Am Frankfurter Flughafen können vereinzelt wieder Maschinen starten. Nach gut zwei Stunden Vollsperrung wurde am Nachmittag nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport AG zunächst eine der drei Startbahnen wieder geöffnet, später eine weitere. Zwei Bahnen der insgesamt vier blieben noch geschlossen. Das Landen war zunächst nur vereinzelt möglich.

Bis zum frühen Abend waren etwa zwei Drittel der etwa 1.200 Flüge ausgefallen. Verzögerungen und Annullierungen könnten sich bis Mittwoch hinziehen. Der Flughafen stellte etwa 1.500 Feldbetten auf. Die Lufthansa hatte für Dienstag sämtliche Deutschland- und Europaflüge über Frankfurt gestrichen. Das Langstreckenprogramm fand einer Sprecherin zufolge aber weitgehend statt.

Passagiere haben bei Ausfällen und Verspätungen laut EU-Verordnung Anspruch auf Betreuungsleistungen am Flughafen: Bei Abflugverzögerungen von zwei Stunden bei Kurzstrecken, drei Stunden bei Mittelstrecken und vier Stunden bei Langstrecken muss "für das leibliche und kommunikative Wohl" des Fluggastes gesorgt werden.

Fluggäste haben dann Anspruch auf kostenlose Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Faxe oder E-Mails. Falls nötig, wird auch eine Hotelübernachtung übernommen. Eine Entschädigung steht den Fluggästen allerdings bei wetterbedingten Störungen nicht zu, da es sich um einen "außergewöhnlichen Umstand" handelt.

Der plötzliche Wintereinbruch lässt Deutschland und weite Teile Europas auch in den kommenden Tagen nicht los. Schnee und Eiseskälte sind am Dienstag in der Mitte des Landes angekommen und ziehen nach Angaben von Meteorologen in den kommenden Tagen weiter nach Süden.

Auf Autobahnen und Straßen vor allem in Hessen und Nordrhein-Westfalen kam es zu schweren Autounfällen und kilometerlangen Staus. In Berlin legten Schnee und Eis den S-Bahn-Verkehr teilweise lahm. Mehrere Schulen in Hessen gaben ihren Schülern schneefrei. In Frankreich schneiten Hunderte Autofahrer auf einer Nationalstraße im Nordwesten ein.

Auf der Autobahn A 45 in Mittelhessen ereignete sich bei starkem Schneetreiben und auf schneeglatter Fahrbahn am Dienstagmittag eine Massenkarambolage. An der Unfallserie zwischen Wölfersheim und Florstadt waren nach ersten Schätzungen bis zu 100 Fahrzeuge beteiligt, wie das Polizeipräsidium Mittelhessen in Friedberg mitteilte.