LuftverkehrNeuer Streik trifft Flughafen Düsseldorf

Zum Wochenstart wird der Rhein-Ruhr-Airport erneut bestreikt. Das Düsseldorfer Sicherheitspersonal soll die Arbeit ganztägig ruhen lassen, um "maximalen Druck" auszuüben.

Streikender Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes am Flughafen Düsseldorf

Streikender Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes am Flughafen Düsseldorf  |  ©Daniel Naupold/dpa

Die Gewerkschaft ver.di ruft das Sicherheitspersonal am Flughafen Düsseldorf für Montag zu einem erneuten Streik auf. Die Beschäftigten der Fluggast-, Personal- und Warenkontrolle sollen von 4 bis 24 Uhr die Arbeit niederlegen. Der neuerliche Streik sei die Antwort der Beschäftigten auf die "starre Haltung der Arbeitgeber", teilte ver.di mit. Die Gewerkschaft verlangte einen Tarifabschluss noch vor den Osterferien.

"Solange kein neues Angebot auf dem Tisch liegt, haben wir nur die Wahl, maximalen Druck zu erzeugen", erklärte deren Verhandlungsführerin Andrea Becker. Ver.di fordert für die 34.000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen erhebliche Lohnerhöhungen zwischen 2,50 Euro und 3,64 Euro pro Stunde. Der Verband der Sicherheitsfirmen BDSW nennt diese Forderung "völlig überzogen".

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Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten 70 bis 80 Prozent der Sicherheitsleute in Nordrhein-Westfalen in der untersten Lohngruppe; sie erhalten in der Stunde 8,23 Euro. Für die Beschäftigten dieser Lohngruppe bieten die Arbeitgeber laut ver.di bisher 40 Cent mehr an.

Am Freitag hatte das Sicherheitspersonal am Köln-Bonner Flughafen die Arbeit niedergelegt. Seit Wochen sorgen tagelange Streiks des Sicherheitspersonals für Flugausfälle und lange Wartezeiten an den Airports in Düsseldorf und Köln-Bonn.

In dem Tarifkonflikt stehen sich ver.di und die Arbeitgeber der privaten Sicherheitsbranche gegenüber, die auch "Flugsicherheitsassistenten" beschäftigen – diese sind an den Airports im Auftrag der Bundespolizei für Passagier- und Gepäckkontrollen zuständig.
 

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Leserkommentare
    • Alaric
    • 11. März 2013 7:21 Uhr

    Einerseits habe ich Verständnis für den Ärger der Sicherheitspersonal und würde eigentlich erwarten, dass diejenigen, die für unsere Sicherheit verantwortlich sind, deutlich mehr bezahlt werden.
    Andererseits kann es nicht sein, dass schon wieder ein Arbeitskampf zu Lasten Unschuldiger ausgetragen wird; irgendwann hört die Solidarität auf. Wir sind jetzt im 21. Jahrhundert und müssen doch allmählich eine Alternative zum Streik finden.

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    ZITAT
    Wir sind jetzt im 21. Jahrhundert und müssen doch allmählich eine Alternative zum Streik finden.

    Zumindest in diesem Bereich gäbe es durchaus eine Alternative.
    Es geht hier um einen öffentlichen, sicherheitsrelevanten Bereich.
    Der Auftraggeber also das Innenministerium könnte nun sagen wir bilden eine Kommission und legen für diese Arbeit einen verbindlichen angemessenen Lohn fest UND genaue Arbeitsplatzbeschreibungen und Arbeitszeitregeln
    inklusive (geringere) Vergütungen für Bereitschaftsdienste + Rufbereitschaft.

    Aber redet sich unsere schwarz-grüne Regierung dann wieder mit der Tarifautonomie raus .....

    • Alaric
    • 11. März 2013 7:53 Uhr

    Wie vorhin erwähnt, wird's Zeit für eine Alternative zum Streik bei Verkehr und Infrastruktur. Wie wär's mit einem virtuellen Streik? Das heißt, der Betrieb läuft weiter (gerne publikumswirksam angekündigt), aber sowohl Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer nehmen die finanziellen Verluste, die sie während eines echten Streiks erlitten hätten, und spenden diesen Betrag. Der Betrag kann sogar mit der Zeit gesteigert werden um Druck zu erhöhen, was in einem herkömmlichen Streik nicht möglich ist. So muss die Bevölkerung nicht mehr als Geisel da stehen, was die Solidarität wieder herstellt, und der Arbeitgeber kann nach wie vor Druck auf den Arbeitgeber ausüben.

    • HGD
    • 11. März 2013 10:18 Uhr

    Bei der ganzen Diskussion bleibt eine (die mit Abstand grösste!) Gruppe immer aussen vor: die Passagiere. Wer bezahlt im Ende das Personal und auch deren Arbeitgeber? wer hat dann die meisten persönlichen und geschäftlichen Nachteile eines Streiks? Hier besteht ein eklatantes Ungleichgewicht zwischen den Interessen einiger Dutzend Akteure (wer hat hier den Längsten?), und tausender wehrloser Betroffener. Aber das Pseudo-Industrieland Deutschland will sich sowas leisten.
    Wie wäre es denn mit einem Passagier-Steiktag? vielleicht würden dadurch einige verschobene Relationen wieder sichtbar.

  1. ZITAT
    Wir sind jetzt im 21. Jahrhundert und müssen doch allmählich eine Alternative zum Streik finden.

    Zumindest in diesem Bereich gäbe es durchaus eine Alternative.
    Es geht hier um einen öffentlichen, sicherheitsrelevanten Bereich.
    Der Auftraggeber also das Innenministerium könnte nun sagen wir bilden eine Kommission und legen für diese Arbeit einen verbindlichen angemessenen Lohn fest UND genaue Arbeitsplatzbeschreibungen und Arbeitszeitregeln
    inklusive (geringere) Vergütungen für Bereitschaftsdienste + Rufbereitschaft.

    Aber redet sich unsere schwarz-grüne Regierung dann wieder mit der Tarifautonomie raus .....

    Antwort auf "Ja, aber..."

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, sc
  • Schlagworte Düsseldorf | Streik | Ver.di | Luftverkehr | Airport | Arbeit
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