester Mary im Alter von 17 Jahren starb, während ihr Schwager verzweifelt zu helfen versuchte. Dickens, ein Workaholic, konnte vor Trauer zwei Wochen lang nicht schreiben. Als er wieder damit begann, wurde ihr "Geist, der mein Leben lenkt" zum Vorbild vieler seiner Frauenfiguren. "Wir haben dieses Zimmer dem Thema Tod gewidmet", sagt Schweizer. Auch Vanoli ist der Meinung: "Dies ist ein besonderer Raum. Besucher reagieren sehr emotional, wenn sie in Marys Zimmer stehen."
Wenn der Direktor und der Architekt gemeinsam durch das Haus gehen, wenn Schweizer sich freut, weil die Treppe zur Küche auch nach dem Umbau noch knarzt, wenn Vanoli die neue Beleuchtung im Außenbereich bestaunt oder hinter Schweizers Rücken Grimassen schneidet, weil dieser die Restaurierung gern noch ein wenig schneller abgeschlossen hätte, ahnt man, dass sich die beiden nicht nur am Gebäude, sondern auch aneinander abgearbeitet haben. "Anstatt hier im Haus nur Feuerwehr zu spielen, können wir jetzt endlich wieder Veranstaltungen planen und uns um die Sammlung kümmern", sagt Schweizer und sieht dabei Vanoli an. Der nickt, ganz väterliches Verständnis: "Wir sind hier noch lange nicht fertig."









Redaktion?
Ein netter Artikel, aber dem Baujahr und dem Baustiel nach ist das Geburtshaus von Dickens nicht victorianisch sondern georgianisch. Ein Stiel der noch heute das Strassenbild von London prägt. Als victorianisch wird die architektonisch Entwicklung entlang der Regentschaft der britischen Königin Victoria von 1837 bis 1901 benannt.
... daß das Dickens-Wohn(!)haus in der Londoner Doughty Street dem georgianischen Stil(!) zuzurechnen sei. Aber: Es handelt sich hier NICHT um das in Portsmouth (393 Commercial Road) an der Südküste zu findende Geburtshaus des Dichters.
... daß das Dickens-Wohn(!)haus in der Londoner Doughty Street dem georgianischen Stil(!) zuzurechnen sei. Aber: Es handelt sich hier NICHT um das in Portsmouth (393 Commercial Road) an der Südküste zu findende Geburtshaus des Dichters.
... daß das Dickens-Wohn(!)haus in der Londoner Doughty Street dem georgianischen Stil(!) zuzurechnen sei. Aber: Es handelt sich hier NICHT um das in Portsmouth (393 Commercial Road) an der Südküste zu findende Geburtshaus des Dichters.
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